SXEU31 DWAV 260800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 26.10.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: SW a An den Küsten und exponiert im Bergland heute zunächst teils stürmisch. Am Dienstag an der Nordsee stürmische Böen aus SW. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC -------------------------------------------------------------- Montag... steht nach dem unruhigen Wochenende ganz im Zeichen einer Wetterberuhigung und Zwischenhocheinfluss. Die Reste des Sturmtiefs "Manja" ziehen über dem Nordmeer und Skandinavien ab. Das hängt unter anderen mit einer neuen Zyklogenese über dem Atlantik westlich von Irland zusammen. Davor wölbt sich durch starke Warmluftadvektion ein breiter Keil auf, der sich über Westeuropa aufwölbt und nach Norden ausdehnt. Das stützt auch im Bodendruckfeld ein Zwischenhoch über Frankreich und Süddeutschland. Dies wirkt sich gebietsweise mit Auflockerungen und Aufheiterungen über dem Süden und Osten aus, zumindest im Tagesverlauf nachdem die zunächst dichteren Wolken und schwache Schauer in der bis 2/3 km Höhe leicht instabilen und feuchten Luft abgezogen sind. Zudem überläuft bereits Warmluftadvektion den Keil, was sich in hoher Bewölkung über der Südwesthälfte äußert. Zum Abend greift dann die Warmfront des Sturms bei Irland über und führt im Westen zum Aufzug kompakter Bewölkung und vom Emsland bis ins Saarland regnet es leicht. Im alles in allem zyklonal geprägten Norden treten bei wechselnder Bewölkung ganztägig Schauern, die sich aber mehr und mehr zu den Küsten zurückziehen. Der Südwest- bis Westwind bringt dem Norden teilweise einen windigen Tag mit Bft 6/7 Böen im küstennahen Binnenland und Bft 7/8 Böen im Küstenumfeld und auf den Inseln. Am Vormittag sind über der Deutschen Bucht Sturmböen Bft 9 zu erwarten, bevor sich der Wind auch hier (vorübergehend) mit Drehung auf Süd abschwächt. Auch im höheren Bergland bleibt es zunächst windig, exponiert stürmisch, aber auch dort mit abnehmender Tendenz, was die Böen angeht. Zum Abend lebt der Südwind über der Nordsee wieder auf und auch ganz im Westen zieht der Südwind an mit einzelnen 7er Böen in der Eifel und deren Lee. Die Höchstwerte liegen bei 10 bis 16 Grad. In der Nacht zum Dienstag legt sich in der Höhe die Keilachse von Westen kommend allmählich über uns. Das ist auch der Grund dafür, dass die Warmfrontpassage über Deutschland mit limitierter Aktivität vonstattengeht und vor allem in der Nordwesthälfte dabei etwas Regen fällt. Derweilen verläuft die Nacht im Süden teils klar, teils stark bewölkt und ausgangs der Nacht kann im Südwesten/Westen das eine oder andere Nebelfeld auftreten. Der Süd- bis Südwestwind spielt im Tiefland keine Rolle, kommt im Westen mäßig, sonst eher schwach daher. Im Küstenumfeld weht er böig, meist aus Süd, mit einzelnen stürmischen Böen über der Nordsee. Die Minima liegen im gut durchmischten Nordwesten um 10°C, in der entkoppelten Grenzsicht über dem Südosten kühlt es örtlich bis knapp über 0°C ab. Dienstag... verbringen wir im Warmsektor des inzwischen mit 955 hPa im Kern bei Island liegenden Sturms "Naomi". Die Progression der Warmfront kommt knapp östlich von uns ins Stocken, weil blockiert unter dem Rücken, die nachfolgende Kaltfront greift abends auf den Nordwesten über. Im Warmsektor wird in südwestlicher Strömung sehr milde subtropische Luft herangeführt, in der die Temperatur in 850 hPa über 10°C steigt. Vor allem im Norden und Nordwesten ziehen Wolkenfelder durch, ansonsten scheint oft die Sonne. Die Höchstwerte liegen meist bei 16 bis 21°C, mit den höheren Werten im Südwesten. Im Osten und Südosten reicht es gebietsweise aber kaum für 15°C. Zum späten Nachmittag und Abend verdichtet sich die Bewölkung im Nordwesten mit der von Westen nahenden Kaltfront. An der Nordsee bis zum Niederrhein sind erste Tropfen möglich. Der Wind weht im Süden und Osten schwach aus Südost, sonst mäßig, im Nordwesten frisch aus Südwest und über der Deutschen Bucht in Böen teils stürmisch. Auch auf dem Brocken sind stürmische Böen oder Sturmböen aus Südwest möglich. Der Gradient beginnt im Tagesverlauf aufzufächern. In der Nacht zum Mittwoch zieht die Kaltfront gefolgt von einem Höhentrog über Deutschland nach Osten und liegt Mittwoch früh etwa auf einer Linie Vorpommern-Bodensee. Von Kaltluftadvektion überlaufen hält sich die Wetteraktivität ziemlich in Grenzen; wird aber noch unterschiedlich bewertet. ICON simuliert einige mm Regen, externe Lösungen fast nichts. Abseits des Tiefausläufers lockert es teils stärker auf und es ist teilweise Nebel möglich. Da sich von Westen rasch das nächste Hoch heranschiebt, passiert auch windtechnisch fast nichts. Am Tiefausläufer lebt der Wind auf und dreht nach West bis Nordwest, ohne Warnrelevanz. An der See gibt es höchstens noch einzelne 7er Böen, auf dem Brocken als oberes Limit Bft 7 bis 8. Die Minima liegen zwischen 10°C im Norden und bis 1°C im entkoppelten Südosten. Mittwoch... regeneriert sich der Höhenrücken über Westeuropa, was uns unter der nordwestlichen Höhenströmung hält. Im Bodendruckfeld liegt ein Hoch über Süddeutschland; der Ablauf dürfte aber nicht so ruhig sein, wie das antizyklonale Umfeld vermuten ließe. Im Osten und Südosten regnet es an der abziehenden Kaltfront gebietsweise leicht aus starker Bewölkung. Ansonsten lockert die Bewölkung stärker auf und zeitweise setzt sich die Sonne durch. Auf den Nordwesten und Norden greift im Tagesverlauf die Hebung eines Kurzwellentroges über, mit dichteren Wolken und schauerartigem Regen. Der Wind bleibt zum Hoch hin schwach, sonst weht er im Norden teils mäßig aus westlichen Richtungen. Über der Nordsee sind gerade im Bereich des Troges einzelne steife bis stürmische Böen möglich. Die Temperatur bewegt sich meist zwischen 10 und 15°C. Die Nacht zum Donnerstag geht ruhig, unter Hochdruckeinfluss über die Bühne. Bei zunehmend entkoppelter Grundschicht kühlt es kräftig ab. Über der Mitte und den Süden in den unteren einstelligen Bereich mit lokalem Frost und gebietsweise Bodenfrost. Der Norden bleibt milder, nicht zuletzt, weil der KW Trog dem Nordosten starke Bewölkung und etwas Regen bringen kann. Die Lösungen divergieren hier aber noch. Der westliche Wind, anfangs mit steifen Böen über der Nordsee, lässt auch ganz im Norden weiter nach. Wo es auflockert oder gering bewölkt in die Nacht geht, besteht zunehmende Nebelneigung, teils mit dichtem Nebel. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren insgesamt ähnlich mit Abweichungen bei den Frontpassagen und Mittwoch am Trog im Norden. Auswirkungen auf das Warnmanagement haben diese nicht. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner