Wetter aktuell Neue Hitze im Südwesten In den kommenden Tagen steigen die Temperaturen in Deutschland verbreitet an, wobei es besonders im Südwesten heiß wird. Erneut wird gebietsweise eine starke Wärmebelastung erwartet. Nach der massiven Hitzewelle Ende Juni waren die Temperaturen zuletzt deutlich gesunken, wobei die Abkühlung im Norden stärker als im Süden ausfiel. Während es im Norden gebietsweise mehrere Tage mit Höchstwerten unter 20 Grad gab, blieb es im Südwesten deutlich wärmer. Doch auch dort lagen die Höchstwerte zumindest für wenige Tage unter 30 Grad. Seit ein paar Tagen werden in den tiefen Lagen Südwestdeutschlands allerdings wieder Hitzetage verzeichnet. In Rheinfelden gab es beispielsweise seit dem 17. Juni 19 Hitzetage, nur an den ersten drei Julitagen blieb die Temperatur, wenn auch teils nur knapp, unter der 30-Grad-Marke. Hitzeschwerpunkt ist aktuell erneut - bzw. man kann auch sagen immer noch - Frankreich. Dort wurden am gestrigen Mittwoch an der Mittelmeerküste mehr als 40 Grad gemessen. In Marseille wurde beispielsweise mit 40,5 Grad ein neuer Allzeitrekord aufgestellt. Noch nie zuvor stieg die Lufttemperatur dort auf mehr als 40 Grad. Die größte Hitze gibt es in den nächsten Tagen zwar weiterhin in Frankreich. Doch auch in Deutschland steigen die Temperaturen jeden Tag etwas an. Damit werden peu à peu mehr und mehr Regionen in den "Genuss" von 30 Grad oder mehr gelangen. Im äußersten Südwesten werden am Wochenende auch 35 oder 36 Grad erreicht. Die Luft wird zwar zumindest zunächst nicht so feucht sein wie in der Hitzewelle Ende Juni. Die Wärmebelastung ist gerade im Südwesten in den kommenden Tagen dennoch stark. Dazu tragen auch die allmählich wärmeren Nächte bei. Am Wochenende werden die Tiefstwerte in Ballungsräumen im Südwesten um 20 Grad liegen. Mit dem Beginn der neuerlichen Hitze stellt sich für viele sicherlich die Frage, ob denn ein Ende der Hitze schon absehbar ist. Um eine fundiertere Aussage treffen zu können, schauen wir uns nicht nur einen Modelllauf, sondern ein sogenanntes Ensemble an, Abb. 3. Ein und dasselbe Modell wird für denselben Prognosezeitraum dutzende Male gestartet. Der Unterschied ist jeweils ein leicht variierter Anfangszustand. Aus der Vielzahl an Ergebnissen lassen sich statistische Aussagen treffen, die mehr Aussagekraft haben als ein einzelner Modelllauf. Am Beispiel für Frankfurt am Main erkennen wir bei geringer Streuung (hohe Prognosesicherheit) eine Zunahme der Temperatur bis Dienstag oder Mittwoch kommender Woche. Danach zeigt sich bei deutlicher Zunahme der Streuung (abnehmende Prognosesicherheit) ein Rückgang der Temperatur. Zeitgleich nehmen die Niederschlagssignale (grüne Balken) zu, was für eine feuchtere Luftmasse spricht. Kurz und bündig: Bis Mitte kommender Woche zunehmende Hitze, danach bei steigendem Schauer- und Gewitterrisiko Tendenz zur Abkühlung. M.Sc. Met. Thore Hansen Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 09.07.2026 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst