SXEU31 DWAV 141800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 14.05.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: GWL: TrM Kühles Schauerwetter mit kurzen Gewittern. Vor allem an den östlichen Alpen ab Freitag Dauerregen und oberhalb von 1500 m markante Schneefälle möglich. Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt Deutschland im Einflussbereich des großen Höhentroges über Mittel- und Westeuropa, dessen Hauptachse noch etwas westlich von uns verbleibt. Dabei gelangt am Rande eines Tiefs über Südnorwegen kühle Meeresluft polaren Ursprungs zu uns. Bei labiler Schichtung herrscht nahezu deutschlandweit wechselhaftes Schauerwetter mit zahlreichen kurzen Gewittern. Diese fallen lokal durch Graupel bzw. kleinkörnigen Hagel und stürmische Böen auf, zumeist handelt es sich jedoch dank geringer Feuchte und nur mäßiger Labilität eher um kurzlebige Ereignisse. Vom östlichen Alpenrand etwas ausgreifend bis zur unteren Donau regnet es am Rand einer Zyklogenese südlich der Alpen zeitweise. In höheren Lagen der Alpen, oberhalb von etwa 1500 m, fällt teilweise Schnee. Abseits der konvektiv bedingten Böen weht der Wind vom Südwesten bis in den Nordosten schwach bis mäßig aus West bis Nord, im Südosten aus Süd bis Südwest. Im exponierten Bergland ist es zeitweise stürmisch. Auch an der Nordsee sind gradientbedingt starke bis stürmische Böen nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Freitag lässt die Schaueraktivität tagesgangbedingt meist deutlich nach. Nur im Südwesten halten sich die Schauer über Nacht, und am östlichen Alpenrand kann es durch Aufgleiten zeitweise regnen. In den Hochlagen der Alpen fällt weiterhin Schnee, oberhalb von etwa 1500 m teils mehr. Der stärkste Niederschlag fällt inneralpin. Bei ansonsten stärker auflockernder Bewölkung bildet sich stellenweise Nebel, und die Temperatur geht deutlich zurück. Minima zwischen 6 und 0 °C stehen auf der Karte. Besonders über Norddeutschland ist leichter Frost in Bodennähe wahrscheinlich, vereinzelt ist auch Frost in 2 m Höhe nicht ausgeschlossen. Durch den übergreifenden Trog nimmt auch im Bergland der Gradient ab und der Wind lässt nach. Freitag ... hält die Troglage über Mitteleuropa an. Der Trog stößt weiter nach Süden vor und wird zunehmend in die Länge gezogen, bei gleichzeitiger Verkürzung der Wellenlänge. Das Bodendruckfeld präsentiert sich gradientschwach mit Tiefs über Oberitalien und vor der Südspitze Norwegens sowie leicht baroklinen Regionen in den Alpen und über dem östlichen Mitteleuropa. An den Luftmasseneigenschaften ändert sich nur wenig. Bei labiler Schichtung bilden sich vor allem über dem Süden und der östlichen Mitte Schauer und kurze Gewitter. Die Scherung ist kaum vorhanden, sodass eher unorganisierte und kurzlebige Einzelzellen entstehen. Dabei kann Graupel auftreten, vereinzelt wahrscheinlich auch mal eine steife Böe. Trotz der langsameren Verlagerung der Zellen bleibt Starkregen unwahrscheinlich. Am Alpenrand kann im Tagesverlauf erneut Aufgleitregen einsetzen, ausgehend vom Tief südlich der Alpen. Auch auf den Nordwesten greift im Tagesverlauf schauerartiger Regen über, der mit einer Feuchteschliere verbunden ist, die um das Tief bei Norwegen herumgeführt wird. Entsprechend ist dort auch WLA involviert. Am Vorderrand des Regens kann es auch im Nordwesten einzelne Schauer und Gewitter geben. Geringe Schauerneigung und größere Aufheiterungen werden dagegen im Nordosten erwartet. Nur an und über der Nordsee sowie im nördlichen Schleswig-Holstein frischt der Wind zeitweise kräftig auf mit Böen der Stärke 7 bis 8 Bft aus West, sonst spielt der Wind keine größere Rolle. In der Nacht zum Samstag lassen die Schauer verbreitet nach und die Bewölkung lockert zum Teil stärker auf. Das Tief steuert Jütland an und sein Windfeld erfasst den Norden mit starken bis vereinzelt stürmischen Böen an der See, landeinwärts in Schleswig-Holstein vereinzelt auch mit Böen um 7 Bft aus West. Dazu regnet es im äußersten Norden zeitweise. Am Alpenrand, eventuell etwas ausgreifend bis ins südliche Vorland, regnet es weiter, zeitweise auch kräftiger, mit etwa 10 bis 20 l/qm in 12 Stunden. Summiert bis Sonntagfrüh ergeben sich dort Gesamtmengen zwischen 30 und 50 l/qm in 36 Stunden, mit den höchsten Mengen im Berchtesgadener Land. Daher ist vor allem dort eine markante Dauerregenwarnung denkbar. Oberhalb von etwa 1200 bis 1500 m fällt Schnee. Markante Neuschneemengen bis 30 bis 40 cm sind vor allem an den östlichen Alpen möglich. Die Minima pendeln sich bei 7 bis 1°C ein, in einigen Regionen tritt Bodenfrost auf. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC Samstag ... bleibt der Trog über Mitteleuropa bei leichter Abschwächung nahezu stationär. Sein Südteil schwenkt zum Balkan, sodass über Frankreich Raum für einen Höhenrücken entsteht. Dieser stützt eine schwache Hochdruckzone, die sich im Tagesverlauf auch nach Deutschland ausweitet. Ein gewisses Maß an Labilität bleibt zwar bestehen, dennoch stabilisiert sich die Schichtung im Tagesverlauf zunehmend, sodass sich Quellwolken bilden und nur einzelne Schauer entstehen. Für kurze Gewitter, teils auch mit Graupel, reicht es eventuell vereinzelt noch. An der Nordsee bleibt es am Rand des Tiefs über Skandinavien windig mit steifen bis vereinzelt stürmischen Böen aus West. Sonst spielt der Wind bei geringem Druckgradienten keine größere Rolle. Am Alpenrand regnet es noch längere Zeit. In der Nacht zum Sonntag klart es gebietsweise auf und vereinzelt tritt Frost in 2 m Höhe auf, Bodenfrost gibt es recht verbreitet. Der Niederschlag an den Alpen zieht sich auf den östlichen Alpenrand zurück. Auch ganz im Norden treten noch einige Schauer auf, der Wind lässt jedoch auch an der Nordsee nach. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren weitgehend ähnlich. Die Signale für Dauerregen an den Alpen sind zwar nicht übermäßig stark, aber vorhanden. Entsprechende Warnungen können, wenn die Hinweise bleiben, heute im Tagesverlauf oder morgen Vormittag geschaltet werden. Die Schneemengen in den Alpen akkumulieren sich auf insgesamt auf 20 bis 30 cm, im Osten bis 40 cm oberhalb von 1500 m. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Marco Manitta