SXEU31 DWAV 310800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 31.08.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Wz, Übergang zu Wa Heute wechselhaft mit Schauern und Gewittern. Dazu windig, in Schauer- und Gewitternähe teils Sturmböen. Ab Dienstag im Norden weitere Schauer, vereinzelt Gewitter. Sonst Wetterberuhigung. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC -------------------------------------------------------------- Montag... liegt Deutschland im Einflussbereich eines Langwellentroges, der weite Teile Nordwest- und Nordeuropas überdeckt und in seinem Südteil bis nach Frankreich und Mitteleuropa reicht. Dabei liegen wir zunächst noch auf dessen Vorderseite bevor dann am Nachmittag die Haupttrogachse von Westen auf uns übergreift und bis zum Abend etwa eine Linie von der Elbmündung bis in den Südwesten Deutschlands erreicht. Im Bodendruckfeld erstreckt sich eine ebenfalls sehr umfangreiche Tiefdruckzone von der Irminger See und dem Nordmeer bis nach Skandinavien und der Nordsee. Darin eingelagert sind mehrere Tiefzentren, wobei für uns vor allem das Tief TESSA mit Kern über der Nordsee und einem Kerndruck knapp unter 1005 hPa interessant ist. Es liegt allerdings an der Nordflanke des Höhentiefs und somit eher entwicklungsungünstig. Somit hat es den Höhepunkt seiner Entwicklung bereits überschritten und zieht bis zum Abend in Richtung Südnorwegen. Bis dahin nimmt der Druckgradient über Deutschland erstmal zu und das insbesondere von einer Linie Ostfriesland-Hamburg- Mecklenburgische Ostseeküste bis in die südliche Mitte. Dort muss rein aus dem Gradienten heraus vermehrt mit Böen Bft 7 aus Südwest gerechnet werden. Mit Abzug des Tiefs lässt der Wind am Abend rasch wieder nach. Vorderseitig des Haupttroges hat uns in der Nacht ein Kurzwellentrog nordostwärts überquert und zieht nun im Laufe des Vormittags ostwärts Richtung Polen ab. Ein damit verbundenes Gebiet mit schauerartig verstärktem und teils gewittrigem Regen beeinflusst aktuell noch Teile Sachsens und Brandenburgs, zieht aber im weiteren Verlauf des Vormittags rasch ostwärts ab. Sonst bilden sich im Trogbereich zunächst im Nordwesten, im weiteren Tagesverlauf aber im gesamten Norden und in der Mitte wiederholt Schauer und kurze Gewitter aus. Diese treten bei hinreichender Scherung gut organisiert auf. Dabei weist die eingeflossene erwärmte Meeresluft vor allem in der Nordhälfte teils bis an die 800 J/kg ML CAPE auf. Der Fokus bei den Begleiterscheinungen liegt aber auf dem Wind. Denn die Höhenwinde erreichen bis 40 Knoten, sodass abgesehen von dem Gradientwind, in Schauern und Gewittern durch Impulstransport mit Böen um 75 km/h (Bft 8 bis 9) gerechnet werden muss. Die Signale diesbezüglich sind seitens der Konvektionserlaubenden Modelle allerdings relativ gering. Erst über dem Nordosten nehmen die Wahrscheinlichkeiten am Nachmittag zu. Dort steht dann nochmal mehr CAPE zur Verfügung und auch gekoppelt an einen kleinen Bodentrog nebst Konvergenz soll sich auf Basis des ICON-D2 eine organisierte Gewitterlinie ausbilden, die dann über Mecklenburg-Vorpommern und den Norden Brandenburgs ostwärts zieht. Dort werden seitens ICON-D2 und D2-EPS Böen Bft 9 simuliert, auch eine schwere Sturmböe Bft 10 ist nicht ausgeschlossen. Super HD und auch ICON-RUC zeigen diese Linie nicht so ausgeprägt, insofern gilt es das im Nowcasting zu beobachten. Auch die Signale für markanten Starkregen sind in Verbindung damit bei D2-EPS etwas erhöht, während sonst der Starkregen aufgrund der schnellen Zuggeschwindigkeit eher kein Thema ist. Einzige Ausnahme sind Gebiete in Schauerstraßen bzw. bei Mehrfachtreffern, dann ist auch mal Starkregen um 15 l/qm in einer Stunde möglich. Auch kleinkörniger Hagel kann auftreten. Am Rande erwähnt sei noch ein kleines Tornadopotential (LLS bis 15 m/s, HKN's unter 1000 m, teilweise bei 500 m) im Westen und Nordwesten. Abseits davon gestaltet sich das Wetter im Süden eher ruhig. Dort hat sich ausgehend von dem Hoch THOMAS mit Schwerpunkt westlich der Iberischen Halbinsel ein schwacher Hochkeil zu uns vorgeschoben. Er sorgt für weitgehend trockenes und oft sonniges Wetter. Einzige Ausnahme ist der Alpenrand, wo eine etwas instabilere Luftmasse anzutreffen ist. Dabei kommt es vor allem inneralpin im Tagesverlauf vermehrt zu Schauern und Gewittern. Einzelne können aber auch auf uns übergreifen. Vor allem am östlichen Alpenrand kann Starkregen mit Mengen um 20 l/qm in kurzer Zeit auftreten. Die Temperaturen liegen meist zwischen 22 und 27°C mit den höchsten Werten im Süden und Osten. Vor allem an der Nordsee bleibt es kühler. In der Nacht zum Dienstag zieht der Trog über den Osten und Nordosten Deutschlands rasch Richtung Polen ab. Ihm folgt ein flacher Höhenrücken nach, sodass die Schauertätigkeit am Abend und in der Nacht von Westen nachlässt. Am längsten halten sich die Schauer im Nordosten, die Häufigkeit lässt aber auch dort deutlich nach und auch Gewitter treten dann nicht mehr auf. Es kühlt auf 15 bis 9°C ab. Dienstag... wandert der flache Höhenrücken weiter ostwärts und von Westen greift ein weiterer, aber nur flacher Höhentrog auf uns über. Somit ist die Wetterberuhigung nur von kurzer Dauer und es bilden sich vor allem im Norden, vereinzelt auch in der Mitte Schauer. Allerdings treten diese nicht so häufig auf, wie am heutigen Tag und auch die Gewitterneigung ist eher gering. Gewitter können am ehesten im äußersten Norden sowie im Nordseeumfeld auftreten, teils in Verbindung mit Böen Bft 7. Südlich von Main und Mosel kann sich der Hochkeil etwas weiter kräftigen. Dort scheint länger die Sonne und es bleibt trocken. Die Höchstwerte liegen an der Nordsee und im äußersten Norden um 20°C, sonst zwischen 22 und 26°C, mit den höheren Werten erneut im Süden. In der Nacht zum Mittwoch wiederholt sich das Spiel mit einem dem Trog folgenden flachen Rücken. Insofern setzt wieder rasch Wetterberuhigung ein, einzig im Küstenumfeld sind noch einzelne Schauer möglich. Aber bereits ausgangs der Nacht macht sich die Nähe zur Frontalzone bemerkbar. So nähert sich dem Nordwesten der Ausläufer eines Tiefs über Südnorwegen an und in den Frühstunden kommt an der Nordsee Regen auf. Sonst gestaltet sich die Nacht ruhig und teils klar. In einigen Flusstälern können sich flache Nebelfelder bilden. Es kühlt auf 13 bis 8°C ab. Mittwoch... greift das Frontensystem mit leichtem Regen auf den Norden Deutschlands über. Es kommt allerdings nicht allzu weit landeinwärts voran, denn es wird rasch rückläufig und geht in die Warmfront eines Tiefs über dem Nordostatlantik über. Am Rande der Frontalzone frischt der Wind im Norden etwas auf und an den Küsten sind zeitweise Böen Bft 7 aus Südwest möglich. Im großen Rest des Landes ist weiterhin schwacher Hochdruckeinfluss wirksam und es bleibt trocken. Allerdings bilden sich im Tagesverlauf wieder Quellwolken, die sich dann unterhalb einer Absinkinversion auf etwa 750 hPa ausbreiten. Somit sind die Sonnenanteile auch abseits des Regens nicht so hoch. Mehr Sonne gibt es vor allem im äußersten Süden. Das Temperaturniveau ändert sich im Vergleich zum Vortag kaum. In der Nacht zum Donnerstag verbleibt der Norden in der Frontalzone und die nun übergreifende Warmfront sorgt für Nachschub an Regen. Die Mengen bleiben aber gering. Dabei sind vor allem an der Nordsee weiterhin Böen Bft 7 aus Südwest zu erwarten. Richtung Mitte und Süden bleibt es überwiegend trocken und oft auch klar. Die Temperatur geht auf 15 bis 9°C zurück. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Modellunterschiede für den heutigen Tag wurden bereits im Text angesprochen. Für Mittwoch ist noch unsicher, inwieweit die Front und damit der Regen landeinwärts vorankommen. Vor allem IFS zeigt bis nach NRW Regensignale. Die andere4n Modelle sind ebenfalls zurückhaltender. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Johanna Anger