SXEU31 DWAV 181800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 18.10.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Zunehmender Hochdruckeinfluss, weitgehend ohne markante Wettergefahren. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt Deutschland an der Ostflanke eines Kaltluftkörpers, der sich von Mittelfrankreich hinweg allmählich in Richtung Bretagne verlagert. An dessen Nordflanke setzt sich ein Höhenkeil über Skandinavien hinweg ostwärts durch, das sich bis Montagfrüh in ein abgeschlossenes Höhenhoch über Südnorwegen umwandelt. Die Frontalzone ist weit im Norden zu finden und erstreckt sich von Neufundland knapp südlich an Island vorbei über Lappland hinweg nach Nordwestrussland. Durch dieses Höhenhoch wird ein ausgedehntes Bodenhoch über Südskandinavien und Karelien gestützt. Von diesem Bodenhoch ausgehend ist eine Hochbrücke über Schottland hinweg in das Seegebiet nördlich der Azoren gerichtet. An der Südflanke dieser Brücke bzw. dieses Hochs wird mit einer nordöstlichen bodennahen Windkomponente größtenteils kühle Luft herangeführt. Ageostrophisches Ausfließen lässt anfangs an der Küste den Wind noch mit Böen Bft 7 auffrischen. Tendenziell wird der Wind jedoch schwächer, so dass ausgangs der Nacht zum Montag an der Küste und selbst auf den Ostfriesischen Inseln kaum noch Windböen Bft 7 zustande kommen. Aktuell liegt der Fokus noch auf dem o.g. Kaltlufttropfen. Hebung, die durch einen umlaufenden Kurzwellentrog ausgelöst wird und durch Warmluftadvektion an dessen Ostflanke verstärkt wird, lässt im Westen Niederschläge aufkommen, die sich auf die Gebiete westlich des Rheins konzentrieren. Dort können noch einige, in Staulagen bis maximal 10 mm Regen zusammenkommen, bevor in der zweiten Nachthälfte mit der Verlagerung des Kaltlufttropfens nach Westen die Niederschläge nachlassen. In der Mitte und im Südosten können sich nach vorherigem Aufklaren Nebelfelder bilden. Dies wird sich jedoch auf die östlichen Landesteile und dort vor allem auf die Leelagen der Mittelgebirge beschränken. Montag ... kräftigt sich das blockierende, über Fennoskandien liegende Höhenhoch nebst korrespondierendem Bodenhoch. Kaltluftadvektion, die an der Vorderseite (hier Westflanke) eines sich von Polen nähernden Kaltlufttropfens einsetzt, sorgt für Absinken, so dass sich im Norden und vor allem im Nordosten Deutschlands längere sonnige Abschnitte einstellen. Ansonsten konzentrieren sich größere Auflockerungen, bedingt durch die nordöstliche, eher noch leicht zunehmende bodennahe Windkomponente, auf die Leelagen der Mittelgebirge. Der Wind aus Ost bis Nordost kann tagesgangsbedingt noch leicht auffrischen. Für warnrelevante Böen reicht es jedoch nur an den für diese Windkomponente anfälligen Küstenabschnitten und vielleicht für einige exponierte Berglagen, wobei die Wahrscheinlichkeit hierfür insgesamt nur gering ist. Dank Einstrahlung erfolgt im Westen ein leichter Temperaturanstieg auf Maxima um oder etwas über 15 Grad, wogegen sonst 10 bis 14 und im Bergland Werte um 8 Grad zu erwarten sind. In der Nacht zum Dienstag verlagert sich der von Polen kommende Kaltlufttropfen in den Nordosten Deutschlands; Warmluftadvektion lässt dort geringe Niederschläge aufkommen. Ansonsten bleibt es trocken und es klart verbreitet auf. Vor allem in den mittleren Landesteilen und dort besonders in windgeschützten Tallagen kann sich leichter Frost oder zumindest Frost in Bodennähe einstellen. Der vorherige Kaltluftkörper, der nach wie vor über der Biskaya liegt, interagiert mit einem auf den nahen Ostatlantik übergreifenden Trog. An der Vorderseite dieses dann lang gezogenen Kaltluftkörpers entwickelt sich eine flache Tiefdruckrinne; die vom Ärmelkanal über das Zentralmassiv bis zu den Balearen reicht. Hierdurch verstärkt sich zu dem dann über Westrussland liegenden Bodenhoch der Gradient, so dass der Wind sich kaum abschwächt und die Nebelbildung, abgesehen vielleicht von einigen windgeschützten Lagen Mittel- und Süddeutschlands, ansonsten weitgehend unterbunden wird. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC Dienstag ... wird der Kaltlufttropfen gemäß bodennaher Strömung zu den Dänischen Inseln gesteuert. Geringe Niederschläge, die aus rückseitiger Warmluftadvektion resultieren, zeichnen sich daher in Ostseenähe sowie in der Oder-Neiße-Region ab. Allerdings ist, was die Niederschlagsverteilung und die Regenmengen betrifft, die Entwicklung noch unsicher. Von Westen her nähert sich ein Trog, der aufgrund des darin einbezogenen einstigen Kaltluftkörpers eine Doppelstruktur aufweist. Dessen östlicher Teiltrog kommt bis Mittelfrankreich voran, vorderseitig dreht die Strömung auf Süd, was an und in den Alpen leichten Föhn aufkommen lässt. Für warnrelevante Böen reicht dieser jedoch nur in exponierten Gipfellagen, Auflockerungen sind jedoch bis ins alpennahe Vorland vorstellbar. Vorderseitige Hebung sorgt von Südwesten und Westen her für einen Wolkenaufzug, nennenswerte Niederschläge zeichnen sich jedoch nicht ab. Der Wind dreht auf Ost, im Norden auf Südost und ist daher an der See größtenteils ablandig, so dass Wind- und stürmische Böen auf die offene Nordsee beschränkt sind. Die Tagesshöchsttemperaturen erreichen 8 bis 13, in Rheinnähe sowie im alpennahen Vorland bis 15 Grad. In der Nacht zum Mittwoch läuft der Kurzwellentrog (einst der über der Bretagne liegende Kaltluftkörper) nach Nord-Nordost in die Nordsee ab. Vorderseitige Hebung lässt von Westen her bis auf die Mitte übergreifend vermehrt Niederschläge aufkommen, die zwar nicht warnrelevant sind, aber innerhalb 6 Stunden einige, in Staulagen auch um 10 mm ergeben können. Im Osten und Nordosten bleibt es wahrscheinlich noch trocken, im Lee der Mittelgebirge kann es aufklaren, so dass sich dort Nebelfelder bilden können. Leichter Frost oder Frost in Bodennähe ist auf Teile der Mitte und dort vor allem auf windgeschützte Tallagen der östlichen Mittelgebirge beschränkt. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Bis einschließlich Montag wird die oben beschriebene Entwicklung von allen verfügbaren Modellen gestützt. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten. Danach wird der sich von Polen nähernde Kaltlufttropfen unterschiedlich behandelt. Während ICON u8nd GFS eine vergleichbare Entwicklung zeigen, erwarten EZMW und UK10 eine 200 bis 300 km weiter südlich liegende Zugbahn, d.h. eine Verlagerung über Mitteldeutschland hinweg ostwärts. Mittwochfrüh sehen ICON und GFS diesen Kaltlufttropfen als Bestandteil des sich von Westeuropa nähernden Troges und somit als Teiltrog, der auf Südnorwegen übergreift. UK10 und EZMW lassen diesen Kaltlufttropfen ostwärts nach Nordpolen ziehen. Diese Modellunterschiede erklären auch dien Unsicherheiten der Niederschlagsverteilung am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann