SXEU31 DWAV 080800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 08.03.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: Übergang von SEa auf SWa Fortdauer des Frühlingswetters, ab Dienstag aber von Westen her mehr Wolken und örtlich Schauer und einzelne Gewitter, aber kaum Starkregen. Morgen Nachmittag im Schwarzwald und auf der Alb thermisch ausgelöste Gewitter möglich und kleinräumig Starkregen über 15 l/qm in kurzer Zeit nicht ausgeschlossen. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Sonntag... Großräumig werden weite Teile Mitteleuropas von einem mächtigen Höhenrücken überdeckt, der bis Mittelschweden reicht und über der westlichen Mitte Deutschlands ein Höhenhochzentrum aufweist ähnlich wie im Raum Stockholm. Nach Südwesten wird der Rücken von einem hochreichenden Tief über Spanien, das im Bodendruckfeld nur schwach ausgeprägt ist, flankiert. Eine Schwachstelle des Rückens in Form eines kleinräumigen Randtroges mit Höhentief befindet sich westlich von Jütland über der Nordsee und schwenkt bis zum Abend nach Südnorwegen, so dass die nördliche Höhenantizyklone nach Litauen abgedrängt wird. In der unteren Troposphäre befindet sich die Hochdruckzone auf der Vorderseite des Rückens und erstreckt sich von der nördlichen Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Dieses Hoch bestimmt mit seiner schwachgradientigen Westseite das Wetter im größten Teil Deutschlands. Lediglich der äußerste Norden Deutschlands wird von dem Randbereich des Troges beeinflusst mit dichter Bewölkung und örtlich etwas Regen, wobei die Mengen sich meist um 1 mm bewegen oder darunter bewegen. Am Nachmittag lockert die Bewölkung von Süden her auf. Im übrigen Deutschland scheint nach Auflösung einzelner Nebelfelder die Sonne und es ist trocken. Die Höchstwerte erreichen heute frühlingshafte Werte zwischen 15 Grad in Ostholstein und 20 Grad im Rheinland. Lediglich im Küstenumfeld ist es mit 9 bis 14 Grad deutlich kühler. In der Nacht zum Montag ändert sich nichts Grundsätzliches. Der nördliche Teil des Hochs wird abgebaut, während der südliche Teil sich im Bereich der Ukraine kräftigt auf über 1035 hPa. Restliche Wolken im Norden ziehen nach Skandinavien ab, so dass ganz Deutschland im Bereich trockener Luft liegt, in der sich dennoch durch die kräftige Abkühlung vor allem im Süden und im Mittelgebirgsraum Nebelfelder bilden können. In der Südosthälfte tritt gebietsweise leichter Frost auf, sonst meist nur Bodenfrost. Die Spanne der Tiefstwerte liegt meist zwischen -3 Grad örtlich in Franken und +5 Grad im Rheinland und auf einigen Nordseeinseln. Montag... liegen wir am westlichen Rand einer Hochdruckzone mit Scherpunkt an der nördlichen Küste des Schwarzen Meeres. In der Höhe bleibt der mächtige Potentialrücken über Mittel- und Osteuropa wetterbestimmend, wobei es vom nordwestlichen Balkan bis nach Ostdeutschland eine Schwachstelle in Form einer flachen Potentialrinne gibt, die aber aufgrund trockener Luft keine Wetterwirksamkeit zeigt. Die Strömung in der unteren Troposphäre dreht eher von Südost auf Süd, im Westen und Südwesten sogar auf West (850 hPa) auf West und so kommt nicht nur sehr milde, sondern zunehmend auch feuchtere und damit instabile Luft nach Südwestdeutschland. PPW steigt auf 12 bis 17 mm und es wird tagsüber etwas Cape (örtlich über 100 J/Kg) aufgebaut. Alles noch auf sehr moderatem Niveau, dennoch erscheinen im südwestdeutschen Bergland (Schwarzwald, Alb) am Nachmittag ein paar Schauer möglich. Ob es zu den in einigen Modellen (ICON-D2, IFS) angedeuteten Gewittern reicht, bleibt fraglich. ICON-D2 simuliert sogar kleinräumig Starkregen über 20 l/qm, was als gering wahrscheinlich angesehen wird, da die Schauer und Gewitter nur sehr langsam ziehen (um 5 kt Zuggeschwindigkeit). Alles in allem setzt sich aber das freundliche, tagsüber ungewöhnliche milde und trockene Frühlingswetter fort. Die Temperaturen ändern sich kaum. In der Nacht sind im Südosten einzelne Schauer möglich, gestützt durch ein kleines Höhentief über dem Erzgebirge, das zur oben angesprochenen Potentialrinne gehört. In den Nordwesten kann mit Winddrehung auf Nordwest, hinter einem Bodentrog, wieder feuchte Luft mit tiefer Bewölkung von der Nordsee her eindringen. In den anderen Gebieten ist es anfangs klar und später kann sich stellenweise Nebel bilden bei örtlich leichtem Frost oder zumindest Bodenfrost. Der Wind ist nur schwach und dreht im Norden auf West. Ansonsten kommt er aus unterschiedlichen Richtungen. Dienstag... Die Wetterlage stellt sich um: Das kleine, nunmehr über Polen liegende Höhentief dockt an die über Skandinavien liegende Frontalzone an und zieht als Trog zum Baltikum. Gleichzeitig schwenkt ein flacher Höhenkeil vom westlichen Deutschland nach Ostdeutschland und von Westen nähert sich von England und Frankreich ein Höhentrog, so dass etwas Hebung aufkommt. Vor dem Trog befindet sich die schwache Kaltfront eines Tiefs am Nordkap, die am Nachmittag den Westen Deutschlands erreicht. Im Zuge dessen steigen die PPWs im Westen auf 15 bis 20 mm und es entwickelt sich örtlich über 100 j/Kg ML-Cape. Damit bilden sich vor allem am Nachmittag im Westen Deutschlands Schauer und einzelne kurze Gewitter, wobei die Starkregengefahr durch die etwas zunehmende Zuggeschwindigkeit (10 bis 20 kt) nur sehr gering ist. Im Südwesten ist die Labilität etwas schwächer, da hier die Luft nicht ganz so feucht ist. Letztlich kann im Schwarzwald und über der Alb aber ein kurzes Gewitter nicht ganz ausgeschlossen werden. So gibt es aber vor allem im Osten und Süden noch einiges an Sonnenschein und lediglich im Nordseeküstenbereich und in Schleswig-Holstein lässt sich die Sonne nur sporadisch blicken. Es wird zwar wegen der Wolken gebietsweise etwas kühler, aber mit 14 bis 19 Grad bleibt es dennoch sehr mild. Nur im Küstenbereich und in Schleswig-Holstein ist es mit 8 bis 13 Grad eher kühl. Der Wind bleibt trotz der zunehmenden Zyklonalität meist nur schwach und kommt aus Südwest bis Süd. Bei Schauern lebt er indes böig auf. In der Nacht zum Mittwoch schwenkt der oben erwähnte Trog nach Benelux, schwächt sich aber durch einen zu den Britischen Inseln schwenkenden kräftigen Randtrog ab. Dennoch werden im Nordwesten (ICON-EU) und in der Mitte (IFS) noch einzelne Schauer simuliert. Vor allem nach Osten und Südosten hin ist der Himmel aber längere Zeit klar, so dass es hier gebietsweise Bodenfrost gibt und vor allem in Südostbayern auch Luftfrost sowie Nebel. Ansonsten ist es mit Tiefstwerten zwischen 8 und 3 Grad milder. Der Wind weht meist nur schwach aus südlichen Richtungen. Modellvergleich und -einschätzung Die externen Modelle simulieren allesamt bis Mittwochfrüh die Umstellung der Wetterlage auf Südwest. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Olaf Pels Leusden