SXEU31 DWAV 090800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 09.09.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: W z, Übergang zu B M Heute an der Nordsee kurze Gewitter mit stürmischen Böen, in Alpennähe teils mehrstündiger Starkregen. Mittwoch und Donnerstag wahrscheinlich keine markanten Wettergefahren. Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Mittwoch... liegt Deutschland an der Vorderseite eines Troges, der von Skandinavien über die Nordsee und Westfrankreich hinweg bis zur Iberischen Halbinsel reicht. Die vorderseitige Kaltfront hat bereits den Nordosten Deutschlands überquert, ohne dort wesentlich wetterwirksam zu sein. Diese Front hängt aber im Südosten leicht schleifend zurück und wird dort durch den sich annähernden Trog aktiviert. Da dort die präfrontal vorhandene feuchtlabile Luft noch nicht ganz ausgeräumt ist, sind im Südosten und dort hauptsächlich südlich der Donau noch länger andauernde Niederschläge zu erwarten, die schauerartig verstärkt sind; auch einzelne eingelagerte Gewitter sind dabei vor allem nach Osten hin nicht auszuschließen. Dabei besteht Gefahr von mehrstündigem Starkregen um 30 mm innerhalb weniger Stunden. Am wahrscheinlichsten ist dies vom Allgäu sowie aus den Alpen heraus bis etwa zum Inn. Mit dem Übergreifen des Troges auf Deutschland wird die Kaltfront nach Osten herausgedrückt, so dass die Niederschläge ab dem späteren Nachmittag in Bezug auf Starkregen nicht mehr warnrelevant sind und zum Abend hin allmählich nachlassen. Mit dem Übergreifen des Troges rückt eine weitere Region in den Fokus. In diesem Falle der Nordwesten und Norden Deutschlands. Da sich der Trog auch im Bodendruckfeld abzeichnet, legt der Gradient zu. Bis ins nordwestliche und nördliche Binnenland hinein wird der Wind mit Böen Bft 7 warnrelevant. Auf dem Brockenplateau erreicht der Wind in Böen Sturmstärke. Zudem wird im Bereich des übergreifenden Troges im Nordwesten und ganz im Norden die Schichtung merklich labiler. Ein paar hundert J/kg MU-CAPE können sich aufbauen; der Gehalt an niederschlagbarem Wasser erreicht 20 bis 25 mm, so dass sich vor allem an der Nordsee und im nördlichen Schleswig-Holstein und mit geringerer Wahrscheinlichkeit auch bis ins nordwestliche Binnenland hinein kurze Gewitter entwickeln. Diese können durchaus mit stürmischen Böen Bft 8 einhergehen; bei wiederholten Ereignissen ist auch Starkregen um 15 mm nicht ganz auszuschließen. In den anderen Gebieten, d.h. in einem breiten Streifen vom Westen Deutschlands bis zur Oder und Neiße, entfaltet Kaltluftadvektion ihre volle Wirkung. Nennenswerte Niederschläge sind nicht zu erwarten, vielmehr stellen sich von Nordwesten und Westen her größere Auflockerungen ein. Gegenüber den Vortagen gehen die Temperaturen spürbar zurück, so dass nur noch 18 bis 23 Grad zu erwarten sind. Bei länger andauerndem Regen in Alpennähe sind nur Maxima um 15 Grad möglich. In der Nacht zum Donnerstag überquert der Trog auch den Nordosten Deutschlands. Der südliche Teil des Troges schwenkt ins westliche Mittelmeer. Von Frankreich weitet sich ein Hochkeil in den Süden Deutschlands aus, wodurch die Niederschläge an den Alpen bereits in der ersten Nachthälfte weitgehend nachlassen. Dies trifft auch für die Schauertätigkeit ganz im Norden zu. Für Gewitter reicht es nicht mehr, letzte Schauer sind ausgangs der Nacht noch an der Nordsee unterwegs. Zudem flaut der Wind ab, in der ersten Nachthälfte ist dies an der Nordsee der Fall, an der Ostsee sind bis in die Frühstunden noch Windböen Bft 7 vorstellbar. In den anderen Gebieten macht sich der Hochkeil mit Absinken bemerkbar; verbreitet klart es auf. Bei klarem Himmel stellen sich einstellige Temperaturminima ein. Örtlich können sich zudem flache Nebelfelder ausbilden. Donnerstag... weitet sich das Hoch weiter nach Osten aus, so dass sich eine Hochbrücke ergibt, die vom Azorenraum über Mitteleuropa hinweg bis in die Schwarzmeerregion reicht. Diese Brücke wird durch einen Keil gestützt, der sich von der Nordsee über Norwegen hinweg bis nach Lappland erstreckt. Der zuvor wetterbestimmende Trog ist bis dahin ausgetropft, das resultierende Höhentief ist über dem Baltikum zu finden. Im Randbereich des korrespondierenden Bodentiefs, das mit seinem Kern nördlich von Gotland liegt, lässt der noch vorhandene Gradient an der Ostseeküste den Wind mit Böen Bft 7 noch einmal etwas aufleben, bevor ab dem Nachmittag mit der weiteren Ostverlagerung des Bodentiefs der Gradient auseinandergezogen wird und der Wind somit dann nicht mehr warnrelevant ist. Absinken im Bereich der Hochbrücke sorgt im Westen und Süden abseits der Alpen für längere sonnige Abschnitte. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle wird die Einstrahlung noch durch Sc-artige Wolkenfelder gedämpft, die von der Nordsee übergreift. Unmittelbar an den Alpen hält sich mehrschichtige Bewölkung, die aus der regen Tiefdrucktätigkeit südlich der Alpen resultiert. Gegenüber heute ändern sich die Temperaturen nur unwesentlich. In der Nacht zum Freitag nähert sich von der Nordsee her ein relativ schwacher und breiter Trog. Vorderseitig zieht im Nordwesten und ganz im Westen mehrschichtige Bewölkung auf, wahrscheinlich ohne dass bereits wieder Niederschlag fällt. Ansonsten klart es verbreitet auf. Die Luftdruckgegensätze sind gering, so dass sich stellenweise flache Nebelfelder bilden können. Unter Wolken und im Küstenbereich sind zweistellige Temperaturminima zu erwarten, ansonsten kühlt es sich auf 9 bis 4 Grad ab. Freitag... greift der Trog nebst vorgelagertem und mittlerweile okkludiertem Frontensystem auf Deutschland über. Für schauerartige und meist geringe Niederschläge reicht es allenfalls im Nordwesten Deutschlands, an der Nordsee kann der auf Nordwest drehende Wind mit Böen Bft 7 auffrischen. Ansonsten hält sich im Bereich der o.g. Hochbrücke antizyklonaler Einfluss. Vom Südwesten bis in den Osten hinein stellen sich erneut längere sonnige Abschnitte ein. Gegenüber den Vortagen erfolgt ein leichter Temperaturanstieg. In tieferen Lagen Südwestdeutschlands werden dann wieder 25 Grad erreicht. In der Nacht zum Samstag verlagert sich der Trog nach Polen, gefolgt von einem breiten Rücken, der sich von der Biskaya in Richtung Nordsee erstreckt und sich von dort bis nach Mittelskandinavien ausweitet. Hiervon profitiert die wetterbestimmende Hochbrücke, die sich durch Druckanstieg über Mitteleuropa regeneriert und sich bis zur nördlichen Ukraine erstreckt. Geringe Niederschläge sind mit Passage des sich weiter abschwächenden Frontensystems noch in Küstennähe vorstellbar, ansonsten bleibt es trocken. Aufgrund der fortschreitenden Austrocknung der Luftmasse ist die Nebelneigung nur gering. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die vorliegenden Modelle stützen dien oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann