S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 21.02.2026 um 10.30 UTC Zeitweise Regen. Bis zur Wochenmitte teils ungewöhnlich mild. Nachfolgend wieder etwas zurückgehende Temperaturen. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 28.02.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Dienstag gelangt Deutschland von Westen zunehmend unter einen Höhenrücken, der vom westlichen Mittelmeerraum bis zum Europäischen Nordmeer reicht. Er wird gestützt durch kräftige WLA vorderseitig eines Trogvorstoßes vor Westeuropa. An den Trog gekoppelt ist ein umfangreiches Tief mit mehreren Kernen vor West- bzw. Nordwesteuropa. Die Warmfront des Tiefs verläuft Dienstagmittag von Nordwest nach Südost über Deutschland hinweg und trennt zunächst noch eine kältere Luftmasse im Nordosten (T850 hPa zwischen 0 und minus 3 Grad) von einer deutlich milderen Luftmasse in den weiteren Landesteilen (T850 hPa 1 bis 4 Grad). Die Warmfront verlagert sich im Tagesverlauf und in der Nacht zum Mittwoch weiter nordostwärts. Dabei verliert sie unter steigendem Luftdruck ihre Wetterwirksamkeit, sodass die daran gekoppelten Niederschläge deutlich nachlässt. Am Mittwoch verlagert sich das Trog-Rücken-Muster ostwärts und Deutschland gelangt unter die Achse des Höhenrückens. Dadurch gestützt wird ein Hoch mit Schwerpunkt über Nordosteuropa, dessen Einfluss bis zu uns reicht. Somit erwartet uns ein vielfach freundlicher Tag. Einzig im Nordosten und Norden halten sich noch frontale Wolkenreste. Dazu fühlt sich der Tag frühlingshaft warm an, denn mit der südlichen Strömung zwischen dem Hoch und dem Tief vor Nordwesteuropa setzt sich die Zufuhr sehr milder Luft zu uns weiter fort. Dabei werden verbreitet teils ungewöhnlich milde Höchstwerte zwischen 15 und 19 Grad, im Westen und Südwesten sogar lokal bis 20 Grad erreicht. Im Nordosten bleibt es weiterhin etwas kälter, aber auch dort werden nun zweistellige Temperaturen erreicht. Am Donnerstag wandert der Höhenrücken ostwärts über uns hinweg. Der Trog tropft über Südwesteuropa ab, das Trogresiduum greift im Laufe des Donnerstags von Westen auf uns über. Diesem vorgelagert ist eine Kaltfront, die ab den Mittagsstunden von Nordwesten auf Deutschland übergreift und uns bis Freitag früh weitgehend ostwärts überquert hat. Richtung Süden ist sie nur sehr schwach ausgeprägt, denn dort verläuft eine Hochdruckbrücke, die sich zwischen dem Hoch über Nordost-/Osteuropa und dem Azorenhoch aufgebaut hat. Postfrontal gelangt ein Schwall kälterer Meeresluft zu uns, sodass die Temperaturen etwas zurückgehen. Nach kurzer Wetterberuhigung in der Nacht greift am Freitag das nächste Frontensystem mit Regen auf uns über. Es gehört zu einem Tief, das von Großbritannien über die südliche Nordsee hinweg Richtung Skandinavien zieht. An dessen Südflanke nimmt der Druckgradient über Deutschland zu und der Wind frischt etwas auf mit Böen Bft 7, im Bergland auch mit Sturmböen Bft 8 bis 9 aus Südwest. Mit Passage der Kaltfront des Tiefs strömt in weite Teile des Landes nochmal etwas kältere Luft ein und die Temperatur in 850 hPa sinkt auf Werte zwischen 0 und minus 2 Grad ab. Nur ganz im Süden kann sich die kältere Luft nicht durchsetzen. Dort dominiert weiterhin schwacher Hochdruckeinfluss, der sich am Samstag auch wieder auf nahezu ganz Deutschland ausweiten kann. Dieses Hoch wird sich in der erweiterten Mittelfrist zwar rasch wieder Richtung Osten verabschieden. Nach einer weiteren Trogpassage am Sonntag soll sich aber nachfolgend ein nachhaltigeres Hoch über Mitteleuropa aufbauen und die Temperatur steigt von Westen wieder ein wenig an. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des EZMW-Modells kann für Mitteleuropa als gut bezeichnet werden. Signifikante Unterschiede zu den Vorläufen sind nicht vorhanden. Erst zum Ende der Mittelfrist kommt die 0-Grad-Isotherme in 850 hPa über Deutschland etwas rascher nach Süden voran, als im gestrigen 00 UTC Lauf gezeigt. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die weiteren Globalmodelle zeigen die Entwicklung zunächst sehr ähnlich. Ab Donnerstag nehmen die Unterschiede etwas zu. So lässt ICON bereits Donnerstagvormittag einen Ausläufer übergreifen, der aber über dem Norden rückläufig wird. Entsprechend erfolgt die erste Abkühlung etwas später als bei IFS. GFS und UK10 lassen die kältere Luft ebenfalls etwas langsamer einsickern. Der nachfolgende zweite Kaltluftschub wird hingegen wieder weitgehend übereinstimmend prognostiziert. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen des EZMW für ausgewählte Stationen in Deutschland stützen den Hauptlauf und zeigen sowohl bei der Temperatur 850 hPa als auch beim Geopotential 500 hPa bis einschließlich Donnerstag einen engen Verlauf. Der nachfolgende Temperaturrückgang in zwei Etappen ab Freitag kommt im Ensemble ebenfalls gut raus, wenngleich der gleichzeitig zunehmende Spread noch auf die zeitlichen Unsicherheiten hinweist. Einige Member verbleiben sogar auf relativ hohem Niveau, sodass insbesondere der zweite markantere Rückgang noch nicht sicher ist. Die Clusterung des EZMW zeigt für den Zeitraum t+72 bis 96 Stunden drei Cluster. Dabei ergeben sich für Mitteleuropa keine signifikanten Unterschiede. Für den nachfolgenden Zeitraum sind fünf Cluster vorhanden. Der HRES befindet sich in Cluster 1, in dem auch die meisten Member enthalten sind. Zwei der Cluster zeigen eine etwas zonalere Lösung ab Freitag, sodass die Abkühlung schwächer ausfallen würde. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Dienstag und Mittwoch werden keine signifikanten Wettererscheinungen erwartet. Ab Freitag sind im höheren Bergland sowie auf einigen Nordseeinseln Böen Bft 8, in exponierten Höhenlagen Bft 9 aus Südwest wahrscheinlich. Auf dem Brocken, im Hochschwarzwald und auf einigen Alpengipfeln treten auch schwere Sturmböen Bft 10 auf. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage MOS-Mix, EZMW-EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger