SXEU31 DWAV 201800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 20.07.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Im Zustrom modifizierter Polar- bzw. Subpolarluft leicht wechselhaft, an der See windig. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... ist sich das IFS-EPS bei der dominierenden Wetterlage total einig. Am Dienstag werden alle Member der Wetterlage Nord zyklonal zugeschrieben. Am Mittwoch und Donnerstag entfällt bis auf zwei Member weiter die überwiegende Mehrheit auf diese Struktur. Somit ist die Kurzfrist schnell und einfach abgehandelt. Die Wetterlage ist geprägt durch einen Rücken samt korrelierendem Bodenhoch über dem Nordatlantik, dessen Keil sich zeitweise über Westfrankreich bis nach Deutschland ausdehnen kann. Auf der anderen Seite hat sich ein Langwellentrog über Skandinavien und dem östlichen Mitteleuropa nach Süden bis zur Adria amplifiziert und steht bodennah mit einer Tiefdruckzone von Nordwestrussland über dem Baltikum und die östliche Ostsee bis in den Balkanraum und Griechenland in Verbindung. Deutschland liegt dabei in der zyklonal geprägten Nordströmung, die wiederum der Wetterlage den Namen gibt. Vor allem am heutigen Montag und am Mittwoch ziehen Kurzwellentröge bzw. kurzwellige Anteile von Norden her südwärts und tangieren auch Teile von Deutschland. Durch PVA und übergreifende teils okkludierte Fronten interagieren die Hebungsprozesse und lösen konvektive Niederschläge aus. Am heutigen Montag ist dies vor allem vom Osten unter Abschwächung bis in die Mitte der Fall. Am Dienstag besteht bevorzugt von Bayern über Mitteldeutschland bis zur Neiße ein gewissen Schauerrisiko. Am Mittwoch muss vor allem in der Nordhälfte mit teils schauerartigen Regenfällen gerechnet werden. Von einer gewissen Warnwürdigkeit sind die Ereignisse bis Donnerstag aber etwas entfernt. Die Entwicklung von einzelnen Kaltluftgewittern ist gering bis nicht ganz ausgeschlossen und die Gefahr von Starkregen aufgrund von Schauerstraßen wird ebenfalls eher als niedrig angesehen. Demnach sollte sich die Warntätigkeit meist auf den Wind beschränken. Durch wiederholt vorübergehende Gradientverschärfung durch die Kurzwellentröge inklusive Bodentiefs frischt der Wind vor allem im Norden auf. Am heutigen Montag treten entsprechend vor allem im Umfeld von Nord- und Ostsee einzelne steife Böen Bft 7 auf. Weiter im Binnenland braucht es schon die Unterstützung von kräftigeren Schauern, um stärker Winde zum Boden zu mischen. Resultierend besteht auch in Teilen Ostdeutschlands in Schauernähe die Wahrscheinlichkeit von niedrigen steifen Böen. Am Dienstag macht der Wind eine Pause und wird voraussichtlich nicht mehr warnwürdig wehen. Am Mittwoch frischt der Wind wieder deutlich auf und erreicht im Küstenumfeld sowie dem angrenzenden Binnenland steife Böen, auflandig in Nordfriesland sowie in Teilen von Schleswig-Holstein auch stürmische Böen. Im Nordosten kann nach Übergang zum Schauerwetter in dessen Nähe auch abseits der Küste wieder die eine oder andere steife Böen im Programm sein. Ansonsten zeigt sich das Wetter von seiner ruhigen und allenfalls im Südwesten von seiner sommerlichen Seite. Bei Temperaturen in 850 hPa von 4 bis 10 Grad, an den Alpen bis 12 Grad liegen die Höchstwerte in 2 m meist bei mäßig warmen 18 bis 25 Grad, im Südwesten bis 27 Grad. Dienstag ... s.o. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC Mittwoch ... s.o. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- ** Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Lars Kirchhübel