SXEU31 DWAV 221800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 22.07.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Im äußersten Norden anfangs noch windig. Im Nordosten und Osten in der Nacht und am Donnerstag einzelne Gewitter gering wahrscheinlich. Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... liegt Deutschland am Rande eines Höhentroges, der sich vom Norden Europas bis nach Südosteuropa erstreckt und von dem aus ein Randtrog in Richtung Deutschland gerichtet ist. Damit korrespondiert im Bodendruckfeld eine Tiefdruckzone über weiten Teilen Nord- und Nordosteuropas (DEBORAH). Für uns von Bedeutung ist dabei ein flaches Randtief mit Kern knapp unter 1010 hPa über Südschweden. Von dort zieht es im Laufe der Nacht allmählich Richtung Baltikum. Dem Ganzen gegenüber steht eine Zone hohen Luftdrucks über West- und Nordwesteuropa mit einem sehr umfangreichen durch einen Rücken gestützten Atlantikhoch (knapp über 1030 hPa), von dem aus ein Keil von Nordfrankreich und Benelux kommend bis in den Südwesten Deutschlands reicht. Zwischen beiden Druckgebilden hat sich über Norddeutschland ein erhöhter Druckgradient aufgebaut, der für eine Auffrischung des Windes gesorgt hat. Mittlerweile ist der Höhepunkt der Windentwicklung bereits überschritten, dennoch können in der ersten Nachthälfte im Küstenumfeld noch zeitweise Böen Bft 7 aus Nordwest auftreten. Spätestens in der zweiten Nachthälfte flaut der Wind mit Abzug des Tiefs weiter deutlich ab. In Verbindung mit dem Tief hat auch eine Kaltfront von Norden auf uns übergegriffen, die allerdings kaum typische Merkmale aufweist und somit auch nur schwer auszumachen ist. Sie erstreckt sich aktuell etwa von der Odermündung über Sachsen-Anhalt und das südliche Niedersachsen hinweg bis nach NRW. Sie kommt in der Nacht noch weiter südwärts voran, löst sich durch den zunehmend antizyklonalen Einfluss aber weiter auf, sodass sich ihre Spur gänzlich verliert. Rückseitig gelangt ein Schwall maritimer Polarluft zu uns, die sich aber wie bereits angedeutet thermisch kaum von der präfrontalen Luftmasse abhebt. Im Bereich der Front und auch postfrontal im Einflussbereich des Höhentroges kommt es derzeit in der Nordhälfte zu Schauern und in der leicht labilisierten Luftmasse im Osten und Nordosten auch zu vereinzelten Gewittern. Mit dem Tagesgang sollte die Schauertätigkeit im Laufe der Nacht allmählich nachlassen. Es bleibt aber oft stark bewölkt. Nur in Schleswig-Holstein lockert die Bewölkung durch aufkommenden Skandenföhn stärker auf. Im Nordosten und im äußersten Osten etwa zwischen MV und der Lausitz, wo ein Kurzwellentrog hereinschwenkt, gibt es weitere Schauer und vielleicht auch noch lokal kurze Gewitter. Begleiterscheinungen wie Starkregen um 15 l/m² innert kurzer Zeit und Böen Bft 7 bis 8 sind aber nur gering wahrscheinlich. Abseits davon gestaltet sich die Nacht im Südwesten und Süden neben ein paar dichteren Wolkenfeldern ruhig. Die Luft kühlt auf 14 bis 8°C ab. Donnerstag ... schwenkt der Trog nebst Bodentief langsam weiter ost-/südostwärts. Der äußerste Osten und Nordosten zwischen Vorpommern und dem Osterzgebirge verbleiben aber noch in dessen Einflussbereich. So kommt es dort zu weiteren Schauern und vereinzelten Gewittern. Diese sollten mit gelben Warnungen bewarnt werden können. In den weiteren Landesteilen dominiert der Einfluss des Hochs. Dennoch startet der Tag etwa nördlich der Mainlinie ebenfalls oft mit zahlreichen tiefen Wolken, die sich unterhalb einer auf etwa 800 hPa befindlichen Absinkinversion in der feuchteren Luftmasse ausgebreitet haben. Dabei kann es im Bergland vereinzelt ein paar Spritzer Regen geben. Am Nachmittag werden die Wolkenlücken aber größer. Von den dichteren Wolken ausgenommen bleibt eine Region im Norden, die von Schleswig-Holstein, Mecklenburg, die gesamte Ostseeküste entlang bis etwa in die Prignitz reicht. Dort sorgt weiterhin der Skandenföhn für häufig wolkenlose Bedingungen. Den Südwesten und Süden erwartet in großen Teilen ein heiterer bis sonniger Tag. Einzig an den Alpen können Reste der Kaltfront für mehr Wolken und etwas Regen sorgen. Die Höchstwerte liegen in der eingeflossenen Polarluft meist zwischen 18 und 24°C, im Südwesten sind bis 27°C zu erwarten. In der Nacht zum Freitag verlässt uns der Trog ostwärts und von Nordwesten nimmt der Einfluss des Höhenrückens zu. Damit einhergehend setzt sich der Druckanstieg am Boden fort und der Keil über Deutschland kann sich weiter stärken. Entsprechend lassen letzte Schauer im Osten nach und die Nacht gestaltet sich oft klar. Den Nordwesten allerdings erreichen im Laufe der Nacht ausgedehnte tiefe Wolkenfelder, aus denen aber nur vereinzelt im Nordseeumfeld etwas Regen oder Nieselregen fällt. Die Nacht wird recht frisch bei Tiefstwerten zwischen 12 und 7°C, in einigen Mittelgebirgen auch darunter. An der See bleibt es etwas milder. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC Freitag ... können die Ausführungen aus der Frühübersicht beibehalten werden. So hält sich im Nordwesten und Norden oft dichtere Bewölkung, während es in der Mitte und im Süden heiter bis sonnig ist. Die Luftmasse kann sich insgesamt weiter erwärmen auf Höchstwerte zwischen 19 und 23°C im Norden und 24 bis 28°C sonst, im äußersten Südwesten sind bis zu 30°C möglich. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die betrachteten Modelle prognostizieren die Entwicklung der Wetterlage übereinstimmend. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Johanna Anger