SXEU31 DWAV 311800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 31.08.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Typische Westlage. Im Norden wechselhaft, Schauer und kurzen Gewitter, auch in der Mitte einzelne Schauer, nach Süden zu mehr Sonne und meist trocken. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt Deutschland am warmen Rande einer relativ zonal ausgerichteten und nur wenig mäandrierenden Frontalzone. Ein darin eingelagerter Trog hat bereits den Westen Deutschlands erreicht und wird rasch ostwärts gesteuert, wobei von diesem zu Beginn der zweiten Nachthälfte bereits die Oder und Neiße passiert wird. Vorderseitig konnte, gestützt durch kräftige Hebung, in labil geschichteter Luft vom mittleren Nordatlantik, die Schauer- und Gewittertätigkeit aufleben. Da konnte Kaltluftadvektion, die diesen Trog überlaufen hatte, nicht viel gegenhalten. Bei einem MU-CAPE von ca. 500 bis 1000 J/kg und einem Gehalt an niederschlagbarem Wasser von 25 bis 30 mm waren die Voraussetzungen für rege Konvektion durchaus gegeben; vor allem niedertroposphärische Scherung bis weit in den signifikanten Bereich hinein deuteten auf einen hohen Organisationsgrad und zumindest staffelartige Entwicklungen hin, was so auch im Nordwesten und Norden Deutschlands beobachtet wurde. Der Trog zeichnete sich auch im Bodendruckfeld ab, so dass, abgesehen von tieferen Lagen Süddeutschlands und vom Südosten, verbreitet Windböen Bft 7 und vereinzelt in freien Lagen auch stürmische Böen auftraten. Zudem war ein kräftiger Oberwind wirksam, der im 850 hPa-Niveau 40 kt erreichte. Bei entsprechender Konvektion dürften Böen bis in diese Größenordnung zustande gekommen sein, d.h. Sturmböen bis Bft 9. Starkregen und (kleinerer) Hagel waren bei diesen Entwicklungen von untergeordneter Bedeutung. Im Süden und Südosten Deutschlands hielt sich dagegen schwacher Hochdruckeinfluss. In diesen Gebieten konnte Kaltluftadvektion voll wirksam werden, so dass nur flache Konvektion auftrat, die allenfalls zu schwachen Schauern geführt hatte. In der Nacht zum Dienstag wird die Strömung antizyklonaler; Stabilisierung setzt ein und bringt die Konvektion zum Erliegen. Einzelne Schauer sind noch an der Küste unterwegs, die aus der warmen See resultieren. Ansonsten dürfte es niederschlagsfrei bleiben. Mit dem Abzug des Höhen- und Bodentroges fächert der Gradient auf, so dass der Wind abflaut und sehr wahrscheinlich bereits im Laufe der ersten Nachthälfte nicht mehr warnrelevant ist. Dort, wo es zuvor viel geregnet hatte, können sich flache Nebelfelder bilden. Dienstag ... wird ein weiterer, aber wesentlich schwächerer Kurzwellentrog ostwärts gesteuert, der allenfalls den Norden Deutschlands streift. Zwar können ein paar hundert J/kg MU-CAPE generiert werden, aber die Schichtung ist deutlich weniger labil als dass dies heute der Fall war. Auch ist mit 20 bis 25 mm deutlich weniger Wasser in der Troposphäre. Daher beschränken sich Schauer im Wesentlichen auf den Norden und Nordosten Deutschlands, Gewitter sind, abgesehen vielleicht von der Küste, ansonsten eher unwahrscheinlich. Warnrelevante Böen bis maximal Bft 7 sind auf die Küste beschränkt. Südlich der Mittelgebirgsschwelle macht sich ein vom Azorenraum bis zum südöstlichen Mitteleuropa reichender Hochkeil bemerkbar. Absinken sorgt für längere sonnige Abschnitte, so dass dort in tieferen Lagen Höchsttemperaturen um oder etwas über 25 Grad erreicht werden. Ansonsten sind 19 bis 23 Grad zu erwarten. In der Nacht zum Mittwoch greift nach einer vorübergehenden antizyklonalen Strömungsphase ein weiterer Kurzwellentrog auf den Westen Deutschlands über. In der eingeflossenen stabileren und trockeneren Luftmasse kann die trogvorderseitige Hebung nicht viel ausrichten, so dass allenfalls an der Nordsee die Konvektion bis hin zu kurzen Gewittern wieder aufleben kann. Ansonsten macht sich Hochdruckeinfluss bemerkbar, wodurch es verbreitet aufklart. Bei geringen Luftdruckgegensätzen können sich in den mittleren und südlichen Landesteilen flache Nebelfelder bilden. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC Mittwoch ... setzt sich nach Passage des erneuten Kurzwellentroges von der Nacht zuvor eine relativ glatte und nach Südwesten hin eher leicht antizyklonal gekrümmte Strömung durch. Eine darin eingelagerte schwache Kaltfront wird bereits über Schleswig-Holstein rückläufig und bringt allenfalls in Nordseenähe ein paar, in Nordfriesland vielleicht auch bis 10 mm Niederschlag zustande. Etwas Labilität ist ganz im Süden und Südosten vorhanden, dank Einstrahlung können dort (und auch bis in den Erzgebirgsraum hinein) ein paar hundert bis maximal 1000 J/kg MU-CAPE generiert werden, ein Flüssigwassergehalt von nur wenig über 20 mm und fehlende dynamische Hebung sind nicht unbedingt ein gewitterträchtiges Umfeld. Somit sind einzelne konvektive Umlagerungen auf den unmittelbaren Alpenrand, eher jedoch auf den inneralpinen Raum und mit geringer Wahrscheinlichkeit auch auf das Erzgebirgsumfeld beschränkt. Abgesehen hiervon hält sich antizyklonaler Einfluss. Gegenüber Dienstag ändern sich die Temperaturen nur unwesentlich. In der Nacht zum Donnerstag macht sich mehr und mehr ein breiter Höhenrücken bemerkbar, der sich von der Iberischen Halbinsel in Richtung Westeuropa aufwölbt. Durch diesen wird ein Bodenhoch gestützt, das sich von Frankreich her in den Südwesten und Süden Deutschlands ausweitet. In dessen Bereich kann es aufklaren, so dass sich bei geringen Luftdruckgegensätzen erneut flache Nebelfelder bilden können. Ansonsten macht sich Warmluftadvektion bemerkbar, die mit der Warmfront eines kräftigen Tiefs südwestlich von Island in Verbindung steht. Von Nordwesten und Westen her zieht mehrschichtige Bewölkung auf, die auch auf Teile der Mitte übergreift. Zudem frischt an der See der Wind auch wieder mit Böen Bft 7, in exponierten Lagen mit einzelnen stürmischen Böen auf. Nennenswerte Niederschläge sind jedoch auf die küstennahen Gebiete und die Grenzregion zu Dänemark beschränkt. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann