SXEU31 DWAV 060800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 06.09.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: SW a, Übergang zu W z Kurzes Sommer-Comeback. Montag vor allem über dem süddeutschen Bergland, Dienstag im Südosten einzelne Gewitter, nachfolgend in Alpennähe Starkregengefahr, Unwetter nur wenig wahrscheinlich. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Sonntag... liegt Deutschland unter einem Zwischenhoch, das durch einen breiten Keil über der Nordsee gestützt wird. Nur der äußerste Nordosten Deutschlands wird noch durch einen Trog über Osteuropa leicht zyklonal beeinflusst. Für Schauer reicht es dort kaum noch, aber Windböen Bft 7 kommen noch bis gegen Mittag zustande, bevor auch dort der Gradient aufweicht und der Wind abflaut. In den anderen Gebieten ist der Wind ohnehin nicht warnrelevant. Abgesehen vom Norden und Nordosten, wo aufgrund der Nähe zur Frontalzone Wolkenfelder durchziehen, ist ansonsten nahezu ungehinderte Einstrahlung zu erwarten. Im Süden und Westen Deutschlands wird es hierdurch mit 23 bis 28 Grad noch einmal spätsommerlich warm. Ansonsten werden 18 bis 22 Grad erreicht. In der Nacht zum Montag verlagert sich das Hoch ins östliche Mitteleuropa. Der Höhenkeil, der dieses Hoch weiterhin stützt, überquert weitgehend das Vorhersagegebiet. Warmluftadvektion, die über Mittel- und Nordskandinavien ansetzt, bewirkt die Ausweitung dieses Keils nach Norden. Neben der Strömung in der unteren Troposphäre stellt sich auch mitteltroposphärisch eine südwestliche Strömung ein, die noch leicht antizyklonal geprägt ist. Ein darin eingelagerter vorlaufender Kurzwellentrog, der vor allem in höheren Troposphärenschichten ausgeprägt ist, erreicht bis Montagfrüh die Ardennen und Ostfrankreich. Vorderseitige Hebung kann ganz im Westen einzelne Schauer induzieren, ansonsten bleibt es noch trocken. Montag... nähert sich den Britischen Inseln ein Trog, der die vorderseitige südwestliche Strömung ein wenig aufsteilen lässt. Mit dieser Strömung gelangt feuchtlabile Luft in weite Teile Deutschlands. Der Gehalt an niederschlagbarem Wasser erreicht 30 bis 35 mm, dank Einstrahlung können sich 1000 bis 1500, im Süden bis über 2000 J/kg MU-CAPE aufbauen. Im Bodendruckfeld ist eine Konvergenz erkennbar, die auf den Nordwesten und Westen Deutschlands übergreift. Zudem sind in der südwestlichen Strömung kurzwellige Keil-Trog-Strukturen eingelagert, die über Deutschland hinweg nordostwärts gesteuert werden. Diese sind zu schwach, als dass sie einen nennenswerten Hebungsantrieb generieren können. Daher bedarf es für die Auslösung konvektiver Umlagerungen orografische Unterstützung. Diese ist am ehesten über dem süddeutschen Bergland gegeben, so dass sich dort sowie aus den Alpen heraus und mit geringer Wahrscheinlichkeit auch über dem zentralen Mittelgebirgsraum einzelne Gewitter entwickeln können. Allerdings wird die Auslösetemperatur nur mit Mühe erreicht; auch ist die Scherung schwach ausgeprägt, so dass es sich dabei um Einzel- oder Multizellengewitter handeln dürfte, die mit Hagel, Starkregen und Sturmböen einhergehen können. Unwetter sind eher unwahrscheinlich. Bemerkenswert ist, dass die Modelle hinsichtlich hoch reichender Konvektion noch sehr zurückhaltend sind. Ansonsten hält sich noch antizyklonaler Einfluss, wobei mittelhohe und hohe Wolkenfelder die Einstrahlung bereits etwas dämpfen. Da mit der südwestlichen Strömung Subtropikluft aus dem südfranzösischen Raum herangeführt wird, wird es mit 25 bis 29 Grad noch einmal spätsommerlich warm. In tieferen Lagen West- und Südwestdeutschlands sind Temperaturmaxima um 30 Grad zu erwarten. Lediglich in Küstennähe sowie im äußersten Osten liegen die Höchstwerte unter der 25 Grad-Marke. In der Nacht zum Dienstag greift der Trog auf die Britischen Inseln über, was über Mitteleuropa die Strömung weiter aufsteilen lässt. Bis gegen Mitternacht sind, getriggert durch einen nach Osten ablaufenden Kurzwellentrog, vor allem über dem süd- und südostdeutschen Bergland noch konvektive Umlagerungen vorstellbar, wobei es sich aufgrund der starken Deckelung dann um abgehobene Konvektion handeln dürfte. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hierfür nicht allzu hoch. Da die südwestliche Strömung zusehends flattert, können ausgangs der Nacht auf den Westen und Nordwesten Deutschlands einzelne Schauer übergreifen. Ansonsten bleibt es trocken, im Südosten klart es auf, dort können sich vereinzelt flache Nebelfelder bilden. Dienstag... rückt der über den Britischen Inseln liegende Trog noch etwas nach Osten vor, wodurch sich die vorderseitige südwestliche Strömung verstärkt und noch leicht aufsteilt. Die vorgelagerte Kaltfront erreicht bis zum Abend etwa die Linie Uckermark - Rhön - Südpfalz, ist aber von Kaltluftadvektion überlaufen und bringt hierdurch nur wenige Millimeter Niederschlag zustande. Interessanter ist, was in der vorgelagerten Luftmasse passiert. Diese ist noch feuchtlabil und weist annähernd die Parameter vom Vortag auf, wobei aufgrund der Bewölkung nicht mehr so viel CAPE generiert werden kann. Dennoch können sich bevorzugt über dem süd- und ostdeutschen Bergland sowie aus den Alpen heraus einzelne Gewitter entwickeln, die vor allem im Südosten aufgrund der dortigen relativ trockenen Grundschicht mit Böen bis Sturmstärke einhergehen können. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist jedoch relativ gering. Zudem machen Entrainmentprozesse hinter einer vorlaufenden Konvergenz der Konvektion alsbald den Garaus. Postfrontal fließt stabil geschichtete und trockenere Luft ein. Mit einer von der Nordsee her übergreifenden Kaltluftstaffel kommen im Nordwesten und ganz im Westen erneut Niederschläge auf, die auch hier nur wenige Millimeter Regen ergeben. Im Osten und Süden Deutschlands sind noch einmal Höchsttemperaturen zwischen 25 und 30 Grad zu erwarten. Ansonsten werden 19 bis 24 Grad erreicht, wobei im Nordwesten und Westen Deutschlands die 20 Grad-Marke kaum noch überschritten wird. In der Nacht zum Mittwoch schwenkt der Trog in die Nordsee, so dass Deutschland unter einer weiter aufsteilenden südwestlichen Strömung verbleibt. In der darin eingelagerten schleifenden Kaltfront läuft eine schwache Welle nach Nordosten ab, wodurch sich von Südwesten her die Niederschläge verstärken. Da in diesen Prozess noch Reste der über dem Südosten Deutschlands vorhandenen feuchtlabilen Luft einbezogen werden, können diese Niederschläge zumindest in der ersten Nachthälfte konvektiv durchsetzt bis hin zu eingelagerten Gewittern sein, vor allem aus den Alpen heraus ist daher mehrstündiger Starkregen nicht auszuschließen. Im Nordwesten Deutschlands macht sich mehr und mehr der auf die Nordsee übergreifende Trog bemerkbar. Das mit diesem Trog korrespondierende Bodentief intensiviert sich über der noch relativ warmen Nordsee. Hierdurch zieht der Gradient über dem Nordwesten Deutschlands an, so dass der Wind an der Nordseeküste mit Böen Bft 7, exponiert sowie über der offenen See mit stürmischen Böen, warnrelevant wird. Zudem setzt an der Nordsee eine rege Schauertätigkeit ein. In den anderen Gebieten, etwa von der Ostsee und von der Oder bis in den westlichen Mittelgebirgsraum hinein, macht sich kompensierendes Absinken bemerkbar, das durch Kaltluftadvektion verstärkt wird. Dort bleibt es niederschlagsfrei, teils klart es auf. Aufgrund des auch dort ein wenig zunehmenden Gradienten ist Nebel eher unwahrscheinlich. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann