SXEU31 DWAV 011800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 01.11.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Ruhiges Herbstwetter mit kleineren Schönheitsfehlern. In den Nächten örtlich Nebel und Frost. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... haben wir es im Einflussbereich eines umfangreichen Hochs (KLAUS) mit ruhigem Herbstwetter zu tun, dass neben der herbstlich üblichen Grenzschichtproblematik aber auch nicht ganz frei von kleineren Störfaktoren ist. Das Zentrum des Hochs liegt mit über 1040 hPa dicht nordwestlich von Irland, schlängelt sich aber in abgeschwächter Form als eine Art Brücke mit mehreren kleineren Zentren über Deutschland und das Baltikum hinweg ostwärts und wird in diesem Bereich auch durch hohes Geopotential in der Höhe unterstützt. Just genau dazwischen, über der Nordsee besitzt es eine kleine Schwachstelle in Form eines nicht sonderlich angsteinflößenden, aber dennoch gut erkennbaren Troges, der in den kommenden Stunden zwischen den Hochblöcken regelrecht eingequetscht wird, dadurch seine Wellenlänge stark verkürzt und in der Folge Richtung Südwestliche Nordsee zum Abtropfen gezwungen wird. Innerhalb dieses Troges ist eine schwache, leicht wellende (Scheitel über dem Skagerrak) Kaltfront eingelagert, die eingangs der Nacht von der Nordsee auf den Nordwesten Deutschlands mit etwas Regen übergreift. Die Mengen sind mit meist 2 bis 5 l/qm innerhalb 12 Stunden gering. Postfrontal frischt der relativ scharf von Südwest auf Nord drehende Wind infolge des rasch nachrückenden Druckanstieges an der Nordsee auf, so dass vor allem entlang der Ostfriesischen Küste die ein oder andere steife Böe (Bft 7) mit dabei ist. Das simulieren die Global- wie hochauflösenden Modelle recht unisono, wobei aufgrund der nur langsamen Verlagerung der Rinne ostwärts und der Windrichtung die Wahrscheinlichkeit für warnwürdige Böen im ICON-D2 EPS östlich von Helgoland rasant von 50% rund um Borkum auf 0% abnimmt. Ein zweiter "Störenfried" ist das für die Jahreszeit wirklich massive Höhentief im Raum Rom. Es umspannt weite Teile Nord- und Mittelitaliens mit unter 552 gpdm und Temperaturen nahe -30°C in 500 hPa. Im Umfeld von Adria und Ägäis bringt das gebietsweise kräftige gewittrige Starkregenfälle mit sich. Im Norden Griechenlands gelten Starkregenwarnungen der höchsten Kategorie (3). Hierzulande findet an dessen Nordflanke nur ein schüchterner Streifschuss in Form dichterer Wolkenfelder und noch geringfügigen Niederschlägen am östlichen Alpenrand statt. Oberhalb etwa 1000 m fallen diese auch als Schnee. Sonst dominiert unterhalb der Inversion bei rund 850 hPa eine teils feuchte Grundschicht, die aber durch die allmähliche Alterung der Luftmasse (xPs, T850 bis -3°C) und den beständigen Nordostwind im Süden (Überströmung Bayerwald, etc.) in Teilen abgetrocknet, so dass sich vor allem in der Südhälfte auch größere Wolkenlücken zeigen. Bei Taupunkten unweit des Gefrierpunkts muss bei längerem Aufklaren örtlich mit leichtem Frost bis -3°C gerechnet werden, bevor sich örtlich Nebelfelder bilden. Montag ... kräftigt sich das Hoch über Nordwesteuropa und zieht mit Schwerpunkt nach Schottland. Der inzwischen schmale Trog über der südlichen Nordsee tropft zu einem kleinen Höhentief ab, dass sich nach Nordwestfrankreich verlagert. Damit geht der dynamische Support unserer Kaltfront über Norddeutschland verloren, die sich damit abschwächt. Was bleibt, ist ein Band mit starker Bewölkung und immer schwächeren Regenfällen von NRW bis zur Ostseeküste. Während sich auch ganz im Südosten in der Peripherie zum Höhentief im Mittelmeerraum starke Bewölkung mit etwas nieseln hält, setzt sich im breiten Bereich dazwischen neben Nebel und Hochnebel gebietsweise die Sonne durch. Das gilt übrigens auch postfrontal für ein erweitertes Nordseeumfeld, wo der auflebende Nord- bis Nordostwind die Wolkendecke zerreißt. Dort dürfte es vor allem im Bereich der ostfriesischen Inseln zu Böen 7 Bft reichen, auch exponiert im Hochschwarzwald stehen weitere, teils stürmische Böen an, dort aber aus Ost. Am mildesten wird es im Nordwesten, wo die postfrontal einfließende durchmischte und erwärmte Meereskaltluft für bis 13°C gut ist. Sonst liegen die Maxima in der gealterten Festlandsluft bei 5 bis 10°C, bei längerem Nebel im Süden auch etwas darunter. In der Nacht zum Dienstag hält sich vom Norden in den Westen als Überbleibsel des Tiefausläufers eine Feuchteschliere mit starker Bewölkung und geringen Regenfällen. Auch im Südosten sind Auflockerungen selten und es nieselt ab und zu ein bisschen. Dazwischen lockert es teils stärker auf und gebietsweise bildet oder verdichtet sich Nebel, bzw. Hochnebel. Zudem geht es bei längeren Auflockerungen auch wieder bis knapp unter 0°C. An der Nordsee und im Hochschwarzwald bleibt es windig mit Böen 6-7 Bft auflandig in Ostfriesland und 7 bis 8 Bft in Böen auf exponierten Gipfeln im Hochschwarzwald. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC Dienstag ... liegt das blockierende Hoch mit einem Kerndruck über 1040 hPa im Bereich Schottland, nördliche Nordsee. Es hat sich derweil Richtung Ostsee ausgeweitet, was eine eher östliche bis nordöstliche Strömung bei uns zur Folge hat. Anhand der Feuchtefelder zeichnet sich im Norden weiter der alternde Tiefausläufer ab, der dort gebietsweise starke Bewölkung, aber kaum noch Regen bringt. Auch im Süden bleibt es teils stark, teils hochnebelartig bewölkt mit marginalem nieseln. Ansonsten gibt es wieder die Mischung aus anfänglichem Nebel und Hochnebel sowie tagsüber teils freundlichen Regionen vor allem über der Mitte, nach Südwesten zu, aber auch ganz im Norden. Die Temperaturen ändern sich nicht viel und exponiert an der Nordsee und im höheren Bergland weht ein kräftiger Ost- bis Nordostwind mit einigen stürmischen Böen auf den Gipfeln. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Nennenswerte Modellunterschiede sind in den bis hierhin verfügbaren 12z Läufen nicht auszumachen. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Robert Hausen