SXEU31 DWAV 061800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Montag, den 06.04.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Ruhiges und störungsfreies Hochdruckwetter mit noch kalten, teils frostigen Nächten. Tagsüber vor allem im Südwesten und Westen deutliche Erwärmung auf über 20 Grad. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... befindet sich Deutschland im Randbereich eines umfangreichen Höhentrogkomplexes über Nordost- bzw. Osteuropa. Im Westen flankiert wird der Trog von einem meridional ausgerichteten Höhenkeil, der vom westlichen Mittelmeerraum über die Britischen Inseln bis ins Nordmeer reicht, sich durch kräftige WLA weiter nordwärts aufwölbt und im Laufe der Nacht allmählich nach Osten vorankommt. Dennoch verbleiben wir vorerst östlich der Keilachse, woraus eine weitgehend antizyklonal konturierte nordwestliche Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet resultiert. Das mit dem Trog korrespondierende ehemalige Sturmtief "RAPUNZEL" befindet sich inzwischen in etwa über dem Großraum Helsinki, füllt sich langsam weiter auf und zieht allmählich ostsüdostwärts. Zwischen diesem Tief und dem durch den Keil gestützten Hoch "QUIRIN", welches seinen Schwerpunkt inzwischen von Benelux zur südlichen Nordsee verlagert hat, hat sich über der Nordosthälfte Deutschlands ein veritabler Gradient eingestellt und mit Unterstützung durch den Tagesgang sowie noch durch das antizyklonale Ausfließen bei stabiler Schichtung gab es dort verbreitet steife, in freien Lagen stürmische Böen aus West bis Nordwest, entlang der vorpommerschen Küste bis nach Ostvorpommern bzw. zur Uckermark sogar Sturmböen und an exponierten Küstenabschnitten schwere Sturmböen. Inzwischen befindet sich der Wind aber bereits langsam wieder auf einem absteigenden Ast - nicht nur wegen des Tagesganges, sondern auch, da der Gradient beginnt aufzufächern. Im Laufe der Nacht kommt nämlich die ebenfalls zunehmend meridional ausgerichtete Hochdruckzone mit ihrer Achse nämlich langsam nach Osten voran und verläuft Dienstagfrüh bereits von der Nordsee kommend über die Mitte Deutschlands bis in den Südosten des Landes. Somit flaut der Wind in den kommenden Stunden rasch ab - morgens gibt es lediglich vom Darß bis nach Rügen noch vereinzelte steife Böen aus Nordwest. Ansonsten verläuft die Nacht allgemein störungsfrei. Flache Quellwolken lösen sich rasch auf und in weiten Teilen des Landes ist es danach klar bzw. durch hohe Wolkenfelder nur gering bewölkt. Eine Ausnahme bilden die Regionen östlich der Keilachse, also die Nordosthälfte des Landes. Unterhalb einer sich verstärkenden Absinkinversion bleibt die dort von Nordwesten einströmende Luftmasse etwas feuchter und vor allem die höher aufgelösten Modelle simulieren im Laufe der Nacht ein relativ dichtes Stratocumulusfeld, das von Dänemark bzw. von der Ostsee her nach Schleswig-Holstein und Vorpommern, später auch noch bis ins nordöstliche Niedersachsen und in den Norden und die Mitte Brandenburgs driften soll. Rückseitig können die Wolken von der Ostsee her später eventuell wieder auflockern, meistens bleibt es in den Regionen aber stark bewölkt, so dass die Temperatur trotz nach wie vor vorhandener niedertroposphärischer KLA (T850 hPa knapp unter 0 Grad) nicht in den Frostbereich sinken können. Im Rest des Landes sieht das etwas anders aus. Vor allem vom Emsland ostsüdostwärts über die Mitte des Landes bis zur Lausitz, zum Erzgebirge, nach Franken und zur Oberpfalz dürfte es verbreitet leichten, in Bodennähe sowie in höher gelegenen Mittelgebirgstälern vereinzelt auch mäßigen Frost geben. Im Westen und Süden reicht es dagegen nach einem recht milden Tag mit Maxima über 15, in Südbaden gar um 20 Grad (im Norden und Osten hat es nur für 9 bis 13 Grad gereicht) lediglich in ungünstigen Lagen für leichten Frost. Dienstag ... ändert sich an der Grundkonstellation nur wenig. Der Höhenkeil wandert über dem Nordmeer bzw. der Norwegischen See nur