SXEU31 DWAV 041810 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 04.11.2026 um 18 UTC Schlagzeile: Hauptsächlich Nebel und Frost, anfangs noch Windböen im Bergland. GWL und markante Wettererscheinungen: NE a, allmählich übergehend in SE a. Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC -------------------------------------------------------------- Donnerstag, den 05.11.2026 Synoptische Entwicklung: Heute Abend ist weiterhin Hochdruckeinfluss ("Klaus") wetterbestimmend. Dabei liegt Deutschland an der südöstlichen Flanke. Der Kern des Hochs ist über Schottland und dem Nordmeer positioniert. Im Laufe des Abends bildet sich noch ein kräftiger Ableger bis nach Polen aus. In der Höhe hat sich eine Omegastruktur etabliert. Dazu gehören an den südwestlichen und südöstlichen Flanken jeweils korrespondierende Tiefdruckgebiete, wobei sich das ersteres recht ausgeprägt über Westfrankreich und der Iberischen Halbinsel befindet, und noch bis knapp in den südwestdeutschen Raum hineinreicht. Signifikantes Wetter hat das aber nicht zur Folge. Allerdings sorgt der doch ausgeprägte Gradient am Hochdruckrand für recht ausgeprägte supergeostrophische Verhältnisse. Sprich: Einige kräftige Windböen bis Bft 7 oder Bft 8 auf Gipfeln der Mittelgebirge begleiten uns noch bis in die Nacht hinein. In der Nacht zum Donnerstag bleibt es weiterhin ruhig. Südlich einer Linie zwischen Südeifel und Niederbayern erstreckt sich eine kompakte Hochnebeldecke, die sich dort auch bis in den morgigen Donnerstag hinein noch halten wird. Zudem dreht der Wind im Nordosten auf zunehmend nördliche Richtungen, sodass feuchtere Ostseeluft zumindest bis ins Binnenland Mecklenburg-Vorpommerns vordringen kann und dort ebenfalls zu eher trüben Sichtverhältnissen führt. Sonst bildet sich höchstens lokal das ein oder andere Nebelfeld. Frost ist relativ unwahrscheinlich und tritt höchstens lokal vor allem im Bereich der Mittelgebirge auf. Potentielle Warnelemente: Nachts noch einige Windböen (meist Bft 7) vor allem in den südöstlichen Mittelgebirgen. Im Bergland zudem lokal Frost. Örtlich Nebel mit der höchsten Wahrscheinlichkeit in der Nähe der Mecklenburgischen und Vorpommerschen Ostseeküste. Modellvergleich: Nebel und Frost lokal sehr variabel und abhängig von den entsprechenden Bewölkungs-, Wind- und Temperaturverhältnissen. Diese werden aufgrund der grenzschichtdominanten Wetterlage von den Modellen nur bedingt gut erfasst. Konsistenz: Keine signifikanten Unterschiede. Freitag, den 06.11.2026 Synoptische Entwicklung: Am Donnerstag verlagert sich das Druckzentrum von "Klaus" kaum, der Hochdruckrücken weitet sich aber insgesamt noch weiter bis weit auf den Balkan aus. Mit (Rück-)Drehung auf östliche Windrichtung gelangt nochmal etwas trockenere Kontinentalluft zu uns nach Deutschland. Damit sind im Tagesverlauf zunehmend sonnige Abschnitte zu erwarten. Am längsten hält sich Hochnebel wahrscheinlich noch am Rande der Alpen. Aber auch dort sollten sich spätestens in der zweiten Tageshälfte zunehmende Lücken in der Wolkendecke bemerkbar machen. Ansonsten hat man höchstens entlang der Ostsee hier und da noch etwas Pech mit recht zähen Nebel- oder Hochnebelfeldern. Im Vergleich zu heute bleibt es dabei noch etwas kühler. Die Maximalwerte erreichen kaum mehr als 10°C. Bei Dauernebel oder -hochnebel reicht es teils auch nur für 5°C. Kaum noch eine Rolle spielt dagegen der Wind, der viel von seiner Böigkeit einbüßt und höchstens in Gipfellagen noch für einzelne Bft 7 sorgt. In der Nacht zum Freitag dreht der Wind an der Ostsee ein weiteres Mal auf nördliche Richtung. Das führt dazu, dass sich erneut eine dickere Nebel- und Hochnebeldecke auf den Weg ins nordöstliche Binnenland macht. Diese ist nach Modellguidance dieses Mal auch ausgeprägter als in der Nacht zuvor und reicht bis etwa in die Uckermark und an die Oder. Auch im Alpenvorland bildet sich wie schon in der Vornacht erneut eine Nebel- bzw. Hochnebeldecke. Sonst bleibt es abgesehen von regionalen Wolken- oder Hochnebelfeldern meist klar. Dementsprechend gehen in der zunehmend trockenen Luftmasse auch die Temperaturen etwas deutlicher in den Keller als in der Vornacht. Neben den Mittelgebirgen sind davon diesmal auch einige Teile Thüringens und Bayerns mit tieferen Lagen betroffen. Lokal kann es hier auf -2 bis -3°C heruntergehen, vorausgesetzt, dass es entsprechend aufklart. Potentielle Warnelemente: Nachts regional dichter Nebel, vor allem im Osten gebietsweise Frost. Modellvergleich: Wie am Vortag bzw. der Vornacht entsprechende Unsicherheiten durch die üblichen Grenzschichtproblematiken. GFS sticht hervor mit abweichender, unrealistisch erscheinender Bewölkungssimulation. Konsistenz: Keine signifikanten Unterschiede. Samstag, den 07.11.2026 Synoptische Entwicklung: Am Freitag verlagert sich Hoch "Klaus" Richtung Südskandinavien. Damit flacht der Hochdruckeinfluss etwas ab, ohne aber an Dominanz zu verlieren. Allerdings rückt nun von Westen allmählich das ehemalige flankierende Tief näher. Dieses hat in der Höhe wieder Anschluss an die Frontalzone gefunden und stellt sich nun neuerlich als geneigter Langwellentrog dar. Bodennah etabliert sich dabei eine flache Tiefdruckrinne, die etwa vom Kanal bis nach Italien reicht und dabei auch den äußersten Südwesten Deutschlands streift. Entlang dieser Rinne kommt es im Tagesverlauf zu einigen Tropfen Regen, die aber Stand jetzt wirklich nur den alleräußersten Südwesten Deutschlands im Bereich um das Markgräflerland treffen, wobei auch das noch nicht unbedingt ausgemacht sein muss. Ansonsten ändert sich am Wettercharakter wenig. Die Temperaturen sind weiterhin leicht rückläufig und erreichen abseits des Rheinlandes und entlang des Mains nur einstellige Höchstwerte. Im Allgäu wird es unter Hochnebel bei +4°C schon recht frisch. Die Nacht zum Samstag zeigt sich oftmals dicht bewölkt, vielerorts bilden sich im Zuge zunehmenden Feuchteeintrages Nebel- oder Hochnebelfelder. Dort, wo es noch aufklart, sinken die Temperaturen erneut in den Minusbereich. Potentielle Warnelemente: Erneut stellen- bis gebietsweise Nebel und Frost. Modellvergleich: Es ist noch unklar, wie weit die Tiefdruckrinne mit den leichten Niederschlägen nach Osten vorankommt und überhaupt auf den äußersten Südwesten übergreift. Konsistenz: Keine signifikanten Unterschiede. ___________________________ Fazit: Fortsetzung der Hochdrucklage, die erst am Freitag von Südwesten leicht gestört wird. Bis dahin dominieren sonnige Abschnitte, aber auch Nebel und Hochnebel. Nachts zunehmende Frostwahrscheinlichkeit vor allem im Bergland und in den östlichen Landesteilen. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach M.Sc. Felix Dietzsch