SXEU31 DWAV 200800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 20.09.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: GWL NWz Heute im Norden und Nordosten stürmisch, mit einzelnen Gewittern Sturmböen. Am Montag nur noch im Nordosten, an der See und auf den Bergen stürmisch. Im Anschluss keine markanten Wettergefahren mehr. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Sonntag... überquert ein sich amplifizierender Trog mit seiner Achse Deutschland im Tagesverlauf. Flankiert wird dieser auf seiner Rückseite von einem kräftigen Jet in 300 hPa, der eine meridionale Orientierung von Nord nach Süd aufweist. Auf seiner Vorderseite schiebt der Trog eine Kaltfront von Nordwest nach Südost, die zu einem Bodentief über Skandinavien gehört. Nach Südwesten merkt man von der Änderung der Großwetterlage nicht viel. Die Kaltfront ist dort aufgrund der Nähe zum kräftigen Höhenhoch über Südwesteuropa kaum wetterwirksam. Mit der Kaltfront und rückseitig frischt der Wind deutlich auf. Das liegt nicht zuletzt an einem kräftigen Gradienten. Aufgrund der zunehmenden Labilisierung können die Höhenwinde von 40 bis 45 kn in 850 bis 925 hPa zum Teil nach unten gemischt werden. In der Nordhälfte ist ganz allgemein mit Windböen, mit Passage der Kaltfront und mit rückseitigen Schauern auch mit stürmischen Böen zu rechnen. Dies gilt besonders für den Norden und Nordosten des Landes. Vor allem im Norden und Nordosten sind die Luftmassen ausreichend labil, sodass auch einzelne Gewitter mit Graupel und Sturmböen auftreten können. An den Küsten sind allgemein stürmische Böen und Sturmböen zu erwarten. Auch auf den ostdeutschen Mittelgebirgsgipfeln sind Sturmböen zu erwarten. Im Süden bekommt man vom Wetterwechsel tagsüber noch nichts weiter mit. Dort gibt es bei viel Sonnenschein noch einmal einen Sommertag mit Spitzenwerten bis 27 Grad am Oberrhein. In der Nacht auf Montag erreicht die Kaltfront den Süden des Landes. Während nach Südosten noch etwas Regen fällt, bleibt es im Südwesten weitgehend trocken. Das liegt auch daran, dass sich der kräftige westeuropäische Rücken langsam ostwärts verlagert und damit auch über Deutschland das Geopotenzial steigt. In der Südhälfte bleibt als einziges Warnkriterium vereinzelt nächtlicher Nebel. Die Minima sinken dabei deutlich in den einstelligen Bereich. Postfrontal sind über der Mitte in Bodennähe bis 2 Grad möglich. Nach Norden und Osten bleibt es aufgrund von dichteren Wolken und weiterhin spürbarem Wind etwas milder mit 14 bis 10 Grad. Warnwürdig ist der Wind tagesgangbedingt nur noch im Küstenumfeld (Bft 7). Direkt an der See kann es auch Sturmböen geben (Bft 8/9). Dazu gibt es in der trogrückseitigen labilen Höhenkaltluft besonders im Norden und Nordosten weitere Schauer, vornehmlich an der Ostsee auch kurze Gewitter. Montag... amplifiziert sich der westeuropäische Rücken bis weit ins Nordmeer. Damit dreht die Höhenströmung vorderseitig von Nordwest fast auf nördliche Richtungen. Nach Deutschland werden dadurch kühle Luftmassen herangeführt. Im Nordosten liegen die 850-hPa-Temperaturwerte unter 5 Grad, an der Grenze zu Frankreich um 10 Grad. Damit ergibt sich auch auf Augenhöhe ein Temperaturkontrast zwischen dem Nordosten und dem Südwesten. Während bei viel Sonne im Südwesten die Maxima es entlang des Rheins über die 20-Grad-Marke schaffen, werden auf Rügen bei zeitweiligem Sonnenschein nur 16 Grad erreicht. Dazwischen dominieren nach freundlichem Start von Nordwesten nach Südosten häufig die Wolken, die an einer Absinkinversion bei etwa 750 hPa breitlaufen. Darunter ist die Luftmasse noch ausreichend labil, sodass sich vor allem nach Norden und Osten im Tagesverlauf ein paar eher schwache Schauer bilden können. Für Gewitter sollte es dann allgemein nicht mehr reichen. Der Gradient und die Höhenwinde sind im Vergleich zum Vortag schwächer, aber ausreichend für die ein oder andere Windböe im Norden und Osten, vor allem in Verbindung mit den Schauern. Im Nordosten deuten die Modelle im mecklenburg-vorpommerschen Binnenland auch einzelne stürmische Böen an. An der See sind diese häufiger und auf Rügen kann es vor allem anfangs auch noch Sturmböen geben. In der Nacht auf Dienstag ändert sich wenig an der Grundkonstellation. Die Schauer lassen tagesgangbedingt nach. Niederschlag gibt es mit der nördlichen bis nordwestlichen Strömung nur noch im Erzgebirgsstau. Auch der Wind lässt weiter nach. Nur an der Ostsee sind eingangs der Nacht noch Windböen zu erwarten. Es gibt zunehmend Auflockerungen und mit dem abnehmenden Wind sinken die Werte in der eingeflossenen Meereskaltluft vielfach in den einstelligen Bereich. Im Süden sind bis 4, am Boden bis 0 Grad zu erwarten. Gebietsweise bilden sich Nebelfelder aus, die vereinzelt auch mal dichter sein können. Dienstag... verbleibt der Höhenrücken westlich von Deutschland, wobei die Achse etwas näher rückt und sich von Frankreich über die Nordsee bis nach Skandinavien erstreckt. In der zweiten Tageshälfte erreicht den Nordwesten dadurch eine schwache Warmfront eines Nordmeertiefs. Dort hält sich unterhalb der stabilen Schicht tiefer Stratus und die Sonne macht sich eher rar. Auch am Erzgebirge dominieren staubedingt die Wolken, Niederschlag fällt aber kaum noch. Im Rest des Landes wird ein recht freundlicher Tag erwartet, wobei die Sonne im Nordosten und Südwesten am längsten scheint. Dabei werden im Südwesten über 20 Grad erwartet (Oberrhein bis 23 Grad). Sonst liegen die Werte oft etwas unter der 20-Grad-Marke. Der Wind ist im Osten und Nordosten noch leicht böig, sonst schwach. Warnschwellen werden nirgendwo mehr erreicht. In der Nacht auf Mittwoch ändert sich wenig. Die tiefe Bewölkung im Nordwesten schiebt sich etwas ostwärts und sinkt bis zum Boden ab, sodass in dem betroffenen Gebiet recht verbreitet mit teils dichtem Nebel zu rechnen ist. Sonst startet die Nacht vielfach sternenklar und es bilden sich im weiteren Verlauf Nebelfelder, die in ihrer Ausprägung und Verbreitung deutlich stärker ausfallen als noch in den Vornächten. Dazu trägt auch die schwachgradientige Lage bei. Zuvor sinken die Werte in den klaren Gebieten auf 7 bis 2 Grad und vor allem nach Südosten gibt es auch häufiger leichten Bodenfrost. Vom Niederrhein bis zum Emsland und an der Nordsee sinken die Werte oft nicht unter die 10-Grad-Marke. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Konsistenz ist im kurzfristigen Vorhersagebereich sehr gut gegeben. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Marcus Beyer