langsam nach Osten und weitet sich noch ein wenig nordwärts aus, während der Höhentrog mit seinem Drehzentrum über dem Westen Russlands quasistationär bleibt. An dessen Westflanke wird ein kurzwelliger Randtrog über das Baltikum und Polen rasch südwärts geführt und streift dabei auch den Osten Deutschlands, allerdings aufgrund KLA und Absinken kaum wetterwirksam. Lediglich die Absinkinversion wird dort etwas angehoben, die Temperatur in 850 hPa geht etwas zurück mit Werten um 0 Grad entlang der Elbe und -4 Grad an der Oder. Die Stratocumulusbewölkung dort aus der Nacht kommt noch etwas nach Süden voran, bekommt aber mit Anheben der Inversion und besserer turbulenter Durchmischung durch den Tagesgang sowie durch bodennahe Advektion zunehmend trockener Luftmassen aus dem skandinavischen Raum immer größere Lücken, so dass zum Nachmittag/Abend nur noch wenig davon übrigbleibt, am ehesten noch in Südbrandenburg und Ostsachsen. Mit Aufwölben des Höhenkeils und durch beständiges Absinken verschiebt sich der Schwerpunkt hohen Luftdruckes mehr und mehr Richtung Nordskandinavien und Barentssee, dennoch bleibt die von dort aus südsüdwestwärts bis nach Mitteleuropa reichende Hochdruckzone sehr robust. Deren Achse verläuft nach wie vor in etwa von der Deutschen Bucht bis zum Erzgebirge. Während nordöstlich davon beständige niedertroposphärisch KLA erhalten bleibt und die Maxima somit im Norden und Osten unter 15 Grad bleiben - an den Küsten teilweise nur um 10 Grad -, kann sich die Luftmasse im Westen und Süden zusätzlich zum Tagesgang auch dynamisch durch Absinken weiter erwärmen. Im äußersten Westen und Südwesten wird die 10 Grad in 850 hPa überschritten. Bei nahezu ungehinderter Einstrahlung erreichen die Höchsttemperaturen südwestlich von Weser und Werra somit allgemein Werte zwischen 15 und 20 Grad, vom Saarland und der Südpfalz über das Kraichgau bis nach Südbaden sogar bis zu 23 oder gar knapp 24 Grad. Der Wind lebt mit dem Tagesgang vor allem von Vorpommern bis nach Sachsen noch einmal böig auf mit Böen Bft 5 bis 6 aus Nordwest. In freien und windanfälligen Regionen kann es vielleicht auch mal für einzelne steife Böen (Bft 7) reichen, für eine Warnung ist das aber wohl zu wenig. Die Nacht zum Mittwoch verläuft unter Hochdruckeinfluss landesweit wettertechnisch ruhig. Der Schwerpunkt hohen Luftdruckes verlagert sich nun mit über 1040 hPa in den Norden Lapplands, die nach Mitteleuropa gerichtete Hochdruckzone kann sich sogar noch etwas verstärken (über 1030 hPa in der Osthälfte) und die Achse kommt etwas nach Osten voran. Richtung Oder und Neiße können von Norden her nochmals etwas dichtere Wolkenfelder (Sc) hereindriften, im Nordwesten macht sich dünnes hohes WLA-Gewölk (Ci) bemerkbar, sonst bleibt es meistens klar. Somit muss - mal abgesehen von den Niederungen West- und Südwestdeutschlands - erneut vielerorts mit leichtem Frost gerechnet werden, in der Osthälfte kann in ungünstigen Lagen, vor allem in höher gelegenen Mittelgebirgstälern auch mäßiger Frost auftreten. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC Mittwoch ... hat sich gegenüber den Ausführungen in der Frühübersicht so gut wie gar nicht geändert. Die Hochdruckzone bleibt erhalten und sorgt für einen nahezu landesweit sonnigen oder nur leicht bewölkten Tag bei gegenüber dem Vortag in der Osthälfte und im Norden etwas höheren, sonst wenig veränderten Maxima. Lockere Quellwolken gibt es am ehesten in der Osthälfte, im Westen und Nordwesten dagegen etwas hohes WLA-Gewölk - erste Anzeichen einer schwachen Front, die uns wohl aber erst in der Nacht zum Freitag erfasst. Somit verläuft auch die Nacht zum Donnerstag ruhig, wobei es dann vor allem im Osten und Südosten nochmals leichten Frost geben kann. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Modelle fahren einen einheitlichen Kurs, prognoserelevante Unterschiede lassen sich nicht ableiten. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Jens Winninghoff