SXEU31 DWAV 150800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 15.03.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: W a Übergang zu BM Keine markanten Entwicklungen. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Sonntag... zieht ein Trogresiduum über Deutschland nach Osten. Das davon abgetropfte Höhentief liegt über dem westlichen Mittelmeer. Allerdings ist rückseitig einer Kaltfront über Polen stabil geschichtete und trockene Luft eingeflossen, in der es nicht zu nennenswerter Konvektion reicht. Die Kaltluftadvektion hat vielmehr zum Aufbau eines Zwischenhochs beigetragen, dass sich von Westen nach Deutschland schiebt und für ruhiges Wetter sorgt. Abgesehen von Quellbewölkung im Westen und Nordwesten passiert im Trogbereich nicht viel. Stattdessen zeigt sich im Tagesverlauf häufiger die Sonne, wobei sich die Regionen mit Aufheiterungen langsam nach Südosten ausbreiten. In der Südosthälfte liegen postfrontale Feuchtereste und starke Bewölkung, jedoch fällt nur noch unbedeutender Niederschlag. Nach Auflösung lokaler Nebelfelder im Nordwesten und Anstieg der Temperaturen aus dem Frostbereich heraus, der aber nur lokal im Bergland und Westen überhaupt erreicht wurde, werden tagsüber keine Warnkriterien erreicht. Die Höchstwerte steigen mit Sonne vom Niederrhein bis zum Emsland sowie am Oberrhein auf zweistellige Werte, im Rest des Landes werden 5 bis 9 Grad erwartet. In der Nacht auf Montag macht sich ein umfangreiches Trogsystem über Westeuropa bemerkbar. Dessen Achse greift am Morgen auf den Westen Deutschlands über und amplifiziert mit Ostverlagerung stärker. Dazu gehört ein Bodentief mit Zentrum bei Island. Die davon ausgehende Okklusion und deren Niederschläge greifen von Westen her im Laufe der Nacht auf Deutschland über und erreichen bis zum Morgen die Mitte des Landes. Bei T850-hPa-Werten im negativen Bereich fällt in höheren Mittelgebirgslagen (>500 bis 700 m) etwas, wenige cm Schnee. In den Mittelgebirgen ist stellenweise mit Glätte zu rechnen. Präfrontal kommt es in den Auflockerungsgebieten über der Mitte und dem Osten des Landes gebietsweise zu Frost. Glätte ist in den Regionen ein Thema, wo es zuvor Niederschläge gab. Der Wind frischt im Laufe der Nacht auf. Im äußersten Westen und im höheren Bergland muss vereinzelt mit Windböen gerechnet werden, auf Berggipfeln kann es stürmisch werden. An der Nordsee sind ebenfalls Windböen, exponiert stürmische Böen aus Süd bis Südwest möglich. Montag... schwenkt der Höhentrog über Deutschland nach Osten und liegt abends mit der Achse schon über dem Nordosten. Dabei weitet er sich nach Süden aus. Begleitet wird er von einem Schwall höhenkalter Meeresluft, in 850 hPa mit -4°C, über der Nordhälfte in 500 hPa <-30°C, im Norden dort -35°C. Entsprechend instabil wird die Schichtung und es baut sich CAPE von 100 bis 200 J/kg auf. Rückseitig des skaligen Regenbandes, das unter Abschwächung nach Osten zieht und mittags wahrscheinlich schon über Westpolen und Niederbayerns angekommen sein sollte, bilden sich Schauer und kurze Graupelgewitter. Davon betroffen sind in erster Linie der Norden und die Mitte, abgeschwächt der Süden, vielleicht bis in die Gegend zwischen Main und Donau. In den Hochlagen (>700, 800m) fällt der Niederschlag als Schnee. Eine größere Akkumulation wird nicht erwartet, es kann aber vorübergehend glatt werden - auch in Regionen mit Graupelgewittern. Mit dem stärkeren Gradienten und durch vertikale Umlagerungen (30kt in 1000m) muss insbesondere in Verbindung mit Schauern und Gewittern mit Windböen 7 Bft gerechnet werden. In den Mittelgebirgshochlagen sind Sturmböen möglich, Brocken bis 10 Bft. An der Nordsee lässt der Wind bereits am Vormittag nach, Warnkriterien werden dort nur exponiert überschritten. Ansonsten fächert der Gradient schon nachmittags deutlich auf, der Wind folgt dem nur verzögert, da die Konvektion die Böen "am Leben" erhält. Neben den Schauern zeigt sich immer wieder die Sonne. Die Temperaturen überschreiten jedoch nur vereinzelt und vorübergehend die 10-Grad-Marke - dort, wo die Sonne länger scheint. In der Nacht auf Dienstag zieht der Trog ostwärts ab. Dadurch und durch den Tagesgang lässt die Schaueraktivität nach. Mit der Stabilisierung breiten sich von Westen und Nordwesten größere Auflockerungen aus. Dann kann sich gebietsweise Nebel bilden. Niederschlag fällt vor allem noch im Stau der Alpen und der östlichen Mittelgebirge (in höheren Lagen als Schnee). Im Laufe der Nacht verdichten sich im Zuge eines WLA-Feldes, der Warmfront eines Islandtiefs die Wolken im Westen und Nordwesten wieder. Später kann es geringen Regen geben. Dabei steigt der Luftdruck von SW her und von Frankreich breitet sich ein Hochdruckgebiet nach Deutschland aus. Bei geringem Gradienten lässt der Wind schnell weiter nach. Dafür muss in den Regionen mit Auflockerungen, vor allem Osten und östliche Mitte, mit leichtem Frost gerechnet werden. Wo es noch nass ist, kann es lokal Glätte geben. Dienstag... geht der Umbau der Strömung und die Umstellung der Wetterlage, die ja schon begonnen hat, weiter. Die Strömung wird meridionaler und von Südwesteuropa weitet sich ein Keil zur Ostsee aus, während aus dem Trog östlich davon ein Kaltlufttropfen über dem Balkan wird. Der hohe Bodendruck bei uns verbindet sich mit einem Hoch über Osteuropa, insgesamt überdeckt die resultierende Hochdruckzone große Teile Europas bis zum Atlantik. Ganz ungetrübt ist der Wetterablauf damit über Deutschland noch nicht. Die WLA wird zwar weniger, Feuchtefelder aus der Warmfront liegen über Deutschland und bringen wolkigen Himmel in einem breiten Streifen von Benelux und der Nordsee bis Bayern, es kann dort noch etwas regnen oder nieseln. Tendenziell lockern die Wolken tagsüber wohl ab und zu auf. Besonders im Osten und Südwesten scheint auch häufiger die Sonne. Die Temperatur steigt meist auf 12 bis 15, im Westen mit Sonne bis 17°C. In der Nacht zum Mittwoch lösen sich die Wolken über Deutschland bei anhaltendem Absinken mehr und mehr auf. Besonders in der SE Hälfte, wo am Rand des KLT etwas trocken-kältere Luft wetterbestimmend ist, tritt gebietsweise leichter Frost auf, nur vereinzelt bildet sich Nebel. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren ähnlich. Unschärfen betreffen lediglich Details. Die Glätteentwicklung wegen der leichten Schneefälle im Bergland ist etwas diffiziler, angesichts der geringen Mengen und der Höhenlage reichen wahrscheinlich Glättewarnungen. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner