SXEU31 DWAV 221800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Freitag, den 22.05.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Sommerlich-warm bis heiß mit nur kleinen Störfaktoren. Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... hat Hoch ZENO alles im Griff und das wird in der Kurzfrist vermutlich auch so bleiben. ZENO thront am heutigen Freitagabend mit einem Kerndruck von rund 1028 hPa über den Sudeten. Es wird von einem mächtigen Rücken unterstützt, der sich mit positiver Achsneigung vom nordwestlichen Afrika bis nach Benelux und Deutschland erstreckt. Die Achse selber hat ausgehend von Marokko etwa den Nordwesten Deutschlands erfasst. Im Laufe der Nacht kippt der Rücken ein wenig nach Südosten, sodass die Achse ebenfalls etwas weiter südöstlich vorankommt. Der Rücken wird dabei zweifach attackiert: Zum einen durch einen Höhentrog über der nordwestlichen Iberischen Halbinsel, zum anderen durch das in die Nordsee ziehende Trogresiduum. Korrespondierend gibt es dazu Tiefdruckgebiete südöstlich von Island (JULE) und über der nordwestlichen Iberischen Halbinsel (noname). Dazwischen liegt ein Frontensystem, auf dessen Vorderseite sehr warme und trockene Subtropikluft aus dem Südwesten nach Deutschland fließt. Die T850 hPa liegen am Samstagmorgen bei 8 Grad im Osten bis 13 Grad im Südwesten. Im Osten befinden sich noch Reste feuchter Luft, die aus der ehemaligen Warmfront des Islandtiefs stammen. Durch das Absinken trocknet die Luftmasse aber zunehmend ab, sodass die tagsüber teils noch dichten Wolken im Nordosten mehr und mehr Lücken bekommen. Die Modelle simulieren im Norden vereinzelt Nebel, ob es bei nur schwachem Wind allerdings für eine Warnung reicht, erscheint fraglich. Die Temperaturen sinken auf 15 bis 8 Grad. Samstag ... wandert das Trogresiduum nach Skandinavien und touchiert den Nordosten Deutschlands. Das Höhentief über der nordwestlichen Iberischen Halbinsel bewegt sich dagegen kaum von der Stelle. Das Frontensystem zwischen den zugehörigen Bodentiefs erreicht nachmittags den Norden und lässt dort etwas mehr Bewölkung (vor allem mittelhohe und hohe Wolken inklusive Saharastaub) aufkommen, in Nordseenähe und Schleswig-Holstein werden zudem ein paar Tropfen simuliert. ICON-D2 und Super-HD gehen sogar mit Gewitter hausieren, die angesichts trockener Luft oberhalb etwa 700 bis 600 hPa aber fraglich erscheinen. Im Rest des Landes stören bei 80 bis 100 % relative Sonnenscheindauer (also 13 bis 16 Stunden) nur wenige Wolken. Der Wind weht meist nur schwach, im Norden und im Alpenvorland teils mäßig aus unterschiedlichen Richtungen. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 25 und 30 Grad im Norden und Osten, sonst zwischen 27 und 33 Grad. An den Küsten ist es mit auflandigem Wind kühler. In der Nacht zum Sonntag regeneriert sich der Rücken durch eine neue Aufwölbung über den Britischen Inseln und der Nordsee. Daraus geht bereits tagsüber das neue Hoch ALEXANDER hervor, das bis zum Morgen in die südwestliche Nordsee zieht und sich mit ZENO über Polen verbindet. Dazwischen liegt nach wie vor das Frontensystem von JULE, das über Deutschland durch ALEXANDER als wenig wetteraktive Kaltfront ein wenig bis in die Mitte des Landes gedrückt wird. Im Norden ist die Bewölkung deshalb teils dichter, lokal wird auch leichter Regen simuliert. EZMW zeigt sogar bis zu 12 l/qm in 3 Stunden zum Morgen hin im Nordosten. Bei einer allerdings furztrockenen Schichtung zwischen 900 und 500 hPa fragt man sich, wo das herkommen soll? Nebel dürfte, wenn überhaupt, nur eine örtliche Randerscheinung bleiben. Im Süden ist es dagegen locker bis gering bewölkt oder klar und trocken. Der Wind ist meist nur schwach. Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen 17 Grad im Westen und 9 Grad im äußersten Norden. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC Sonntag ... Hochdruckeinfluss mit viel Sonnenschein, in der Mitte aber Durchgang einer schwachen Kaltfront mit ein paar Wolken und örtlich etwas Regen. Im Norden leichte Abkühlung, im Süden noch einen Tick heißer. Kennen wir alles schon, geändert hat sich Nix. Für Details konsultiere man die Frühübersicht. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren sehr ähnlich, zeigen aber bezüglich etwaiger Niederschläge bei der hereinziehenden Kaltfront Differenzen, die im obigen Text bereits diskutiert wurden. Ob Saharastaub die Höchstwerte vor allem am Sonntag dämpft, ist angesichts unterschiedlicher Saharastaub-Vorhersagen unsicher. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Simon Trippler