SXEU31 DWAV 270800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 27.09.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: S a Keine markanten Entwicklungen. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Sonntag... meridionalisiert die Strömung über Europa. Dabei schwenkt ein Langwellentrog vor die europäischen Küsten und stromab wölbt sich ein Höhenrücken ausgehend vom westlichen Mittelmeer bis Nordskandinavien auf. Wir liegen dadurch am Rand einer Bodenhochdruckzone über Osteuropa unter einer, oberhalb der Reibungsschicht, südlichen Strömung. Vor einer breiten Tiefdruckrinne über England mit eingelagerten Tiefausläufern verstärkt sich die Advektion sehr warmer Luftmassen aus Südeuropa nach Deutschland. Die Ausläufer beeinflussen uns nicht direkt, lediglich die Warmluftadvektion macht sich mit hohen und mittelhohen Wolken besonders im Westen und Nordwesten bemerkbar. Darüber hinaus liegen aktuell noch Feuchtereste einer aufgelösten Front und einige Wolken über der nördlichen Mitte. Diese verschwinden tagsüber mehr und mehr bei der frontolytischen Umgebung. Ansonsten scheint meist die Sonne, nachdem sich die flachen Nebelfelder der Frühstunden aufgelöst haben. Die warme Luft mit mehr als 15°C in 850 hPa bringt Maxima von gebietsweise mehr als 25°C, am Oberrhein sind sogar 31/32°C möglich, was im Bereich der Rekorde für die letzten Septembertage liegt. Im Norden und Osten wird es nicht ganz so warm, weil der bodennah östliche bis südöstliche Wind hier nicht ganz so warme Luft einsteuert. Zwischen dem Hoch, das sich über dem Baltikum auf mehr als 1030 hPa kräftigt, und der Rinne über Westeuropa verschärft sich der Druckgradient über Norddeutschland etwas. Der auffrischende Südostwind kann über der Nordsee und an der westlichen Ostsee in Böen 7 Bft erreichen. In der Nacht zum Montag hält sich in den meisten Landesteilen der Hochdruckeinfluss mit geringer, oder dünner, hoher Bewölkung. Die Nebelneigung ist insgesamt gering, was aber nicht ausschließt, dass sich wahrscheinlich am ehesten im anfangs klaren Südosten flache Nebelfelder bilden. Im Südosten kühlt es zwar kräftig ab, bis 5°C, doch selbst Bodenfrost gibt es nicht mehr. Ansonsten wird die Nacht teilweise sogar richtig warm. Die Prognosesoundings zeigen oberhalb der abgekühlten Grundschicht gebietsweise mehr als 20°C in wenigen hundert Metern Höhe. Mos zeigt demnach für Weinbiet ein Minimum von 19°C! Das liegt dort an der abgesunkenen Luft, zum Teil - im Westen und Nordwesten - aber auch an dichterer Bewölkung, die mit Annäherung der Tiefdruckrinne und der Tiefausläufer aufziehen kann. Im Nordseeumfeld sind ein paar Spritzer Regen möglich. Dort geht der Druckgradient raus und verschiebt sich zur Ostsee, wo dann im Laufe der Nacht weiter einige 7er Böen aus SE exponiert möglich sind. Warnungen für die Böen werden nicht nötig. Montag... liegt Nordwestdeutschland im Schleifbereich von schwachen Tiefausläufern, die aber aufgrund der Nähe zum Höhenkeil, der unverändert vom westlichen Mittelmeer über Mitteleuropa nach Nordosten reicht, nicht viel "Wetter" bringen. Es bleibt bei dichterer Bewölkung und wenig Regen. Präfrontal dauert über Mitteleuropa die Advektion warmer Luft subtropischen Ursprungs an. Die Luftmasse ist im Nordwesten auch feucht und potentiell instabil, ohne nennenswerte Hebungsantriebe passiert aber auch nicht viel. Die 15°C Isotherme verläuft dabei über Norddeutschland. Abgesehen vom Nordwesten hält sich der Hochdruckeinfluss - am Rand des Hochs über Osteuropa und begleitet von einer neuen Hochzelle über der Nordsee - mit viel Sonnenschein und ungewöhnlich hohen Temperaturen, was für den Sommer/Herbst dieses Jahres eigentlich gar nicht so ungewöhnlich ist. Im Norden und Osten liegen die Maxima bei 20 bis 27°C, an den Küsten je nach Wind etwas weniger. Ansonsten werden 25 bis 30°C erwartet, im Südwesten gebietsweise etwas mehr. Etwas Saharastaub in der Luft kann die Temperaturen aber ein bisschen drücken. Der Wind bleibt meist schwach aus Südost, im Nordwesten am Rand der neuen Hochzelle auf Nord bis Nordost drehend. Für die Nacht zum Dienstag ändert sich nicht viel. Der Nordwesten liegt im Bereich schleifender und schwacher Tiefausläufer mit starker Bewölkung und ein bisschen Regen. Ansonsten zieht nur dünne Bewölkung durch. Die Nebelneigung bleibt insgesamt gering. Vor allem im Nordosten, wo die Luft etwas feuchter ist und im Südosten, wo es kräftiger abkühlt, sind Nebelfelder möglich. Die Nacht wird gerade im Nordwesten sehr mild (~15°C), sonst dürfte die Temperaturverteilung wegen der weit unten liegenden Inversion heterogen aussehen. Gebietsweise stehen einstellige Temperaturen in Tallagen oder Niederungen fast 20°C in einigen hundert Metern Höhe gegenüber. Frost ist kein Thema. Dienstag... kommt es im Bereich des kräftigen Atlantiktroges zu einer ebenso starken Zyklogense. Das entstehende Orkantief zieht zunächst westlich von Irland nach Norden und dreht dann dort ein. ICON simuliert abends einen Kerndruck von ca. 970 hPa, externe Lösungen sehen fast 960 hPa. Höhepunkt der Entwicklung ist dann am Mittwoch mit knapp unter 950 hPa Kerndruck und Böen von 70-80kt. Das stützt aber nur die Warmluftadvektion über Kontinentaleuropa und den Höhenrücken bei uns, der sich mit seiner Achse nach wie vor vom westlichen Mittelmeer zur Ostsee erstreckt. Die Hochzelle gliedert sich von der Nordsee kommend dem Osteuropahoch an. Am Rand der Hochdruckzone liegen wir unter einer antizyklonalen, alles in allem südlichen Strömung. Bodennah west fast östlicher Wind, in 500 hPa ist es dann S-SW. Der schleifende Tiefausläufer wird als Warmfront nach Norden, zur Nordsee und Dänemark herausgeführt. Zunächst sind ganz im Nordwesten Schauer unterwegs, die aber abziehen. Die Bewölkung im Norden lockert wahrscheinlich eher zögernd auf. Ansonsten steht bei der Hochrandlage und unter leichtem Absinken erneut ein sehr warmer Herbsttag mit viel Sonnenschein an. Oft liegen die Höchstwerte der Temperatur zwischen 25 und 30°C. Im Westen lokal darüber, im Norden und Südosten gebietsweise leicht darunter. Der Südost- bis Ostwind frischt tagsüber etwas auf. Im Erzgebirge und über der Nordsee sind steife Böen möglich, vielleicht reicht es auch im Elbtal (Böhmischer Wind) für eine knappe 7. In der Nacht zum Mittwoch geht die Hochrandlage weiter. Während die Kaltfront des Orkantiefs auf Westeuropa übergreift, kräftig sich das Hoch im Osten auf mehr als 1035 hPa. Das führt zu etwas auflebendem Südostwind in einigen Berglagen, vor allem im Erzgebirge sind steife, exponiert stürmische Böen möglich. Ansonsten zieht WLA-bedingt hohe und mittelhohe Bewölkung durch mit möglicherweise ein paar Tropfen Regen (Lesart: ICON) im Westen. Besonders im Südosten bleibt es aber eher geringe bewölkt oder klar mit einigen flachen Nebelfeldern im Laufe der Nacht. Die Temperaturen ähneln denen der Vornächte. Im Westen und Nordwesten, sowie in einigen Berglagen bleibt die Nacht (zum 1. Oktober!) warm mit 19 bis 13°C als Minimum, nach Osten und Südosten kühlt es bodennah kräftiger ab mit einstelligen Minima. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Modelle weisen an den im Nordwesten schleifenden Tiefausläufern leichte Unterschiede auf. Die Entwicklung wird aber im Großen und Ganzen sehr ähnlich simuliert. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner