S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 19.08.2026 um 10.30 UTC Am Wochenende leicht wechselhaft mit nur einzelnen Gewittern und eher kühl. Am Sonntag in der 2. Tageshälfte im Südwesten Wolkenverdichtung, später Regen möglich. Am Montag und Dienstag im Süden und in der Mitte längere Zeit Regen, zunächst im Südwesten, dann in der östlichen Mitte örtlich teils ergiebiger Dauerregen möglich. Im Norden freundlicher und wärmer. Am Mittwoch in der Mitte und im Süden allmählich nachlassender Regen. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 26.08.2026 Am Samstag liegt Deutschland am Südrand eines Zentraltiefs über Südnorwegen in einer südwestlichen, im Norden in einer westlichen Höhenströmung, wobei noch ein flacher Randtrog nach Nordosten durchschwenkt. Das korrespondierende Wellentief an einer Kaltfront zieht von Südpolen nach Westrussland und seine Kaltfront liegt quasistationär über den Alpen. In der unteren Troposphäre strömt von Westen und Nordwesten recht kühle Meeresluft nach Deutschland mit 850hPa-Temperaturen zwischen 4 Grad an der Nordsee und 10 Grad an der Donau. Derweil hängt der Haupttrog noch mit einer großen Amplitude über Westeuropa zurück. Der zurückhängende Trog tropft am Sonntag ab, so dass sich im Raum Bretagne ein flaches Höhentief bildet. Gleichzeitig schwenkt das Trogresiduum über den Norden und Osten Deutschlands ostwärts. Zwischen dem Trog und dem Höhentief über der Bretagne schwenkt ein Höhenkeil nach Süd- und Mitteldeutschland, der aber von WLA überlaufen wird. Am Boden dehnt sich der Azorenhochkeil über Nord- und Mitteldeutschland bis nach Polen aus. Am Montag gelangt das flache Höhentief über der Bretagne in den Randbereich eines Zentraltiefs südlich von Island und wird dadurch nach Nordfrankreich gelenkt. Auf der Vorderseite seines zu den Alpen schwenkenden Kurzwellentroges verlagert sich ein Bodentief von Südfrankreich nach Südwestdeutschland. Auf seiner Vorderseite greift WLA auf Süd- und Mitteldeutschland über. Das Höhentief zieht am Dienstag über Süddeutschland nach Österreich und auf seiner Vorderseite verlagert sich das Bodentief über Süddeutschland hinweg nach Tschechien und Ungarn. Dadurch werden im Süden und in der Mitte teils kräftige Regenfälle ausgelöst. Das Höhentief findet am Mittwoch nun Anschluss an den nordosteuropäischen Höhentrog und verlagert sich damit zum nördlichen Balkan. Dahinter schwenkt unter Verstärkung der von Südeuropa ausgehende Höhenkeil nach Deutschland und reicht bis Fennoskandien. Dort wird ein kräftiges Bodenhoch gestützt, so dass in seinem Randbereich im Norden und in der Mitte Deutschlands die bodennahe Luftströmung auf Ost bis Nordost dreht. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Der neue Modelllauf vom IFS simuliert grundsätzlich die synoptischen Basisfelder ähnlich wie die beiden Modellruns von gestern. Allerdings gibt es beim Wetterablauf doch einige Differenzen: Durch eine etwas nähere Position des etwas kräftigeren Teil-Höhentiefs über dem Ärmelkanal im gestrigen 00-UTC-Lauf (am Samstag, 24 UTC) werden in der Mitte und im Süden am Samstag deutlich mehr Schauer und Gewitter simuliert als in den beiden letzten Modellruns. Dadurch ist dann auch am Montag das Bodentief, das von Frankreich zum Alpenvorland zieht, schneller und die Regenfälle im Süden am Montag kräftiger als in den beiden aktuellen Läufen. Mit dem Abzug des Tiefs am Dienstag gleichen sich die Modellruns bezüglich der Regenfälle wieder an: Im Süden, anfangs auch in der Mitte, muss noch mit teils kräftigen Regenfällen gerechnet werden. Am Mittwoch setzt sich schwachen Zwischenhocheinfluss durch und die Niederschlagsaktivität verringert sich. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Größere Unterschiede fallen ab Montag auf: Bei GFS und UK10 findet der Anschluss des Höhentiefs über Frankreich an den Nordosteuropa-Trog nicht statt. Es gliedert sich nämlich dem atlantischen Langwellentrog an und schwenkt als Randtrog nach West- und Norddeutschland. Das zugehörige Bodentief setzt sich im Raum England fest. Damit resultiert in der unteren Troposphäre eine warme Süd- bis Südwestströmung ab Dienstag. Auch JMA stützt diese Variante. ICON dagegen simuliert das später hochreichende Tief weiter nördlich im Raum Kaliningrad, so dass von Norden recht kühle Luft nach Deutschland strömt. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Clusteranalyse vom EZMW berechnet heute 6 Cluster, die im Wesentlichen schon den beiden Szenarien, die oben im Bereich ´Vergleich´ beschrieben werden. Die ersten 3 Cluster mit insgesamt 36 Modellruns fallen eher in den Lösungsbereich des operationellen Laufs. Cluster 4 bis 6 mit insgesamt 15 Modellruns können in das Szenario von UK10 und GFS eingeordnet werden. Insofern ist der genaue Wetterablauf insgesamt ab Montag recht unsicher. Die Rauchfahne von Offenbach zeigt bei der 850-hPa-Temperatur bis Sonntag einen recht gebündelten Verlauf. Die Temperatur sinkt bis zum Wochenende auf 10 bis 6 Grad. In der neuen Woche nimmt die Streuung stark zu und insgesamt steigt die Temperatur allmählich wieder an auf 9 bis 16 Grad. Offenbar lenkt das beschriebene Tief in 850 hPa wärmere Luft nach Deutschland. Das Geopotential erreicht vorübergehend am Dienstagmorgen einen Tiefpunkt, was die Passage des Höhentiefs anzeigt. Anschließend steigt das Potential vorübergehend an, ehe im erweiterten Mittelfristzeitraum das Geopotential wieder sinkt. Dies zeigt offenbar das Übergreifen des atlantischen Troges ab Freitag nächster Woche an. Entsprechend sieht man zu Beginn des Mittelfristzeitraumes leicht unterdurchschnittliche Höchsttemperaturen, also am Wochenende einen kühlen Witterungsabschnitt. In der Folgewoche steigen die Höchsttemperaturen im Mittel auf Normalwerte, was man aber mit Vorsicht genießen muss, da vor allem in der Mitte und im Süden der Regen die Höchsttemperaturen ordentlich drücken kann. Das sieht man an der Höchsttemperatur von München am Dienstag, die bei großer Regenwahrscheinlichkeit im Mittel unterdurchschnittlich ist. In Berlin dagegen kommt der Regen wahrscheinlich nicht an und ab Dienstag sind die Höchstwerte schon leicht überdurchschnittlich. Nach einem Maximum der Höchsttemperatur am Donnerstag nächster Woche sinkt die Tageshöchsttemperatur wieder ab und ab Samstag nächster Woche gibt es wieder überdurchschnittliche häufige Südwest- und Westwinde, was den atlantischen Einfluss anzeigt. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Zunächst gibt es nur vereinzelt Gewitter. Ab Montag steigt im Süden und in der Mitte die Gefahr von Dauer- oder Starkregen, vereinzelt mit Blitz und Donner. Selbst ergiebiger Dauerregen über 50 l/qm in 24 Stunden ist möglich. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mosmix, EPS, oper. Modelle ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden