SXEU31 DWAV 191800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 19.05.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Am Mittwoch einzelne Gewitter. Ab Donnerstag Hochdruckeinfluss. Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... greift ein in die westliche Strömung über uns eingelagerter Trog auf Westeuropa über. Die vorgelagerte Warmfront eines Tiefs bei Schottland überläuft den Höhenrücken über Mitteleuropa und löst mit ihrer Warmluftadvektion etwas Hebung aus. Daher breitet sich abends und nachts starke Bewölkung und leichter, skaliger Regen von Westen über Deutschland aus. Ein vorgelagerter Trog und leicht instabile Luft werden ostwärts abgedrängt. Die abendlichen, lokalen Gewitter im Nordosten fallen bald in sich zusammen. Der auf südliche Richtungen drehende Wind lebt wieder etwas auf, ohne dass Warnschwellen in greifbare Nähe kommen. Viel Bewölkung und leichte Durchmischung sorgen für milde Nachttemperaturen um 10°C. Etwas konvektiver werden die Regenfälle zum Mittwochmorgen, wenn mit Annäherung des Troges die Schichtung labilisiert. Mittwoch ... zieht der Trog über Deutschlands ostwärts. Dahinter folgt ein Höhenrücken über Frankreich; im Gepäck ein Bodenhoch, dass sich von Frankreich nach Süddeutschland ausweitet. Das Wetter wird aber geprägt vom flachen Trog und der aus Westen einfließenden, leicht instabilen und feuchten (bis 25 mm PPW) Meeresluft. Bei zunächst starker Bewölkung regnet es gebietsweise leicht. Dann lockert die Bewölkung auf und bei geringer Scherung bauen sich in der Folge wenige hundert J/kg Cape auf, die ab den Mittagsstunden in Schauer und einzelne Gewitter umgesetzt werden. Dabei bilden sich eher Einzel- oder Multizellen. Die Gewitter rangieren im Bereich zwischen "gelb" und "ocker". Da sie etwas ziehen, ist die Wahrscheinlichkeit für Starkregen nicht groß, ICON D2 EPS springt aber etwas an. Daneben reicht es für lokalen, kleinkörnigen Hagel und vielleicht für Böen 7 bis 8 Bft. Die Scherung nimmt erst auf der Rückseite des Troges zu, wenn es wieder stabilisiert. Insgesamt sollte die Gewitterneigung in der Osthälfte etwas größer sein, als in der Westhälfte, was aus dem Zusammenspiel von Trogpassage und Tagesgang resultiert. Der Wind lebt auch abseits der Schauer tagsüber auf, erreicht aber wohl nur exponiert/vereinzelt im Westen (Bft7) und im höheren Bergland (7-8 Bft) die Nähe von Warnschwellen. Zwischenzeitlich lässt sich die Sonne blicken und die Temperatur steigt auf 18 bis 23°C. In der Nacht zum Donnerstag stehen die Zeichen auf deutliche Wetterberuhigung. Der Keil weitet sich ins westliche Mitteleuropa aus und das Bodenhoch kräftigt sich mit 1030 hPa über der Schweiz. Die Schichtung stabilisiert deutlich. Die Schauer und Gewitter lassen nach und ziehen nach Osten ab. Etwas länger regnet es an den Alpen, später östlicher Alpenrand, weil des durch die auf Nord drehende Höhenströmung noch anstaut. Warnwürdige Mengen sind nicht erkennbar. Die Temperaturen liegen bei 11 bis 6°C und vereinzelt bildet sich Nebel. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC Donnerstag ... hat sich die Wetterlage umgestellt zu Hoch Mitteleuropa. Der Norden liegt im Randbereich zur Frontalzone mit der Passage einer Warmfront über der Nordsee und einer Trogpassage über Schweden und die Ostsee; in der Peripherie wird dabei der äußerste Nordosten Deutschlands gestreift. Dabei ist die Grundschicht im Norden und der Mitte noch ziemlich feucht und etwas labil, sodass sich Quellwolken bilden, später Sc. Für Schauer reicht es kaum noch, wegen einer Absinkinversion bei 750 bis 700 hPa (knapp unter 0°C). Nur nach Osten/Nordosten zu sind wegen der (etwas) höher reichenden Labilitätsfläche einzelne Schauer möglich, aber keine Gewitter. Im Südwesten scheint am längsten die Sonne. Dort sind schon um 25°C möglich, sonst oft 20 bis 24°C. Küste und höheres Bergland bleiben kühler. Mehr dazu ist in der Frühübersicht zu finden. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren in den Basisfeldern sehr ähnlich. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner