SXEU31 DWAV 110800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 11.05.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: Tr M GEWITTER/STARKREGEN: Bis gegen Mittag von NRW über Südniedersachsen und die Altmark bis nach Mecklenburg mehrstündiger Starkregen gebietsweise mit Mengen zwischen 20 und 35 l/qm in 6 Stunden. Im Tagesverlauf im Osten und Süden auflebende Gewitter, mit Starkregen bis 25 l/qm, kleiner Hagel und Sturmböen. Mit geringer Wahrscheinlichkeit auch Unwetter. In den Abendstunden in den Südosten zurückziehende Gewitter, in der Nacht an den Alpen in anhaltenden Niederschlag übergehend. Am Mittwoch im Tagesverlauf von Westen bis auf den zentralen Mittelgebirgsraum übergreifend erneut Gewitter, dabei Gefahr von Sturmböen Bft 8/9. WIND: Heute im Alpenvorland in freien Lagen sowie im höheren Bergland stürmische Böen bis 70 km/h (Bft 8), in Kammlagen Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9). Darüber hinaus ab dem Nachmittag auch an der ostfriesischen Küste stürmischen Böen bis 70 km/h (Bft 8. In der ersten Nachthälfte zum Dienstag vorübergehend nachlassender Wind. Dann erst wieder am Mittwoch im Tagesverlauf von Westen bis in die Mitte hinein auffrischender Wind, in Berglagen auch abseits von Schauern und Gewittern mit stürmischen Böen. Ab dem Abend nur zögernd abflauend. DAUERREGEN: Bis in die Nacht zum Dienstag hinein im Schwarzwald kräftiger Regen. Dabei insgesamt Dauerregenmengen um 40, in Staulagen um 50 l/qm. In den Abendstunden an den Alpen in anhaltenden Niederschlag übergehende Gewitter. Bevorzugt im Allgäu Mengen zwischen 20 und 35 l/qm in 12 bis 18 Stunden. Dabei vorübergehend bis auf 1000 m sinkende Schneefallgrenze. SCHNEEFALL: In der Nacht zum Dienstag und bis gegen Dienstagmittag in den Alpen oberhalb von 1000 m bis 5, oberhalb von 1500 m Mengen um 10 cm. Im Allgäu oberhalb von 1000 m deutlich darüber. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC -------------------------------------------------------------- Montag... gelangt Deutschland in den Einflussbereich eines markanten Troges, der sich über der Nordsee hinweg nach Süden ausweitet, wobei dessen Achse am Abend über dem äußersten Westen Deutschlands zu finden ist. Dieser Trog aktiviert die über Deutschland liegende und vom Westen in den Nordosten reichende Tiefdruckrinne und induziert eine Zyklogenese. Das hieraus resultierende Tief wird unter weiterer Intensivierung über den Nordosten Deutschlands hinweg gesteuert und liegt zur tagesgangsbedingt interessantesten Zeit bereits nördlich der Odermündung. Die Luftmasse mit den Parametern vom Vortag (CAPE MU 500 bis 800 J/kg, Gehalt an niederschlagbarem Wasser 20 bis über 25 mm) gelangt dann in den Osten Deutschlands, wo dann noch signifikante niedertroposphärische Scherung mit ins Spiel kommt. Südöstlich der Linie Oderbruch - Vogtland sind daher heftigere Entwicklungen mit einem höheren Organisationsgrad vorstellbar; Unwetter sind nicht auszuschließen; zumindest besteht bei diesen Entwicklungen die Gefahr von Sturmböen. Die Kaltfront des nach Nordwestpolen ziehenden Tiefs erreicht am Nachmittag die Donauniederung. Präfrontal verstärkt sich der Gradient, südlich der Donau und vor allem in Richtung Alpen kommt der Leitplankeneffekt zum Tragen. Hierdurch frischt dort der Wind mit Böen Bft 7 auf, in freien Lagen können stürmische Böen zustande kommen. In den Kamm- und Gipfellagen der süddeutschen und östlichen Mittelgebirge muss mit Sturmböen Bft 8/9 gerechnet werden. Darüber hinaus dürfte in Verbindung mit einer kleinräumigen Tiefentwicklung über der Nordsee, die durch den sich südwärts ausweitenden Trog getriggert wird, zum Abend hin auch im Emsland der Wind mit Böen Bft 7 auffrischen. An der ostfriesischen Küste sind stürmische Böen Bft 8 möglich. Mit der Verlagerung dieses Tiefs ins nordwestliche Niedersachsen wird dieses Tief vom Trog überlaufen und füllt sich auf, so dass der Wind in der ersten Nachthälfte bereits wieder abflaut. Präfrontal können sich zudem im Südosten einzelne Gewitter entwickeln, die durch einen nach Osten ablaufenden Kurzwellentrog induziert werden. Da aber die Luftmasse in diesen Gebieten durch Entrainmentprozesse entschärft wurde und zudem Kaltluftadvektion dämpfend wirkt, sind Unwetter dort eher unwahrscheinlich. Bedingt durch ein leichtes Schleifen der Kaltfront setzt im Südwesten und im Süden vor allem in Staulagen kräftiger Regen ein. Im Schwarzwald können innerhalb von 12 bis 18 Stunden 30 bis knapp 50 mm zusammenkommen. Auflockerungen sind am ehesten im Südosten und, resultierend aus einer kräftigen Durchmischung, im Nordwesten Deutschlands vorstellbar. Gegenüber den Vortagen erfolgt ein Temperatursturz auf 9 bis 14 Grad. Temperaturmaxima zwischen 15 und 20 Grad werden nur noch von der Uckermark bis zum Erzgebirgsraum sowie in tieferen Lagen Süddeutschlands erreicht. In der Nacht zum Dienstag tropft der Trog über der Mitte von Deutschland aus. Im Bereich dieses Höhentiefs gehen die Temperaturen im 850 hPa-Niveau großflächig auf Werte um -5 Grad zurück. Schauerartige Niederschläge fallen dann oberhalb 600 bis 800 m als Schnee (der allerdings nicht liegen bleibt). Durch diese Entwicklung wird die Kaltfront des dann zur mittleren Ostsee in Richtung Gotland ziehenden Tiefs nach Süden gedrückt, wodurch sich das Niederschlagsgeschehen am Alpenrand sowie im Vorland der Alpen konzentriert. Im Schwarzwald lassen dagegen die Niederschläge in der zweiten Nachthälfte alsbald nach. An der Rückseite des Tiefs kommen vor allem an der ostfriesischen Küste weiterhin Windböen und in der ersten Nachthälfte auch einzelne stürmische Böen Bft 8 zustande. In einem breiten Streifen vom Westen Deutschlands bis in den Nordosten hinein klart es gebietsweise auf. In höher gelegenen und zudem windgeschützten Mittelgebirgstälern ist daher leichter Frost oder zumindest Bodenfrost möglich. Dienstag... verlagert sich o.g. Cut-Off-Tief in die Lausitz. Der hiervon ausgehende Trog schwenkt über die Adria hinweg ostwärts. Die rückseitige nordwestliche Strömung wird vorübergehend etwas antizyklonaler. Allerdings wird der flache Rücken von Warmluftadvektion überlaufen, zudem beginnt die Strömung zu flattern, so dass mit weiteren schauerartigen Niederschlägen zu rechnen ist. Diese ergeben in der relativ wasserdampfarmen maritimen Polarluft jedoch nur noch geringe Regenmengen. Allenfalls in Staulagen können in Verbindung mit wiederholten Schauern (Schauerstraßen) mehr als 10 mm zusammenkommen. An und in den Alpen fällt staubedingt längere Zeit Schnee. Oberhalb 1000 m können einige, in Lagen oberhalb 1500 m bis über 10 cm Schnee zusammenkommen, so dass dort entsprechende Warnungen erforderlich werden. Darüber hinaus frischt in einem breiten Streifen von der Nordsee bis in den östlichen Mittelgebirgsraum hinein und bis zu den Alpen und zudem gestützt durch den Tagesgang, der Wind aus Nordwest, in freien Lagen mit Böen Bft 7 auf. In höheren Berglagen und an der Nordseeküste sind einzelne stürmische Böen nicht auszuschließen. Gegenüber weiter zurückliegenden Modellläufen wurde der Wind etwas abgeschwächt. Zwischen den Schauerwolken sind Auflockerungen vorstellbar. Längere sonnige Abschnitte sind jedoch auf den Südwesten beschränkt. Dort macht sich noch am ehesten der schwache Hochdruckeinfluss bemerkbar. Im Nordosten und ganz im Osten ist die Schichtung im Bereich und an der Südflanke des Cut-Off-Tiefs noch leicht labil, so dass es in diesen Gebieten noch einmal für kurze Gewitter reichen kann. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen deutschlandweit nur noch 8 bis 14 Grad. In der Nacht zum Mittwoch greift vom Nordmeer kommend ein weiterer, aber relativ breiter Trog auf die Britischen Inseln und die Nordsee über. An dessen Ostflanke dreht die Strömung auf West-Südwest zurück. Im Nordwesten und Norden macht sich ein nach Osten ablaufender Kurzwellentrog mit labiler Schichtung in Form von Schauern bemerkbar. Ansonsten erfolgt eine Wetterberuhigung, südlich der Mittelgebirgsschwelle klart es verbreitet auf. Dort und auch im östlichen Mittelgebirgsraum stellt sich leichter Bodenfrost ein, in ungünstigen Lagen ist auch leichter Luftfrost nicht auszuschließen. Mittwoch... weitet sich der Trog von der Nordsee her nach Mitteleuropa aus. Dabei zeichnen sich 2 Teilachsen ab. Die östliche Achse schwenkt über den Nordosten Deutschlands hinweg nach Nordwestpolen, die Hauptachse dieses Troges, die sich auch im Bodendruckfeld abzeichnet, greift auf die Benelux-Staaten über. Abgesehen vom Süden, wo sich leichter Hochdruckeinfluss hält und sich hieraus auch größere Auflockerungen ergeben, stellt sich kühles Schauerwetter bis hin zu kurzen (Kaltluft)Gewittern ein. Diese können im Tagesverlauf vor allem im Westen sowie im zentralen Mittelgebirgsraum mit Böen bis Sturmstärke einhergehen. Die Scherung erreicht sowohl niedertroposphärisch als auch hoch reichend signifikante Werte, so dass durchaus auch organisiertere und möglicherweise auch staffelartige konvektive Strukturen zustande kommen können. Bedingt durch die gut ausgeprägte Durchmischung sind zwischen den Schauerwolken auch einige Auflockerungen vorstellbar. Mit der Annäherung des Bodentroges frischt, gestützt zudem durch den Tagesgang, im Westen Deutschlands auch abseits von Schauern und Gewittern der Wind mit Böen Bft 7 auf. In den dortigen Berglagen muss mit stürmischen Böen gerechnet werden. Zum Abend hin flaut der Wind jedoch kaum ab. Gegenüber Dienstag ändern sich die Temperaturen nur unwesentlich. Allenfalls in einigen tieferen Lagen sind dann Maxima um 15 Grad möglich. Im Bergland werden jedoch kaum 10 Grad erreicht. In der Nacht zum Donnerstag weitet sich der o.g. Trog über Deutschland hinweg weiter nach Süden aus, wodurch dann auch in den südlichen Landesteilen wiederholt Schauer und aufgrund der labilen Schichtung vereinzelt auch kurze Gewitter zustande kommen. An der Südflanke des mit dem Trog korrespondierenden Tiefs, das sich über der Nordsee festsetzt, bleibt ein kräftiger Gradient bestehen, so dass in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge weiterhin Wind- und stürmische Böen vorstellbar sind. In tieferen Lagen ist der Wind zwar nicht warnrelevant, verhindert aber selbst bei Aufklaren eine Abkühlung in den Bereich leichten Frostes. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann