SXEU31 DWAV 010800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 01.04.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: BM Keine markanten Entwicklungen. Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Mittwoch... beruhigt sich das Wetter über Mitteleuropa deutlich und die eingeflossene kalte Polarluft, T850 bis -5°C kommt zur Ruhe. Die Frontalzone verläuft weit im Norden über Skandinavien nach Osten. Südlich davon schiebt sich ein Keil von der Biskaya zur Ostsee vor und stützt ein Bodenhochdruckgebiet über Deutschland. Ein abgetropfter Trog zieht als großer Höhentiefkomplex über dem Mittelmeer seine Kreise und sorgt mit einem nach Süddeutschland gerichteten Trog dort anfangs für unbeständiges Wetter. Staubedingt an den Alpen und mit höhenkalter Luft im Trog über dem Südwesten (Alb, Südschwarzwald) treten schauerartige Schneefälle auf, die in Höhenlagen anfangs 1 bis 3 cm Neuschnee bringen können. Der Trog zieht nach Frankreich ab und die Staulage endet, sodass die Niederschläge schon vormittags nachlassen. Am Nachmittag akkumuliert sich auch an den Alpen nichts nennenswertes mehr. Ansonsten herrscht nach teils zögernder Hochnebel- und Nebelauflösung (gebietsweise im Norden) tagsüber, unter dem Einfluss des sich über Nordostdeutschland aufbauenden Hochs, freundliches und trockenes Wetter vor. Nur im Süden, bzw. über der östlichen Mitte halten sich viele, zusehends aber flachere Wolkenfelder. Besonders im Westen und in Richtung Vorpommern gibt es viel Sonnenschein bei einigen Quellwolken bis zur Absinkinversion in ca. 850 hPa. Die Maxima liegen im bewölkten Süden zwischen 5 und 9 Grad und sonst zwischen 10 und 14°C. Der Wind dreht im Süden zunehmend auf Nordost und frischt im Südwesten etwas auf. Sonst kommt dieser schwach bis mäßig aus unterschiedlichen Richtungen (antizyklonal um die Bodenhochdruckzelle über Norddeutschland wehend). Die Nacht zum Donnerstag verläuft ruhig, meist klar und trocken, da die Bodenhochdruckzone zwar schwächer wird, diagonal über Deutschland aber erhalten bleibt. Im Nordosten können sich in einer feuchteren Luftmasse ausgedehnte und dichte Bodennebelfelder bilden. Bei schwacher Windbewegung und Ausstrahlung verläuft die Nacht frostig kalt mit Minima zwischen 0 und -5 Grad, bodennah auch deutlich kälter. Einzig im Nordwesten bleibt es teils frostfrei, da im Verlauf der zweiten Nachthälfte Bewölkung aufzieht. Hier nähert sich ein Bodentrog mit Kaltfront, ausgehend von einem nach Südnorwegen ziehenden Tief. Donnerstag... zieht mit Annäherung eines Troges über die Nordsee im Tagesverlauf eine Kaltfront herein, die dem Nordwesten dichte Bewölkung und etwas Regen bringt. Das zugehörige Tief zieht über den Skagerrak nach Südschweden. Dabei wird die Hochdruckzone über Mitteleuropa abgebaut und entsteht postfrontal über der Nordsee neu. Derweilen gestaltet sich der Tag abseits des frontalen Geschehens im restlichen Land oft freundlich, regional sonnig und trocken. Im Südosten bringt eine von Osten herangeführte feuchtere Luftmasse dichte Hochnebelfelder mit, wenngleich hier die Numerik noch sehr streut. Allerdings ist auch im MOS ein Minimum beim Sonnenschein entlang der Alpen auszumachen. Die Temperatur steigt meist auf 10 bis 15°C, im Nordwesten wegen der Bewölkung und einem neuen Schwall Kaltluft darunter. Postfrontal frischt der auf Nordwest drehende Wind an der Nordsee auf mit einzelnen steifen, an der nordfriesischen Küste exponiert stürmischen Böen. Hier agiert der IFS Lauf von 12z recht forsch, in den ENS sind die Wahrscheinlichkeiten für Böen 8 Bft gering, bei ICON nicht vorhanden. In der Nacht zum Freitag kommt die Kaltfront unter Abschwächung mit wenig Niederschlag in den Osten und Süden der Republik voran. Dahinter folgt ein Schwall sehr kalter Luft über Norddeutschland, in dem die 850 hPa Temperatur vorübergehend bis fast -10°C zurückgeht. Dabei sinkt die Schneefallgrenze von 1000 m auf postfrontal 300 m, wenngleich eine rasche Abtrocknung der Luft dafür sorgt, dass in der kalten Luft kaum Schnee fällt. Im Westen kann etwas Nebel auftreten, wenn die Wolken wieder aufreißen, was dann auch im Norden regional möglich ist. Die Minima liegen zwischen +5 und -2°C erwartet. Luftfrost tritt im Streifen der frontalen Bewölkung nur im höheren Bergland, sonst lokal bis ganz runter auf. Leichter Frost in Bodennähe bleibt deutschlandweit ein Thema. Der durchweg schwache bis mäßige Nordwest, später auch wieder Westwind frischt nur im Umfeld der Küsten zeitweise leicht böig auf mit einzelnen 7er Böen. Freitag... wird ein Zwischenhoch über Deutschland nach Osten gesteuert und ziemlich schnell abgelöst von einer progressiv übergreifenden Warmfront. Sie gehört zum Frontensystem eines an Island südlich vorbeiziehenden Tiefs. Mit dem Zwischenhoch stellt sich mitnichten sonniges Wetter ein. Vielmehr wird präfrontal ziemlich feuchte Luft advehiert (siehe 700 hPa), die einige, wenn auch nicht hochreichende Wolkenfelder mitbringt, ansonsten bilden sich auch Quellungen bis 850/800 hPa. Ein paar Regentropfen oder schwache Schauer sind im Osten und Südosten nicht ausgeschlossen. Ein paar Akzente setzt das Zwischenhoch aber doch, denn gelegentlich scheint auch die Sonne. Auf den Nordwesten greift nachmittags aus Warmluftadvektion resultierend starke Bewölkung und leichter Regen über. Eine langsame Gradientverschärfung bringt abends dem Nordseeumfeld ein paar kräftigere Böen aus Süd, über der Nordsee Bft 7. Die sehr kalte Luft im NE wird bald abgedrängt und die Advektion milderer Luftmassen lässt die Werte in 850 hPa auf -3°C über Vorpommern und bis +3°C im Westen steigen. Die Temperaturen in 2m haben ein deutliches SW-NE Gefälle mit 15°C im Südwesten und 8 bis 9°C als Maximum im Nordosten. In der Nacht zum Samstag kommt die Warmfront ostwärts voran und damit breitet sich leichter Regen in den Osten und Süden aus, während es im Warmsektor von Westen abtrocknet, aber bewölkt bleibt. Es bleibt frostfrei bei 9 bis 1°C. Nur auf einigen Gipfeln im Südosten und ein paar Kältelöchern darunter kann es bis 0°C oder wenig darunter zurückgehen. Bei stabiler Schichtung lebt der Wind im höheren Bergland und an den Küsten auf, mit Bft 7 bis exponiert 8 Bft aus Südwest bis West. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren großräumig ähnlich. Unterschiede ergeben sich in der Grenzschicht, entsprechend den Anteilen tiefer Bewölkung, Nebel und teils bei den Minima. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner