SXEU31 DWAV 201800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 20.09.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: In der Nordosthälfte wechselhaft mit Schauern, vereinzelten Gewitter und auch am Montag noch ziemlich windig mit teils stürmischen Böen. Sonst ruhige Hochdruckrandlage. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... ist die wetterlenkende, westliche Strömung gerade dabei, stärker zu mäandrieren. So findet mit einem kräftigen Warmluftvorstoß nordwärts auf der Vorderseite eines umfangreichen Sturmtiefs bei Kap Farvel die Aufsteilung eines Rückens gen Island statt. Via Downstream Development rutscht zugleich der Trog über uns südostwärts ab, verbleiben wir in einer leicht zyklonal geprägten, strammen nordwestlichen Höhenströmung. Die sich niedertroposphärisch darunter befindliche Kaltfront erreicht dabei nun auch den Süden des Landes. Während nach Südosten noch etwas Regen fällt (in Gipfellagen garniert mit kurzzeitigen Sturmböen), bleibt es im Südwesten weitgehend trocken. Das liegt auch daran, dass sich der kräftige westeuropäische Rücken langsam ostwärts verlagert und damit auch über Deutschland das Geopotenzial steigt. Nächtlicher Nebel bleibt nur ein vereinzeltes Phänomen, das postfrontale Auflockerungsfenster vielfach zu kurz. Die Minima sinken dabei deutlich in den einstelligen Bereich. Postfrontal sind über der Mitte in Bodennähe bis 2 Grad möglich. Nach Norden und Osten bleibt es aufgrund von dichteren Wolken und weiterhin spürbarem Wind etwas milder mit 14 bis 10 Grad. Warnwürdig ist der Wind tagesgangbedingt nur noch im Küstenumfeld (Bft 7), im Nordosten südwärts bis in die Uckermark hinein. Direkt an der See dürfte es auch noch die ein oder andere Sturmböe geben (Bft 8/9). Dazu gibt es in der trogrückseitigen labilen Höhenkaltluft (T500 nahe -25 Grad) besonders im Norden und Nordosten weitere Schauer, vornehmlich an der Ostsee auch kurze Gewitter. Diese werden in einem gut gescherten Umfeld durch einen flachen Randtrog in der Höhe ausgelöst, der äußerste Nordosten immer im Randbereich des linken Jetausgangs gelegen. Montag ... amplifiziert sich der westeuropäische Rücken bis weit ins Nordmeer. Damit dreht die Höhenströmung vorderseitig von Nordwest fast auf nördliche Richtungen. Nach Deutschland werden dadurch kühle Luftmassen herangeführt. Im Nordosten liegen die 850-hPa-Temperaturwerte unter 5 Grad, an der Grenze zu Frankreich um 10 Grad. Damit ergibt sich auch auf Augenhöhe ein Temperaturkontrast zwischen dem Nordosten und dem Südwesten. Während bei viel Sonne im Südwesten die Maxima es entlang des Rheins über die 20-Grad-Marke schaffen, werden auf Rügen bei zeitweiligem Sonnenschein nur 16 Grad erreicht. Dazwischen dominieren nach freundlichem Start von Nordwesten nach Südosten häufig die Wolken, die an einer Absinkinversion bei etwa 750 hPa breitlaufen. Darunter ist die Luftmasse noch ausreichend labil, sodass sich vor allem nach Norden und Osten im Tagesverlauf ein paar eher schwache Schauer bilden können. Für Gewitter sollte es dann allgemein nicht mehr reichen, die Tops liegen meist um die -5 Grad auf knapp 700 hPa. Der Gradient und die Höhenwinde sind im Vergleich zum Vortag schwächer, aber ausreichend für die ein oder andere Windböe im Norden und Osten, vor allem in Verbindung mit den Schauern. Im Nordosten deuten die deterministischen Modelle im mecklenburg-vorpommerschen Binnenland auch einzelne stürmische Böen an. Im D2-EPS sind punktuell um die 50% angepeilt. An der See sind diese ohne die fehlende Reibung generell häufiger und auf Rügen kann es vor allem anfangs auch noch Sturmböen geben. In der Nacht auf Dienstag ändert sich wenig an der Grundkonstellation. Die Schauer lassen tagesgangbedingt nach. Niederschlag gibt es mit der nördlichen bis nordwestlichen Strömung nur noch im Erzgebirgsstau. Auch der Wind lässt weiter nach. Nur an der Ostsee sind eingangs der Nacht noch Windböen zu erwarten. Es gibt zunehmend Auflockerungen und mit dem abnehmenden Wind sinken die Werte in der eingeflossenen Meereskaltluft vielfach in den einstelligen Bereich. Im Süden sind bis 4, am Boden bis 0 Grad zu erwarten. Gebietsweise bilden sich Nebelfelder aus, die vereinzelt auch mal dichter sein können. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC Dienstag ... ist geprägt von einer ruhigen, stabil geschichteten Lage auf der Keilvorderseite mit Absinken. Allerdings liegt der Großteil des Landes auf der "falschen" Hochseite in einer bodennahen nord- bis nordwestlichen Strömung, mit der feuchte Luftmassen von der Nordsee zu uns transportiert werden und unter einer kräftigen Inversion gefangen sind. Insofern wird es häufig ausgedehnte Sc-Felder geben, die im Tagesverlauf durch die kurzwellige Einstrahlung nur wenig aufgedröselt werden. Ausnahmen bestehen aber von der Ostsee bis nach Anhalt (teils durch Skandiföhn-Effekte) sowie ganz im Südwesten Deutschlands (südlich der Hochachse). Keine wesentlichen Änderungen zur Frühübersicht. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Basisfelder werden allesamt sehr ähnlich simuliert. Auffällig ist erneut, dass die Deutsche Modellkette in der Böeninterpretation für morgen recht (zu) konservativ aufgestellt ist. Auch ohne Schauer, lässt die Durchmischung bis zur Weser durchaus noch die ein oder andere Böe Bft 7 zu. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Robert Hausen