SXEU31 DWAV 040810 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 04.11.2026 um 08 UTC Schlagzeile: Nachts stellenweise Nebel und leichter Frost mit leicht zunehmender Tendenz. Vor allem im Bergland kräftiger Ostwind mit Böen 7 bis 8 Bft. GWL und markante Wettererscheinungen: SE a, Hochrandlage. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC -------------------------------------------------------------- Mittwoch, den 04.11.2026 Synoptische Entwicklung: Heute verstärkt sich ein von einer quasistationären Höhenantizyklone ausgehende Höhenkeil über dem Nordosten Deutschlands bzw. Polen und weitet sich bis zum nördlichen Balkan aus. Der Höhentrogkomplex im Mittelmeerraum zieht sich als Höhentief nach Südwesteuropa zurück. An der Lage des sich kaum abschwächenden und ebenfalls nach Südosten ausweitenden Bodenhochs ändert sich nur wenig. Die Hochrandlage mit einer bodennah östlichen Strömung geht weiter. Somit steht die Grenzschicht im Fokus. Unter einer Absinkinversion, die im Nordosten weiter nach unten gedrückt wurde, als im Südwesten, fast Bodennah vs. 800 hPa, hält sich über der Mitte und dem Süden viel St,Sc , während es im Norden schon Auflockerungen gibt. Durch das beständige Absinken verliert die feuchte Grundschicht insgesamt weiter an Mächtigkeit und mit dem Entrainment trockenerer Luftmassen breiten sich die Wolkenlücken und Aufheiterungen tagsüber aus. Dennoch bleibt es vor allem von Südbrandenburg/Sachsen bis nach Thüringen und Nord- bzw. Mittelhessen oft stark bewölkt. Auch im Süden, vom Bodensee bis ins Alpenvorland, hält sich gebietsweise zäh der Hochnebel. Die ansonsten auch im Westen und Süden vermehrten Aufheiterungen gehen auf Leeeffekte der Mittelgebirge zurück, in der dort kräftigeren Ostströmung. Zum Teil scheint länger die Sonne. Im trüben Dauergrau werden kaum 5°C erreicht, sonst liegen die Höchstwerte meist zwischen 6 und 10°C, an den Küsten sowie mit Sonne an einigen Mittelgebirgshängen knapp darüber. In einigen Hochlagen kann es steife, vereinzelt stürmische Böen aus Ost bis Nordost geben, die in der Nacht zum Donnerstag zunächst nur langsam nachlassen. Potentielle Warnelemente: Der Ostwind weht vor allem im mittleren und höheren Bergland teils frisch mit steifen Böen (Bft 7), vereinzelt exponiert stürmischen Böen (Bft 8) auf Gipfeln. In der Nacht zum Donnerstag lässt der Wind sukzessive nach. In der Nacht zum Donnerstag nimmt die Neigung zu leichtem Frost und warnrelevantem Nebel vor allem in den östlichen, bzw. nordöstlichen Landesteilen etwas zu. Weil es dort windschwach bleibt unter der Hochachse verbunden mit Aufklaren. Modellvergleich: Mit den unterschiedlichen und schwierigen Bewölkungsprognosen in der Grenzschicht steht und fällt sowohl die Temperatur- als auch die Nebelprognose. Konsistenz: Nichts Relevantes. Donnerstag, den 05.11.2026 Synoptische Entwicklung: Am Donnerstag ändert sich an der Gemengelage, sprich dem Hochdruckeinfluss wenig. Die Höhenantizyklone wird langsam abgebaut, reicht aber bis in der Nacht zum Freitag als breiter, zunehmend meridional ausgerichteter Rücken vom Seegebiet zwischen Island und Schottland über Mitteleuropa bis in den zentralen Mittelmeerraum, Der Schwerpunkt zieht nach Dänemark. Das Bodenhoch schwächt sich auch etwas ab, mit Trend zur Verlagerung nach Südschweden, was den höchsten Druck angeht. Mit der Bodennah östlichen Strömung wird trockenere Festlandsluft advehiert. Zudem schrumpft die Grenzschicht auf teilweise unter 900 hPa. Die Chancen auf Auflösung von Nebel und der tiefen Bewölkung steigen damit deutlich