SXEU31 DWAV 141800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Freitag, den 14.08.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Ab Samstag in der Nordwesthälfte sowie über den Bergen im Südwesten einzelne starke Gewitter bei geringer Unwettergefahr. Am Sonntag zunächst vom Südwesten über die Mitte bis zur Lausitz, später dann nur noch im Süden Deutschlands lokale Gewitter, teils mit Starkregen, kleinem Hagel und Sturmböen. Isolierte Unwetter nicht ganz ausgeschlossen. Am Montag nur noch vom Südschwarzwald bis nach Südostbayern Gewittergefahr. Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... Kommende Nacht wandert der bisher wetterbestimmende Höhenrücken über Polen langsam weiter nach Osten. Der Trog schwenkt über Großbritannien hinweg ostwärts und weitet sich dabei nach Süden aus, womit auch bei uns das Geopotential allmählich etwas zurückgeht. Wellentief ´Margarete´ bildet derweil einen ausgeprägteren Kern über Skandinavien, während die davon ausgehende Bodenrinne weiter ostwärts schwenkt und bis zum Morgen in etwa eine Linie von Westmecklenburg bis Südwestdeutschland erreicht. Am westlichen Rand dieser Rinne erreicht uns weniger warme, aber auch zunehmend feuchte Luft. Insbesondere westlich unseres Landes und über der Nordsee wird auch etwas abgehobene Konvektion simuliert (oberhalb 3000 m), wobei kaum Regen am Boden ankommen sollte. Nicht ganz ausgeschlossen ist es aber, dass vom Emsland bis zur Nordsee ein paar Tropfen ankommen, was der aktuelle ICON-D2-Lauf zeigt und ein Gewitter dort ist nicht ganz ausgeschlossen. Auch im Südwesten soll es in hochbasiger Quellbewölkung etwas Konvektion geben, dort dürfte es noch etwas schwieriger werden, dass der Regen den Boden erreicht. Ansonsten verläuft die Nacht noch überwiegend klar oder gering bewölkt. In der trockenen Luft kann es dann insbesondere im Osten und Süden teils wieder auf 16 bis 9°C abkühlen, während es im Westen meist Tiefstwerte zwischen 20 und 15°C gibt. Insbesondere in Kuppenlagen und in den Städten werden Tropennächte mit 23 bis 20°C erwartet. Samstag ... schwenkt die Achse des Troges über die Nordsee und erreicht am Abend Belgien, was vor allem in 300 hPa zu sehen ist. Im Vorfeld dazu schwenkt die Rinne über den Norden und Osten Deutschlands hinweg, während sich über dem Süden eine sehr unübersichtliche Druckkonstellation ergibt. In den Nordwesten weitet sich allmählich schon der Keil des Azorenhochs aus, so dass dort ein etwas stärkerer Gradient entsteht, der nördliche Winde mäßig bis frisch aufleben lässt. Im Süden kommt der Wind dagegen schwach aus unterschiedlichsten Richtungen. Die Kaltfront greift auf das Emsland über und überquert im Tagesverlauf fast die gesamte Nordwestwesthälfte Deutschlands, so dass dort immer weniger warme Luft einfließt. Bis zum Abend geht die 850-hPa-Temperatur über der Nordsee schon auf 10°C zurück. Im Osten weitet sich die 20°C-Isotherme in 850 hPa bis fast nach Berlin aus, von dort bis in den Südwesten werden es allgemein 20 bis 22°C in diesem Niveau. Dort kann es bei strahlendem Sonnenschein wieder vielfach 35 bis 38°C heiß werden, der Hitzeschwerpunkt liegt dann voraussichtlich am Untermain, am Oberrhein und in den Niederungen Mitteldeutschlands. Im Alpenvorland werden es um 33°C. In den Nordwesten gelangt dagegen neben kühlerer Luft auch deutlich feuchtere Luft, so dass es dort zu mehr Wolkenbildung kommt. In der Grenzschicht steigt die spezifische Feuchte auf 12 bis 13 g/kg an, die ppw's erreichen 35 bis 40 l/qm. Insbesondere von Nordwesten her geht aber auch die Labilität deutlich zurück, so dass sich nur vereinzelt 500 J/kg aufbauen kann. Im Nordwesten gibt es dann in der deutlich feuchteren Luft örtlich leichte schauerartige Regenfälle, die vielleicht mal von Gewittern durchsetzt sind. Etwas interessanter könnte es in einem Streifen vom Westen bis in den Osten werden, also im Vorfeld der Kaltfront, wo etwas CAPE (meist 100 bis 300 J/kg) und etwas Scherung (hochreichend 10 m/s) zusammenkommen. Hier muss sich aber erst noch etwas Feuchte ansammeln, denn anfangs ist es dort sehr trocken. Am Spätnachmittag und zum frühen Abend könnten sich aber einzelne hochbasige Gewitterzellen bilden, die vielleicht mal örtlichen Starkregen (schwache Hinweise von ICON-D2), kleinkörnigen Hagel, aufgrund der hochreichend gut durchmischten Grenzschicht mit nennenswertem CAPE aber durchaus Sturmböen oder schwere Sturmböen bringen können. Auch über dem südwestlichen Bergland könnte es einzelne Gewitter geben, dort könnten bei geringeren Zuggeschwindigkeiten und ebenso hohen Basen Starkregen und schwere Sturmböen im Fokus stehen. Unwetter bezüglich Starkregen erscheinen zumindest sehr kleinräumig nicht ganz ausgeschlossen. Von flächendeckenden Regenfällen bleiben wir weit entfernt. Die Höchsttemperaturen erreichen im Nordwesten in der kühleren Luftmasse und bei etwas mehr Wolken dann meist nur noch 25 bis 30°C, an der Nordsee bei jetzt wieder auflandigem Wind teils nur um 20°C. In der Nacht zum Sonntag zieht die Tiefdruckrinne nach Polen ab. Während sich im Norden der schwache Azorenhochkeil, gestützt durch Kaltluftadvektion weiter durchsetzt, verbleibt im Süden ein Tiefdrucksumpf. In den nördlichen Landesteilen kommt der meist schwache Wind aus Nordwest bis Nord. Die Kaltfront kommt damit langsam weiter südwärts voran und erreicht bis zum Morgen eine Linie von der Lausitz bis zur Pfalz. Der oben erwähnte Trog schwenkt ostwärts und erreicht bis 06 UTC etwa eine Linie Holstein Oberfranken (300 hPa) und aktiviert die Kaltfront etwas. An der Kaltfront kommt es dann vor allem in einem Streifen von Rheinland-Pfalz bis nach Brandenburg und Nordsachsen örtlich zu schauerartigem Regen. Bei nur wenig CAPE reicht es nur vereinzelt zu zunehmend abgehobenen Gewittern. Somit dürfte die Böengefahr in der Nacht rasch abnehmen, auf einzelne 7er bis 8er sollte man aber noch vorbereitet sein. Auch örtlicher Starkregen ist nicht ausgeschlossen, nach ICON-D2 ist dieser aber unwahrscheinlich. Rückseitig der Kaltfront bleibt es im Nordwesten ziemlich bewölkt, an der Nordsee kann es später leichte Schauer geben. Im Süden dürfte es in der Nacht weitgehend trocken bleiben, es ziehen aber zunehmend hohe und mittelhohe Wolken auf. Dort sowie in der ganzen Mitte werden Tiefstwerte von 22 bis 16°C erwartet, nördlich der Kaltfront kühlt es dagegen schon auf 16 bis 11°C ab. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC Sonntag ... Wie schon am Samstag gibt es auch am Sonntag kaum Änderungen zu der Prognose der alten Modellläufe von heute. Im Randbereich des Azorenhochkeils werden mit auch im Süden auf Nord bis Nordwest drehender Strömung Kaltfront und feuchte Luft weiter nach Südosten gedrückt. So betreffen Schauer und Gewitter zunächst die Mitte und den Süden Ostdeutschlands sowie Rheinland-Pfalz, am Nachmittag und Abend dann auch zunehmend den Südosten, wobei die Starkregengefahr etwas ansteigt. In der Nacht zum Montag soll ein weiterer Trog nach Deutschland schwenken und insofern kann die Kaltfront nochmals aktiviert werden. Dabei sollen schauerartige Regenfälle und Gewitter bei ICON-EU sogar nochmals bis in den Süden Thüringens vorankommen, aber ansonsten betreffen die Gewitter eher den Südosten, wobei auch mehrstündiger Starkregen fallen kann, was angesichts der Trockenheit auch willkommen wäre. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Bei ICON-D2-EPS gibt es morgen sehr unterschiedliche (Stark-)Regenschwerpunkte zwischen den einzelnen Läufen, der Medianwert liegt nahe bei null. Bei dieser Wetterlage ist aber sowieso Nowcasting angesagt, da die Signale für eine Vorabinformation Unwetter viel zu gering sind. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Olaf Pels Leusden