SXEU31 DWAV 271800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 27.04.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Mit Hochdruckeinfluss vorerst kein markantes Wetter Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... läuft alles nach Plan. Am Boden herrscht hoher Luftdruck vor, der sich im Verlauf der Nacht wieder mehr über Mitteleuropa ausdehnen kann. Auch das tiefere Geopotenzial über dem Mittelmeerraum tut sich schwer dagegen anzugehen. Das über der Nordsee abtropfende Höhentief zieht südwestwärts in den Ärmelkanal. Dabei wird noch feuchte Luft aus Westen zu uns geführt, die in teils dichteren Wolken gipfelt. Mit Abzug des Höhentief aus der Nordsee dreht die Höhenströmung in der Nacht allmählich auf nördliche Richtung, die Luft wird wieder trockener und die Bewölkung geht im Norden und Nordosten zurück. Damit besteht dort örtlich die Gefahr von leichtem Frost, etwas verbreiteter tritt im Norden und Osten Frost in Bodennähe auf. Dienstag ... ist am Boden nach wie vor Hochdruck bestimmend, der sich über weite Teile Nord-, West- und Mitteleuropas erstreckt. In der Höhe verlagert sich das Tief in Richtung Biskaya, es vollzieht sich der endgültige Cut Off aus dem Tiefkonglomerat über Nord- und Osteuropa und das Geopotential nimmt im Westen und Südwesten Deutschlands wieder zu. Damit lebt der Wind in allen Höhenlagen etwas auf, kann sich aber nur im höheren Bergland sowie in für Nordost- bis Ostwind anfälligen Lagen als einzelne steife Böe (Bft 7) bemerkbar machen. Die eingeflossene Feuchte wird von der zunehmend wieder nördlichen Höhenströmung südwärts geschoben und dabei rasch abgetrocknet. Rückseitig des Tiefs über Russland sorgen kleine kurzwellige Anteile allerdings für etwas Hebung in den östlichen Regionen und damit für harmlose Quellwolken, denn Niederschlag bleibt weiter aus. Über den Alpen stellt sich im Tagesverlauf eine Gegenstromlage ein. Dabei wird feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum gegen die trockene Luft aus Norden geführt. Im Grenzbereich baut sich leidlich CAPE auf (bis 200 J/kg), was für teils mächtig Quellwolken und ein paar Schauer, lokal vielleicht auch Gewitter sorgt. Allerdings ist ein Übergriff der Schauer oder Gewitter auf unsere bayerischen Alpen oder gar den Bodensee unwahrscheinlich. In der Nacht zum Mittwoch fließt in den Norden und Osten kalte Luft (0 bis -4 Grad in 850 hPa). Bei fehlender Bewölkung ist wieder verbreitet leichter Frost wahrscheinlich, am Boden stellt sich teils mäßiger Frost ein. Nach Westen und Süden hin ist die Luft deutlich wärmer (1 bis 6 Grad in 850 hPa) und damit Frost kein Thema. Mit Vorstoß eines Hochkeils von der Nordsee Richtung Schwarzmeer und zeitgleichem Ausdehnen tieferen Drucks nach Südfrankreich, legt der Druckgradient über der Südhälfte Deutschlands etwas zu. Im Bergland, aber auch in anfälligen Lagen treten häufiger steife Böen aus Nordost auf. Auf den Gipfeln sind erste stürmische Böen (Bft 8) nicht gänzlich ausgeschlossen. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC Mittwoch ... ist weiterhin eher ruhig. Lediglich die in der Frühübersicht bereits beschriebene Windzunahme sowie der weiterhin im Norden und Osten auftretende leichte Frost wird in Warnungen münden. Wobei voraussichtlich nur das Bergland markante Warnungen vor stürmischen oder Sturmböen (Bft 8 bis 9) erfahren wird. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Modelle sind sich einig. Etwas unscharf ist der Übergriff der Schauer an den Alpen. Das liegt aber voraussichtlich an der horizontalen Auflösung. Die Lokalmodelle mit feinerer Auflösung belassen die Niederschläge inneralpin. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Jacqueline Kernn