an. Lediglich an den Nord- bzw. Osthängen einiger Mittelgebirge bleibt es stark bewölkt oder trüb, auch von Oberschwaben bzw. vom Hochrhein bis ins Alpenvorland hält sich eventuell ganztägig Nebel bzw. Hochnebel. Etwas Bewölkung zieht im Tagesverlauf von Norden her rund um die Ostsee auf. Sie gehört zu einer Kaltfront, die über Nordosteuropa südwärts nach Weißrussland bzw. Nordpolen zieht. Die Temperatur ändert sich tagsüber wenig. In den Nebelregionen Süddeutschlands werden die 5°C kaum erreicht, sonst liegen die Maxima bei 6 bis 10°C, mit Sonne im Lee einiger Mittelgebirge etwas darüber. In der Nacht zum Freitag bleibt es länger klar, so dass die Neigung zu dichtem Nebel zunimmt. Nur in den Nordosten und Norden ziehen von Dänemark und der Ostsee her eher flache Wolkenfelder einer Kaltfront, die über die Ostsee nach Polen schwenkt. Regen ist damit über Deutschland nicht verbunden. Bei ansonsten teils klarem Himmel gibt es öfter leichten Frost. Potentielle Warnelemente: Am Donnerstag tagsüber und auch in der Nacht zum Freitag weht in einigen Höhenlagen >600m lebhafter Ostwind, der erreicht aber meist Bft 6 bis 7 und ist somit kaum oder nicht warnrelevant. In der Nacht zum Freitag gibt es bei teils klarem Himmel häufiger leichten Frost bis -3 Grad, gebietsweise bildet sich dichter warnrelevanter Bodennebel, Tendenz ebenfalls zunehmend. Modellvergleich: Die anderen Modelle zeigen die Entwicklung ähnlich. Mit Unschärfen zeigen alle Modelle den Trend zu weniger Bewölkung und etwas nachlassenden Wind. Konsistenz: Die Konsistenz zu den Vorläufen des IFS ist sehr gut. Freitag, den 06.11.2026 Synoptische Entwicklung: Am Freitag liegt Deutschland unter einem Höhenrücken und an der Südwestflanke einer Hochdruckzone, die sich von der Nordsee nach Südosteuropa erstreckt. Aus dem Hoch fließt mit einer östlichen Strömung Festlandsluft nach Deutschland. In 850 hPa werden zwar >+5°C erreicht, aufgrund fehlender Durchmischung wirkt sich das kaum auf die 2m Werte aus. Derweil zieht das Höhentief von SW Europa nach Norden und bohrt sich mit einem Trog zu den Westalpen vor. Ein breiter Streifen mit teils sonnigem Wetter, wird flankiert von tiefer Bewölkung im Nordosten, den Resten der Kaltfront. Darüber hinaus schiebt sich auf der Vorderseite des Troges feuchtere Luft und starke Bewölkung in den Südwesten. Ein paar Tropfen Regen sind in Südbaden möglich. Der Südostwind frischt über der Nordsee auf. In der Nacht zum Samstag bleibt der Himmel vor allem in den mittleren Landesteilen gering bewölkt. Dann gibt es leichten Frost und teils dichten Nebel. Im Südwesten zieht am Rand des Höhentiefs mehrschichtige Bewölkung auf; leichter Regen in Baden-Württemberg inklusive. Im Norden hält sich gebietsweise die tiefe Bewölkung. Der SE-Wind über der Nordsee lässt wahrscheinlich wieder nach. Potentielle Warnelemente: Leichter Nachtfrost und Nebel. Ob im Bereich Ostfriesland, Helgoland Böenwarnungen nötig werden ist noch offen. Modellvergleich: Die anderen Modelle simulieren die Entwicklung ähnlich. Am Tiefdruckeinfluss im Südwesten ergeben sich Unsicherheiten. Konsistenz: Große Konsistenzprobleme sind nicht vorhanden. ___________________________ Fazit: Hochrandlage mit tendenziell wieder mehr Nebel und Frost in den nächsten Tagen. Dazu heute im Bergland windig mit warnrelevanten Böen, die nächsten Tage vor allem im Bergland noch windig, aber nicht mehr warnrelevant. Zum Ende etwas nachlassender Hochdruckeinfluss und zum Wochenende möglicherweise zumindest gebietsweise zyklonaler. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner