SXEU31 DWAV 050800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 05.10.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: BM Am Alpenrand leichte Gewitterneigung. Vereinzelt Starkregen möglich. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC -------------------------------------------------------------- Montag... verläuft die Frontalzone recht weit im Norden vom Nordatlantik über Skandinavien nach Osten; aktuell mit einem Sturmtief über dem Nordmeer. Südlich davon liegt Mitteleuropa, inklusive Deutschland alles in allem unter hohem Geopotential. Dennoch ist es nicht ganz Störungsfrei. Ein Kaltlufttropen zieht früh und am Vormittag aus Südwestdeutschland ab und überquert tagsüber die Alpen nach Norditalien. Die Schauer und Gewitter der Frühstunden über der Alb und Südbayern (vereinzelt Unwetterregenmengen) kommen damit zum Erliegen und ziehen bis zum Mittag südwärts ab. Es bleibt aber im Alpenvorland noch längere Zeit stark bewölkt oder trüb. Ansonsten stützt das hohe Geopotential eine zonale Hochdruckzone vom Nordatlantik bis zum Schwarzen Meer. Nach Auflösung regionaler Nebel- und Hochnebelfelder scheint oft die Sonne, neben lockeren Wolken und es bleibt niederschlagsfrei. Der Wind weht über der Mitte und dem Süden nur schwach, im Norden teils mäßig und an den Küsten frisch aus Südwest. Dort ist in der Nähe zur Frontalzone und zum Sturmtief über dem Nordmeer der Gradient erhöht und es sind einzelne Böen 7 Bft möglich. Die Temperatur steigt auf 18°C ganz im Norden und bis 24°C an der Weinstraße und am Oberrhein. In der Nacht zum Dienstag bleibt das hohe Geopotential in Form eines Höhenrückens über West- und Mitteleuropa zusammen mit der Bodenhochdruckzone für uns wetterbestimmend. Damit gibt es Grenzschichtwetter mit teils dichtem Nebel und Hochnebel. Nur in Bodennähe tritt im Bergland leichter Frost auf, sonst werden Minima von 9 bis 3°C erwartet. Im Norden hingegen nimmt die Bewölkung zu und hier und da regnet es in der zweiten Nachthälfte leicht. Ursache sind die Ausläufer des zum Nordkap ziehenden Sturmtiefs, die über Dänemark in der westlichen Strömung schleifen. Der Wind weht allgemein schwach, im Norden teils mäßig und an der See auch frisch mit exponiert einzelnen Böen 7 Bft aus Südwest bis West. Unter den Wolken ist es mit mehr als 10°C deutlich milder, als weiter südlich. Dienstag... kräftigt sich ein Höhenrückenanteil über dem Balkan, während ein Höhentief knapp nordwestlich der Iberischen Halbinsel langsam an die Frontalzone, bzw. einen Trog darin über GB andocken. Unser Kaltlufttropfen im Alpenraum ist weiter vorhanden und verlagert sich sogar wieder leicht nordwärts nach Vorarlberg. Die Höhenströmung bekommt dabei wieder eine leichte südwestliche Komponente. Die über Dänemark schleifende Kaltfront des zur Barentssee ziehenden Tiefs kommt durch Wellenbildung über der Nordsee kaum nach Süden voran, aber die Bewölkung im Vorfeld der Front überdeckt das Gebiet vom Emsland und der Deutschen Bucht bis nach Vorpommern. Vereinzelt kann es dabei leicht regnen. Im Tagesverlauf wird der Tiefausläufer langsam nordwärts gedrückt. Ansonsten hält sich insgesamt weiter Hochdruckeinfluss. Allerdings fällt der Druck auf der Trogvorderseite von Südwesten her und über Frankreich und der Biskaya formiert sich ein Tief. Mangels Hebung und in der trockenen Luft scheint nach Nebel meist die Sonne. Nur ganz im Süden ist es im Wirkungsbereich des Kaltlufttropfen wolkiger und im Allgäu sind einzelne Schauer und Gewitter mit Starkregen möglich. Die Zufuhr warmer Luftmassen setzt sich fort und in 850 hPa liegt die Temperatur zwischen 8°C im Norden und 13°C im Süden. Das bringt dann Anfang Oktober noch Höchstwerte zwischen 18°C ganz im Norden und 24°C in Süddeutschland. Der Druckgradient fächert durch den fallenden Bodendruck im Norden auf. Der Wind weht entsprechend auch im Küstenbereich nur noch schwach bis mäßig, in Böen höchstens frisch aus Südwest. Ansonsten ist es schwachwindig. In der Nacht zum Mittwoch fallen Druck und Geopotential langsam weiter. Am Wetter ändert sich aber noch nicht viel. Die Wolkendecke im Norden wird mit der zunehmenden Südströmung etwas nach Norden geschoben, so dass die Nebelgefahr in Teilen Norddeutschlands zunimmt. Auch in der Mitte und im Süden gibt es gebietsweise Nebel bei Tiefstwerten zwischen 10°C im Norden und 3°C im östlichen Bergland. Im Küstenbereich ist es mit Werten um 12°C milder. Der KLT wird unterdessen zum Trog und bringt in Südbayern wenige Tropfen Regen. Mittwoch... verschärft sich der Trog über Westeuropa und greift auf die westliche Nordsee über. Die davor liegende Tiefdruckrinne weitet sich nach Deutschland aus mit Zentren über den Niederlanden und Dänemark. Im großen Warmsektor des Tiefs dauert die Advektion von subtropischer Luft nach Deutschland an. Hebung ist erstmal Mangelware, auch weil die Strömung zwischen dem nach Polen abziehenden Kaltlufttropfen/Trog und dem Trog im Westen über uns leicht antizyklonal aussieht. Zudem ist die Luft trocken, sodass sich am freundlichen, nach Nebel teilweise sonnigen Wetter in großen Landesteilen auch erstmal nichts ändert. Die Temperatur steigt auf maximal 20 bis 25°C, ganz im Norden gebietsweise etwas weniger. Das ändert sich im Tagesverlauf von Südwesten her. Die Luft wird feuchter, leicht instabil von den Lapse rates her war sie ohnehin, mit der Feuchte taucht nun aber auch etwas Cape auf. Die Annäherung des Troges bringt zudem leichte Hebung und im Westen und Südwesten in den Abendstunden Schauer und vereinzelte Gewitter. Dabei ist Starkregen nicht ausgeschlossen. Auch ganz im Norden und Nordwesten sind nahe der Warmfront die Wolkenanteile größer und etwas Regen möglich. Der schwache bis mäßige, meist südöstliche Wind spielt im Hinblick auf Warnungen keine Rolle. In der Nacht zum Donnerstag verlagert sich die Rinne nach Deutschland. Auf deren Rückseite stößt kalte Meeresluft (bis +2°C in 850 hPa) nach Süden vor, deren Vordergrenze von einer Kaltfront markiert wird, die die Westhälfte im Verlauf der Nacht überquert. Damit verbunden breitet sich schauerartiger Regen nach Nordosten aus, der Donnerstag früh wohl nur die Lausitz und Teile Bayerns ausspart. In den Regen können vereinzelte Gewitter eingelagert sein, die auch Starkregen bringen können. Auch mehrstündiger, nicht gewittriger Starkregen um 20 l/qm ist nicht ausgeschlossen und wird im ICON sowie in Teilen der Probabilistik leicht angedeutet. Der Wind dreht mit Passage der Kaltfront auf West bis Nordwest und frischt stark böig auf. Im Bergland und an der Nordsee sind steife Böen, exponiert stürmische Böen möglich. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren ähnlich. Unsicherheiten ergeben sich zunächst bei der Konvektion im Süden. Auch im Hinblick auf die Wetterumstellung ab Mittwoch ist das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner