SXEU31 DWAV 300800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 30.09.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: Übergang von SEa zu BM Am Donnerstag (1. Oktober) in der Westhälfte Regenfälle, örtlich Starkregen und einzelne Gewitter. Unwetter-Regenmengen nicht ganz ausgeschlossen. Am Freitag anfangs im Alpenraum Starkregen möglich, sonst meist keine markanten Warnungen erforderlich. In der Nacht zum Samstag gebietsweise dichter Nebel. Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Mittwoch... Deutschland liegt heute zwischen einem mehr oder weniger blockierenden Hoch über Nordosteuropa und einem westeuropäischen Trog mit Drehzentrum südlich von Island (Tief EVA mit Kerndruck aktuell unter 955 hPa!) in einer südlichen Strömung, mit der ungewöhnlich warme Luft herangeführt wird. Die Temperaturen in 850 hPa liegen meist zwischen 13 Grad an der Neiße und 17 Grad am östlichen Alpenrand sowie in Schleswig-Holstein mit entsprechenden Höchsttemperaturen (s. unten). Die Kaltfront des Tiefs erreicht etwa bis zum Abend eine Linie südwestliche Nordsee-Raum Bordeaux, so dass uns die Regenfälle der Front noch nicht erreichen. Allerdings sind einige mittelhohe und hohe Wolkenfelder eingelagert, die vor allem den Westen, aber auch anfangs den Nordosten beeinflussen. Es bleibt tagsüber noch meist trocken. Dazu wird es ungewöhnlich warm mit Höchstwerten zwischen 22 Grad in Vorpommern und 30 Grad in den Flusstälern Südwestdeutschlands. In günstigen Hanglagen (Leeseiten) sind dort auch 31 Grad möglich, was nahe an den Rekordwerten ist. Der Wind weht heute schwach, im Norden und Osten mäßig, in Böen frisch aus Südost bis Süd, im Südwesten teils aus unterschiedlichen Richtungen. Von Fehmarn bis zur Flensburger Förde sind einzelne 7er Böen nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Donnerstag rücken Trog und Kaltfront etwas dichter an Deutschland heran. Zwar will der komplette Übergriff noch immer nicht klappen, doch lassen sich leichte präfrontale Auswirkungen ausmachen. Vor allem der Wasserdampfgehalt der vor der Front einfließenden Warmluft macht einen deutlichen Satz nach oben auf z.T. um 40 mm PPW. Und da nun auch die Hebungsimpulse zunehmen, kommt es etwa in einem vom Emsland über Rhein und Ruhr bis zum Oberrheingraben reichenden Korridor zu ersten schauerartigen Regenfällen, die in Sachen Intensität wahrscheinlich aber noch nicht besonders erwähnenswerte sind. Zumindest signalisieren die meisten Modelle verhaltene Regenraten von meist unter 5 l/m² in 12 Stunden. Bei leicht erhöhtem MU-CAPE ist auch ein Gewitter nicht ganz ausgeschlossen, was allerdings nur die Vorläufe von ICON-D2 im Programm hatten und der aktuelle Lauf von Arome. Darüber hinaus gilt es zu konstatieren, dass es in der Osthälfte häufig gering bewölkt oder klar und trocken bleibt bei geringer, aber nicht gänzlich fehlender Nebelneigung (vor allem in Südostbayern). Die Spreizung der nächtlichen Tiefsttemperatur bleibt unvermindert hoch mit einem vergleichsweise kühlen Südosten (Abkühlung stellenweise auf unter 5°C) und einem milden bis sehr milden Westen (19 bis 13°C). Donnerstag... starten wir in den Oktober und tatsächlich tut sich was in Sachen Regen. Zwar entfernt sich die mittlerweile schwächelnde EVA (Mittagskerndruck "nur noch" bei 970 hPa) immer weiter von uns, indem sie via Island die Irminger See respektive die Dänemarkstraße ansteuert. Gleichwohl, die zugehörige Kaltfront kommt trotz ihrer Neigung zum Schleifen weiter ostwärts voran. Gepusht wird sie vor allem von einem Randtrog, der sich aus dem Hauptgebilde löst und nach Nordostfrankreich schwenkt. Kurzum, die "Schönwetterzone" mit Sonne und Wärme wird langsam weiter nach Osten gedrückt. So bleibt man von Vorpommern Südostbayern noch weitgehend unbeeindruckt von den Geschehnissen weiter westlich (abgesehen von den üblichen präfrontalen hohen und teils mittelhohen Wolken) bei Tageshöchstwerten zwischen 21 und 27°C. Nach Westen hin nimmt die Bewölkung aber immer weiter zu und es kommt gebietsweise zu durchaus veritablen, teils schauerartig verstärkten und mit einzelnen Gewittern durchsetzten Regenfällen. Dabei bieten die Modelle teils unterschiedliche Intensitätsmaxima an. Das kann zum Beispiel an einer eingelagerten Wellenstörung liegen, die von den Modellen unterschiedlich behandelt werden. Auch die Lage möglicher Gewitter ist aus heutiger Sicht natürlich nicht genau anzugeben und ist eher eine Nowcasting-Angelegenheit. Die Chancen auf (erwünschten) kräftigeren Regen sind nunmehr größer: Meist liegen die simulierten Mengen zwischen 5 und 15 l/qm, örtlich zwischen 15 und 25 l/m² innerhalb von 12 Stunden. Vereinzelt stehen sogar über 30 l/qm auf der Karte. Damit wird natürlich die z.T. katastrophal defizitäre Niederschlagsbilanz nicht wirklich verbessert. Zwar ist die Luft im Frontbereich alles andere als labil, gleichwohl sind vor allem am warmen Rand des Regengebietes einzelne Gewitter mit Starkregen ebenso möglich wie eingelagerte ungewittrige Starkregenschauer. Die Temperatur kommt im Westen nur noch auf rund 20°C oder etwas darüber, was für Anfang Oktober immer noch sehr mild ist. In der Nacht zum Freitag verlagern sich die frontalen und konvektiv durchsetzen Regenfälle noch etwas weiter nach Osten, kommen aber nicht bis in die Region von Ostsachsen bis nach Vorpommern voran, da das osteuropäische Hoch weiterhin hochreichend ist und blockierend wirkt. Die Modelle simulieren allesamt eine Abschwächung der Regenfälle in der 2. Nachthälfte (Ursache ist KLA, die über die Front hinwegläuft). Lediglich ICON-EU zeigt im Allgäu weitere Starkregenfälle über 20 l/qm. Ungeachtet dessen nehmen die Hinweise zu, dass es ganz im Westen nicht nur abtrocknet, sondern zudem auch auflockert. Fakt ist, dass der Spread der nächtlichen Tiefsttemperatur gegenüber den Vornächten abnimmt. So werden in weiten Landesteilen 16 bis 10°C erwartet, lediglich in den westlichen Mittelgebirgen (bei Aufklaren) sowie ganz im Osten und Südosten sind noch einstellige Werte denkbar. Freitag... Der Kurzwellentrog schwenkt unter Abschwächung von Ostdeutschland zur zentralen Ostsee. Es bleibt aber am Rande des nach Tschechien gerichteten, vom westlichen Mittelmeer ausgehendem Höhenkeil eine südwestliche Höhenströmung übrig, so dass die Front über dem Südosten Deutschlands schleift, sich aber weitgehend auflöst. Im Osten Deutschlands geht sie dagegen bis zum Abend durch, schwächt sich aber ebenfalls ab, da der Trog über die Front hinwegläuft. Damit kommt ganz im Osten kein nennenswerter Niederschlag mehr zusammen. Ansonsten gibt es von der Ostsee bis nach Bayern örtlich 0,5 bis 4, ganz im Süden vereinzelt über 10 l/qm (Alpenregion östlich vom Allgäu). Im Westen ist es bereits unter dem Einfluss des neuen Hochs, das sich zum Nordrand der Mittelgebirge verlagert, meist trocken und gebietsweise sogar sonnig. Die Luft, die postfrontal eingeströmt ist, ist deutlich frischer mit 850-hPa-Temepraturen zwischen 11 Grad im Südosten und 6 Grad im Emsland und so liegen die Höchstwerte nur noch zwischen 19 Grad an der See sowie im mittleren Bergland und 23 Grad im unterfränkischen Maintal. Der Wind weht schwach, vereinzelt mäßig und kommt im Norden aus West bis Südwest, in der Südhälfte aus vorherrschend Nordost. In der Nacht zum Samstag gibt es im Südosten noch Restwolken, während sonst der Himmel teils gering bewölkt ist. In der neuen Luftmasse wird es deutlich frischer als in den Nächten zuvor: Die Tiefstwerte liegen zwischen 12 Grad an der See und 6 Grad im Münsterland sowie örtlich in Mittelgebirgstälern. In der maritim geprägten Luft ist diesmal Nebel ein größeres Thema: Nebelschwerpunkte sind das Norddeutsche Tiefland bis hin zum Rheinland, der nördliche und zentrale Mittelgebirgsraum sowie Niederbayern (Mos). Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Starkregenwahrscheinlichkeiten steigen morgen von Südwesten her erst am Nachmittag merklich an nach ICON-D2-EPS: Die höchsten Wahrscheinlichkeiten zwischen 20 und 40 Prozent gibt es von der Pfalz über Ostwestfalen bis nach Holstein (6stündig, für mehr als 20 l/qm). In diesem Bereich ist sogar heftiger Starkregen gering wahrscheinlich. In der 1. Nachthälfte verlagert sich der Streifen etwas nach Osten (etwa ein Streifen von Baden über das westliche Hessen bis in den Hamburger Raum ist betroffen) und in der 2. Nachthälfte schwächt sich der Starkregen deutlich ab. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Olaf Pels Leusden