SXEU31 DWAV 170800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 17.03.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: BM Tendenz zur Wetterberuhigung. Am Mittwoch im Südwesten stark böiger Wind mit Sturmböen in den Hochlagen. Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Dienstag... kräftigt sich ein Höhenrücken, der weite Teile West- und Südwesteuropas überdeckt und der im Tagesverlauf auch seinen Einfluss in Skandinavien stärkt. Ihm steht tiefes Geopotential über dem östlichen Mitteleuropa und Osteuropa gegenüber, wobei ein abgeschlossenes Höhentief von Westpolen/Tschechien allmählich bis zur Adria wandert. Über Deutschland hat dies eine nördliche Höhenströmung zur Folge, die sich mit der Verlagerung des Höhentiefs und dem Geopotentialanstieg über der Westhälfte zusehends abschwächt. Über dem Nordatlantik liegt weitgehend ortsfest ein zweikernige Tiefkomplex, dessen langgestreckter und gebogener Frontenzug vor der Küste Norwegens nach Südwesten abbiegt und dann über die Britischen Inseln hinweg in ein sich formierendes Tief westlich der Iberischen Halbinsel mündet. Auf der Ostflanke des Frontenzuges wird Warmluft advehiert, die in der aktuellen TKB auch mit einer abgesetzten Warmfront gekennzeichnet ist. Diese Warmfront erstreckt sich am Vormittag von der Nordsee bis zu den Alpen, sie hat aber Problem nach Osten voranzukommen, da sie gegen ein sich kräftigendes Hoch im Bereich zentrale Ostsee/Baltikum/Polen anläuft. Das steigende Geopotential und das zunehmend blockierende Hoch sorgen bezüglich der Wetter- und insbesondere Regenaktivität im Tagesverlauf für eine Abschwächung (An den Alpen fällt bei einer ansteigenden Schneefallgrenze oberhalb von etwa 600 bis 800 m, später teils auch nur noch über 1000 m Schnee, dabei können sich im Tagesverlauf durchaus nochmal 5 bis 10 cm Neuschnee akkumulieren, in Staulagen kann es auch etwas mehr sein). Abgesehen vom Schnee an den Alpen reden wir von sehr geringen Niederschlägen, meist fällt am Vormittag in der Westhälfte unter 1 mm, der Nachmittag ist dann schon weitgehend trocken. Die Wolken der Warmfront sorgen aber von der Nordsee und Schleswig-Holstein bis in den Süden für einen trüben Wettercharakter, immerhin werden im Tagesverlauf die Chancen auf Wolkenlücken etwas größer. In die Gebiete von der Ostsee bis zum Erzgebirge und nach Ostbayern kommt die Front nicht voran, dort sorgt der zunehmende Hochdruckeinfluss für viel Sonne. Im Gegensatz zur Situation in der Höhe setzt sich niedertroposphärisch zunehmend eine östliche bis südliche Strömung durch (östlich tendenziell südlich der Divergenzachse des Hochs, die etwa vom Oderbruch bis zur Mosel verläuft, nördlich derselben gibt es dann eher südliche Winde). Damit ist auch eine Milderung verbunden. Die Temperaturen steigen verbreitet auf 11 bis 14 Grad, am Oberrhein auch knapp über 15 Grad, im Dauergrau an den Alpen sowie in einigen Mittelgebirgen werden es nur 7 bis 10 Grad. In der Nacht zum Mittwoch nimmt der sich weiter verstärkende Höhenrücken in seinem Nordteil eine zunehmend zonale Ausrichtung an und weitet sich bis zum Baltikum aus. Das Cut-Off-Höhentief zieht dagegen Richtung Mittelitalien, so dass sich vor allem über dem Süden Deutschlands eine ostnordöstliche Höhenströmung einstellt. Beständiges Absinken stärkt den nach Mitteleuropa gerichteten Bodenhochkeil, während der Druck über dem westlichen Mittelmeerraum tendenziell sogar etwas fällt. Vor allem über Südwestdeutschland führt das zu einer Gradientverschärfung und orographisch getriggert frischt der Wind dort aus östlichen Richtungen auf (Bise). Im Hochschwarzwald kann es bereits erste Sturmböen geben. Ansonsten klart der Himmel vielerorts auf, lediglich im Westen und Nordwesten halten sich noch Restwolken der Warmfront. Auch in den Südosten wird eventuell etwas Bewölkung reingedrückt, die dem Höhentief weiter südlich geschuldet ist. Die deutsche Modellkette simuliert etwas abgesetzt vom östlichen Alpenrand sogar sehr geringen Schneefall (T850 um -4 Grad), steht mit dieser Meinung aber aktuell alleine da. Ansonsten klart es aber vielerorts auf, und somit steht eine recht frische Nacht ins Haus. Außer im Westen und Nordwesten kann es vielerorts leichten Frost geben, lokal ist auch mäßiger Frost bis -6 Grad nicht ausgeschlossen, bodennah geht es noch etwas tiefer runter und stellenweise bildet sich auch Nebel. Mittwoch... etabliert sich aus dem nördlichen Teil des Höhenrückens eine eigenständige Höhenantizyklone, die mit ihrem Schwerpunkt vom Süden der Britischen Inseln bis zur westlichen Ostsee reicht, während das Höhentief noch ein wenig von Mittel- nach Süditalien vorankommt. Im Bodenfeld bleibt die mittlerweile vom Ural bis ins westliche Mitteleuropa reichende Hochdruckzone unverändert stabil und kräftig. Während an deren Nordflanke zeitweise hohe und mittelhohe Wolkenfelder über den äußersten Nordwesten und Norden Deutschlands ziehen (die zur am Vortag noch über den Britischen Inseln verlaufenden Frontalzone gehören), scheint ansonsten in weiten Teilen des Landes die Sonne von einem teils wolkenlosen Himmel. Lediglich in den Südosten kann ebenfalls weiterhin dichtere Bewölkung vordringen, die dem Höhentief über Italien geschuldet ist. Es sollte aber auch dort weitgehend trocken bleiben. An der Süd- bzw. Südwestflanke des Hochs verschärft sich allerdings der Gradient über Südwestdeutschland noch etwas und entsprechend frischt der Wind aus Ost weiter auf, was im Tagesverlauf durch die moderate Konvektion noch etwas getriggert wird. Von bayrisch Schwaben und dem Hochrhein bis zum Hunsrück gibt es recht verbreitet steife, exponiert auch stürmische Böen, im Hochschwarzwald und in den Hochlagen der Alb Sturmböen, auf dem Feldberg und der Hornisgrinde nach MOSMIX auch schwere Sturmböen, wobei der Höhenpunkt der Windentwicklung am späten Vormittag und Mittag zu erwarten ist. Bei 850 hPa-Temperaturen zwischen knapp über 0 Grad am östlichen Alpenrand und +5 Grad im Westen steht ein gebietsweise sehr milder Tag ins Haus. Im Rheinland erreichen die Höchsttemperaturen Werte um 17 Grad, meist sind es 13 bis 16 Grad, südlich der Donau (und an den Küsten) nur 9 bis 13 Grad. In der Nacht zum Donnerstag schwenkt ein breit angelegter Höhentrog vom Nordmeer Richtung Skandinavien, wodurch die Höhenantizyklone etwas nach Westen abgedrängt wird. Der von dort aus nach Osten gerichtete Höhenkeil bleibt aber noch robust, ebenso die Hochdruckzone im Bodenfeld, die sich nur langsam abschwächt. An deren Nordflanke können nach wie vor über den Norden Deutschlands lockere Wolkenfelder hinwegziehen, die je nach Modell auch bis zur Mittelgebirgsschwelle vorankommen, während im Südwesten der Gradient den Prozess des langsamen Aufweichens aus dem Nachmittag und Abend heraus weiter fortsetzt und in der Folge der Wind im Südwesten allmählich abflaut. Ansonsten verläuft die Nacht wettertechnisch ruhig, vielerorts bleibt es gering bewölkt oder klar. Dann muss - abgesehen vom Westen - wieder mit leichtem Frost und örtlich mit Nebel gerechnet werden, Glätte sollte kein Thema sein. Donnerstag... und in der Nacht zum Freitag wird die nunmehr im Bereich der Irischen See moderat nach Westen driftende Höhenantizyklone von einem Höhenrücken aufgefangen, der zonal vom Nordwest- zum Nordostatlantik ausgreift. Im Zuge des damit verbundenen Geopotentialanstieges steigt bodennah der Druck, es bildet sich über Großbritannien und der Nordsee ein markantes Hochdruckgebiet aus, dessen Schwerpunkt ausgangs der Nacht zum Freitag über der südlichen Nordsee zu finden sein soll. Die zu Tagesbeginn noch über Dänemark verweilende Frontalzone kommt mit der Ausbildung des Hochs und der damit über Norddeutschland auf nordwestliche, später sogar auf nördliche Richtungen drehenden Strömung nach Süden voran und erreicht bis zum Freitagmorgen eine Linie vom Münsterland bis zur Lausitz. Während es am Tage aber nur in Schleswig-Holstein ein paar Tropfen geben kann, greifen in der Nacht die geringen Regenfälle weiter nach Süden aus, wobei sich die Modelle bezüglich der Verteilung noch nicht einig sind. ICON-EU simuliert über der Nordhälfte doch relativ flächendeckend geringen Regen oder Nieselregen, IFS und GFS beschränken den Regen dagegen auf den Nordosten. Da die Front nur langsam auf Deutschland übergreift und erst in der Nacht ihre Wirkung entfaltet, wird auch der Donnerstag nochmal allgemein sonnig, mit ersten dichteren Wolken im Küstenbereich. Der Gradient über dem Südwesten zieht weiter auf, letzte warnwürdige Böen sollte es nur noch bis in den Vormittag hinein auf den Schwarzwaldgipfeln geben. Die Höchstwerte bewegen sich in einer Spanne von etwa 12 Grad am Alpenrand und an den Küsten und bis 18 Grad im Westen. In der Nacht zum Freitag sinken die Werte auf meist 4 bis -4 Grad. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Insgesamt simulieren die Modelle die Abläufe sehr ähnlich. Geringe Unterschiede ergeben sich z. B. bezüglich der Wolken (und eventuell sehr geringen Schneefälle) im Südosten in Verbindung mit dem Höhentief oder auch bezüglich der schwachen Regenfälle in der Nacht zum Freitag über dem Norden. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Martin Jonas