SXEU31 DWAV 241800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 24.05.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Sonniges Hochdruckwetter, im Süden und Südwesten teils heiß. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... umspannt ein fettes Höhenhoch mit fast 600 gpdm weite Teile West- und Mitteleuropas. Das Zentrum befindet sich im Bereich der Normandie, wobei an dessen Ostflanke ein Keil über Böhmen bis nach Rumänien gerichtet ist. Dieser wird in tieferen Luftschichten von Norden von einem flachen Trog überlaufen, für viel mehr als ganz vereinzelt Schauer oder isolierte Gewitter von der Lausitz über die östlichen Mittegebirge bis nach Niederbayern hat's aber letztlich nicht gereicht. Waren sich die konvektionserlaubenden Modelle gestern noch einig mit Zellen über dem Odenwald selbst bis zum Hunsrück, wurden diese in den jüngsten Läufen immer mehr zurückgerechnet. Aufgrund der Nähe zum Hoch, das am Boden den Namen ALEXANDER trägt und mit über 1030 hPa über Ostfriesland aufwartet auch wenig verwunderlich. Eine gewisse Feuchteflusskonvergenz war südlich einer schwachen und weitgehend inaktiven Kaltfront (Taupunkte einstellig über der Lüneburger Heide, in der Lausitz dagegen um die 15°C) zwar über der südlichen Mitte auszumachen, der Deckel aber letztlich einen Tick stärker als von der Modellwelt gestern noch apostrophiert. Und auch das Thema Saharastaub spielte mit rein. Eine beachtliche Wolke mit leichten, teils mäßigen Konzentrationen hat den Weg um das Hoch herum von Marokko über Portugal und den Englischen Kanal bis zu uns gefunden. In der Folge hatte sich über großen Landesteilen dichter Cirrostratus ausgebreitet, der ebenso dämpfend auf die UV-Strahlung (in der Mitte und im Süden etwa eine Stufe unter den Erwartungen, aber mit häufig UV-Index 6 immer noch vergleichsweise hoch) sowie die Höchsttemperatur wirkte. Spitzenreiter waren: Regensburg mit 33.2°C gefolgt von Kitzingen mit 32.7°C und Waghäusel-Kirrlach mit 32.5°C. Mos war in den gestrigen Läufen noch vielfach von 33-34°C im Süden und Südwesten ausgegangen. Bis morgen Früh verlagert sich der Hochschwerpunkt noch ein Stück weiter ostwärts, womit die Nacht vielfach windschwach und klar verläuft. In der kontinental geprägten Luftmasse kann bei 8 bis 13°C ausreichend durchgelüftet werden. Nur in den Ballungszentren entlang des Oberrheingrabens bleibt kühlt es mit 17 bis 14°C nicht ganz so stark ab. Montag ... bleibt die Höhenkonstellation sehr stabil. Das Höhenhoch wird von einem Cut-Off im Bereich Kap Finisterres nebst eines Langwelltrog über dem zentralen Nordatlantik sowie und einem weiteren Langwellentrog über Osteuropa bis ins Ionische Meer reichend, omega-artig flankiert. An seiner Nordflanke wird er etwas platt gebügelt durch die recht zonal über Skandinavien hinweglaufende Frontalzone. Im Prinzip ist das die Konstellation eines Heat Domes, der in vergleichbarer Form in 1-2 Monaten deutlich gravierendere Auswirkungen hätte. Ansonsten gibt es nicht viel berichtenswertes. Schwache Reste der Staubkonzentrationen im äußersten Süden und Westen des Landes sollten deutlich weniger ins Gewicht fallen als noch am Vortag. Am Abend macht sich allerdings von der Nordsee ein neuer Schwall Richtung Norddeutsche Tiefebene auf. Ein schwaches Schauerrisiko soll inneralpin und im Südschwarzwald nicht unerwähnt bleiben (MUCAPE im Schwarzwald teils > 1000 J/kg, aber doch recht stark gedeckelt), gleichwohl bleibt es weitgehend trocken. Unter Absinken scheint nahezu landesweit mit maximaler Dauer von 14-16 Stunden die Sonne. Die Luftmasse kann sich dabei auch im Norden wieder ein Stück weit erwärmen, die 850er Temperaturen liegen meist zwischen 12 und 14, im Süden und Südwesten bei 16°C. Bei einem Aufschlag von 15-18°C mit Überadiabaten landen wir am Nachmittag bei 27 bis punktuell 34°C im Südwesten. Nur an Küstenabschnitten mit dem teils mäßigen und leicht böigen westlichen Wind am Nordrand des Hochs wird es mit 18 bis 24°C nicht ganz so warm geschweige denn heiß. In der Nacht zum Dienstag greift bereits im Vorfeld der sich langsam nähernden Frontalzone über Nord- und Ostsee KLA aus und schwächt das Hoch an dessen Nordostflanke allmählich ab. Wettertechnisch passiert aber noch nicht allzu viel. In den Frühstunden können an der Dänischen Grenze erste kompaktere Wolkenfelder mit vereinzelten Tropfen ankommen. Sonst bleibt es vielfach klar bei Tiefstwerten vielfach um 10°C, in den Ballungszentren im Westen und Südwesten um 15°C. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC Dienstag ... die KLA verstärkt sich von Norden und sorgt für kräftigen Potentialfall. Dadurch wird das Hoch in der Höhe zunehmend südwärts nach Südfrankreich und dem Alpenraum zurückgedrängt, es etabliert sich vor allem in Küstennähe eine stramme nordwestliche Höhenströmung. Die bodennahe Kaltfront besitzt kaum Schubkomponente, hängt weit zurück und fließt auch ziemlich antizyklonal am Abend in Küstennähe von Norden ein, so dass wettertechnisch neben kompakteren Wolken kaum mit Regen zu rechnen ist. Über Schottland steuert gestützt durch die Nordwest-Südost ausgerichtete Keilachse über Irland bereits das nächste kräftige Bodenhoch mit über 1030 hPa nach. Sonst scheint erneut meist ganztägig die Sonne bei vorläufigem Hitzehöhepunkt mit verbreitet 30 bis 34°C, an der See 20 bis 25°C. Mit Frontpassage, vor allem aber durch den postfrontalen Druckanstieg von Westen sind in der Nacht zum Mittwoch von Sylt bis Usedom einzelne Böen der Stärke 7 aus Nordwest wahrscheinlich. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Nennenswerte Unterschiede sind nicht auszumachen. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Robert Hausen