SXEU31 DWAV 211800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Freitag, den 21.08.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Heute Abend und eingangs der Nacht in Südostbayern und Ostsachsen noch Starkregengefahr, teils gewittrig. In der zweiten Nachthälfte dort Wetterberuhigung. Über der Mitte über die Nacht hinweg gebietsweise teils gewittriger Starkregen, sehr lokal unwetterartige Mengen nicht ausgeschlossen. Am Wochenende allmähliche Wetterberuhigung. Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt Deutschland vorderseitig eines breiten Höhentroges, der von Nordeuropa über die Britischen Inseln bis in die Biskaya reicht. Im Bodendruckfeld korrespondiert der Langwellentrog mit einer umfangreichen Tiefdruckzone, die sich ausgehend von den beiden Tiefs NORA und MARGARETE über Skandinavien über Mitteleuropa hinweg bis in den westlichen Mittelmeerraum erstreckt. Darin eingelagert ist eine wellende Luftmassengrenze, die derzeit von Tschechien kommend über den Südosten Bayerns hinweg verläuft. Präfrontal befindet sich über dem äußersten Südosten Bayerns noch eine etwas feuchtere und wärmere Luftmasse im Vergleich zu den anderen Landesteilen. In die südwestliche Höhenströmung eingelagert ist ein gut ausgeprägter kurzwelliger Troganteil, der am Nachmittag aus den Alpen heraus über den Süden Deutschlands nordostwärts hinweg geschwenkt ist. Ausgelöst durch kräftige Hebung hat sich daran gekoppelt ein umfangreiches Regengebiet über dem Süden Deutschlands ausgebildet, mit wechselnden Intensitäten. Die stärksten Intensitäten traten knapp rückseitig eines kleinen Bodentiefs auf, das sich durch Überströmen der Alpen auf der bayerischen Alpennordseite ausgebildet hatte. Zudem hatten sich im Bereich der noch wärmeren Luftmasse im Südosten Bayerns einzelne eingelagerte Gewitter gebildet, die durchaus kräftiger ausfielen und neben Starkregen auch Rotations- und Hagelsignale aufwiesen. Mittlerweile ist aber der Höhepunkt der Entwicklung überschritten und die Gewitter ziehen Richtung Österreich und Tschechien ab. Im weiteren Verlauf des Abends und der Nacht wird der Kurzwellentrog über Tschechien und den Osten Deutschlands hinweg schwenken in Richtung Polen, wo sich die Niederschläge wieder deutlich intensivieren sollen. Das Föntief, das schließlich den Namen PRISKA trägt, hat sich vom Alpenrand gelöst und zieht in den nächsten Stunden ebenfalls unter Intensivierung über Tschechien hinweg Richtung Ostpolen. Damit kommt auch das Niederschlagsgebiet weiter ost-, nordostwärts voran. So ist der Regen aus BaWü schon abgezogen und beeinflusst nun noch Teile von Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie Sachsen. Die stärksten Niederschlagsintensitäten verbleiben über Ost-/Südostbayern und ziehen eingangs der Nacht rasch Richtung Tschechien ab. Bis dahin können dort weiterhin regional markante Regenmengen fallen. Auch in der Oberlausitz besteht in der ersten Nachthälfte die Möglichkeit für markante Regenmengen, ganz lokal auch unwetterartige Mengen innerhalb von 1 bis 3 Stunden. Der Bereich wird aber sehr kleinräumig sein. In der zweiten Nachthälfte zieht der Regen auch im Osten ab. Rückseitig des Föntiefs kommt es zudem zu einer Passage einer Druckwelle mit Böen Bft 7 bis 9, die aktuell noch Teile Südostbayerns beeinflusst, dann aber ebenfalls rasch ostwärts abziehen wird. Abseits davon kommt es in den weiteren Landesteilen im Bereich einer erwärmten subpolare Meeresluft ebenfalls gebietsweise zu Schauern. Zum einen im Norden und Nordwesten gekoppelt an ein teilokkludiertes Frontensystem des Tiefs NORA über Südskandinavien. Es kommt am Abend und in der Nacht nur zögerlich weiter landeinwärts voran. Dennoch sind vor allem eingangs der Nacht daran noch einzelne Schauer und Gewitter bis zur markanten Stärke möglich. Ein weiterer Schwerpunkt ist im äußersten Westen und Südwesten zu finden, wo sich im Bereich eines weiteren Kurzwellentroges und mit Annäherung des Haupttroges ein Gebiet mit schauerartigem, teils gewittrigem Regen ausgebildet hat. Dieses wird sich in der Nacht über den Süden und die Mitte ostwärts verlagern und dabei zu teils größeren Regengebieten zusammenwachsen. Dabei gibt es vor allem vom südlichen NRW und dem nördlichen RLP über Nordhessen hinweg bis nach Thüringen und Nordbayern Signale für Starkregen, die auch durch erhöhte Wahrscheinlichkeiten bei I-D2 EPS gestützt werden. In Gebieten mit wiederholten oder länger anhaltenden Niederschlägen sind auch lokal unwetterartige Mengen nicht ausgeschlossen. Erste markante Warnungen wurden im äußersten Westen bereits ausgebeben und werden am Abend und in der Nacht Stück für Stück nach Osten ausgeweitet. Sonst können von der Nordsee noch vereinzelt Schauer landeinwärts ziehen. Die Temperatur sinkt auf 14 bis 8 Grad ab. Samstag ... kommt die Achse des Haupttroges weiter nur zögerlich ostwärts voran, da er durch nachkommende Randtröge regeneriert wird. Insgesamt verbleiben wir also noch in dessen Einflussbereich. Das Bodentief PRISKA befindet sich mittlerweile über dem Baltikum, wobei es sich auf seinem Weg dorthin weiter intensiviert hat. Ihm folgt von Westen ein umfangreiches Hoch mit Schwerpunkt westlich der Britischen Inseln. Zwischen beiden Druckgebilden erhöht sich der Druckgradient, sodass der Wind aus Nordwest im Tagesverlauf im äußersten Norden und an den Küsten zulegt und Böen der Stärke Bft 7, exponiert auch Bft 8 erreicht. Das teils gewittrige (Stark-) Regengebiet über der Mitte hat sich nach Thüringen, südliches Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie Sachsen zurückgezogen und zieht am Nachmittag mit dem Kurzwellentrog weiter ostwärts ab. Am frühen Vormittag kann es dort lokal noch zu markantem (mehrstündigem) Starkregen kommen. Die Gefahr nimmt aber insgesamt deutlich ab. Sonst kommt es im Trogbereich im Tagesverlauf zur Entwicklung einzelner Schauer, eventuell reicht es hier und da auch für ein kurzes Gewitter, aber ohne signifikante Begleiterscheinungen. Den meisten Sonnenschein gibt es vom Schwarzwald bis nach Südbayern, wo die abtrocknende Wirkung eines Hochkeils seine Wirkung zeigt. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 18 und 23 Grad mit den höchsten Werten im Südwesten. In der Nacht zum Sonntag schwenkt der Höhentrog ganz langsam weiter ostwärts. Das Bodenhoch wandert ebenfalls weiter ostwärts und dessen Schwerpunkt reicht schließlich von Irland bis nach Belgien, mit einem Keil der über den Süden und die Mitte Deutschlands weiter ostwärts verläuft. So fallen die Schauer vom Tage am Abend und eingangs der Nacht in weiten Teilen des Landes rasch in sich zusammen und es lockert teils größer flächig auf. Im Norden und Nordosten hingegen bleibt die zyklonal konturierte west-nordwestliche Höhenströmung erhalten. Entsprechend sind dort in der Nacht weitere Schauer zu erwarten. Der erhöhte Druckgradient bleibt noch erhalten, sodass an den Küsten weiterhin ein lebhafter West- bis Nordwestwind mit steifen, an der nordfriesischen Küste inklusive der vorgelagerten Inseln auch stürmischen Böen 7-8 Bft weht. Im Norden und Nordosten sinkt die Temperatur auf 14 bis 10 Grad ab, sonst auf frische 10 bis 6 Grad. Zudem muss in der Mitte und im Süden lokal mit Nebel gerechnet werden. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC Sonntag ... ergeben sich zur Frühübersicht keine wesentlichen Änderungen. Der Höhentrog will nicht wirklich weichen, sodass sich die Wetterzweiteilung aus der Nacht auch am Tage fortsetzt. Sprich im Norden und Nordosten mehr Wolken mit Schauern und einzelnen Gewittern. Sonst unter Hochdruckeinfluss mehr Sonne, vor allem im Süden und Südwesten auch sonnig und insgesamt trocken. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Niederschläge heute Abend und in der Nacht im Süden und Südosten werden weitgehend übereinstimmend prognostiziert. Das "gröbste" ist aber ohnehin weitgehend überstanden. Die Zugbahn der Konvektion in der Nacht über die Mitte hinweg wird ähnlich prognostiziert, die Schwerpunkte und Mengen variieren leicht. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Johanna Anger