SXEU31 DWAV 061800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 06.05.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Abends im Südosten Gewitter, abnehmend und in Starkregen übergehend. Am Donnerstag im Südosten leichte Gewitterneigung, am Freitag am Alpenrand. Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt eine Tiefdruckrinne von Südpolen über Tschechien in den Südosten Deutschlands, darin eingelagert eine Luftmassengrenze an deren Nordseite. Südlich davon, grob gesagt in der Südosthälfte, liegt zunächst eine labile und recht milde bis warme Luft in der es abends zu Schauern und Gewittern kommt. Die stärksten Entwicklungen, auch in Form von einzelnen Superzellen/Unwettern ziehen aber über Niederbayern ab, bzw. haben das schon getan. Ansonsten halten die Gewitter, vor allem über Teilen Bayerns und der östlichen Mitte bis weit in die Nacht an. In der Nacht zum Donnerstag steigt der Druck von Westen an, es verbleibt aber eine Rinne über Mitte Deutschlands. Derweil greift ein inzwischen ziemlich diffuser Trog über, mit einem flachen Drehzentrum, das morgens über Hessen ostwärts schwenkt. Die höchsten Windgeschwindigkeiten und stärkste Scherung werden ostwärts abgedrängt Dynamische Hebungsimpulse halten damit auch nach Beendigung des Tagesgangs an und die Gewitter verclustern vor allem Richtung östlicher Mitte, wo die Hauptachse der sich langsam ostwärts verlagernden Tiefdruckrinne am Boden zurückhängt. Damit geht die Konvektion im Laufe der ersten Nachthälfte in Aufgleiten und mehrstündigen, eher ungewittrigen Starkregen über. Die deutlichsten Signale sind dafür von Thüringen bis Sachsen zu finden, auch mit leichten Hinweisen auf unwetterartige Mengen in ICON D2 EPS. Insgesamt sind die von den Modellen apostrophierten Mengen auf dem Rückzug. Sonst lassen Regenfälle und Gewitter allgemein nach und es lockert auf. Örtlich kann sich dann Nebel bilden, gerade dort, wo es tagsüber geregnet hat. Die Temperaturen gehen auf 11 bis 6°C, im Norden bis 2°C zurück. In Schleswig-Holstein besteht im Binnenland die Gefahr von Bodenfrost. Donnerstag ... bleibt die Geopotential- und Temperaturverteilung in höheren Luftschichten über Deutschland sehr mau auf einem leicht unterkühlten und zyklonalen Niveau. Der eingelagerte, vor allem im IPV Feld oder bei geringem Isohypsenabstand erkennbare Trog kommt nur langsam in die Nordosten voran. Reste der Bodenrinne erstrecken sich (zunächst) ansatzweise noch von der Lausitz bis zum Harz, wo es bei bedecktem Himmel längere Zeit regnet. Die Mengen sind nicht warnwürdig, es kommen aber bis zum Abend weitere 5 bis 10, lokal bis 20 l/qm hinzu. Nördlich der Rinne strömt mit nördlichem Wind bei leichtem Druckanstieg trockenere Luft ein, die größere Auflockerungen und einige Quellwolken bringt. Der West-/Nordwestwind südlich und westlich der Rinne fördert mit schwacher Katluftadvektion auch nicht gerade hochreichende Konvektion. Die Luftmasse verliert an Energie und PPW's, CAPE, Scherung nehmen deutlich ab. So bilden sich einzelne Schauer ab den Mittagsstunden über der Südhälfte. Die -10°C wird an der Oberkante, wenn, dann nur wenig unterschritten, am ehesten orographisch an den Alpen, südlicher Bayerwald und vielleicht auch vereinzelt dazwischen. Bei einem vielfach freundlichen und trockenen Mix aus Quellbewölkung und sonnigen Abschnitten liegen die Höchstwerte bei 14 bis 19°C, im Dauergrau im Osten und der Mitte um 10°C. In der Nacht zum Freitag zieht der Trog nach Polen ab. In der nachfolgenden flatternden, schwachen westsüdwestlichen Strömung setzt sich vorübergehend ein flacher Keil durch, der Druckanstieg über Nordeuropa stützt. Somit dreht bodennah die Strömung eher auf Ost und die Luftmasse kann in mittleren Troposphärenschichten abtrocknen. Für die bodennahen Schichten gilt das nur bedingt. Aufgrund der nun teils nassen Vorgeschichte bilden sich bei Auflockerungen ausgedehnte Nebel- und Hochnebelfelder aus. In den Regionen, in den es länger klar bleibt (vor allem Norddeutsche Tiefebene sowie südlich der Donau), droht Frost in Bodennähe, vereinzelt in Kältelöchern Luftfrost. Etwas regnen kann es anfangs im Nordosten, aber auch das ist bald vorbei. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC Freitag ... stellt sich schwacher Zwischenhocheinfluss ein. Bei leicht flatternder südwestlicher Höhenströmung und einer Bodenhochdruckzone über Skandinavien. Die Luftmasse trocknet noch etwas ab, etwaige Tröge lösen in dieser, stabilen und recht trockenen, Luft nichts nennenswertes aus. Ein bisschen Restlabilität und -feuchte kann zu leichter Schauer- und Gewitterneigung am Alpenrand führen. Mehr Details sind in der Frühübersicht zu finden. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren ähnlich. Unsicherheiten sind in den Details zu finden. Für die laufende Gewitterlage haben sich die Modelle gut geschlagen. Hinweise auf Superzellen hatten etliche hochauflösende Modelle, auch ICON RUC und D 2 auf der Karte. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner