S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 22.08.2026 um 10.30 UTC Dienstag teils wechselhaft, teils sonnig und trocken. Mittwoch und Donnerstag sommerlich warm, regional mit Schauern und Gewittern. Ab Donnerstagnachmittag von Westen her Kaltfront, verbreitet Gewitter, nachfolgend weniger warm und wechselhafter. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 29.08.2026 Dienstag ... der Beginn der Mittelfrist ist gekennzeichnet durch eine Omegastruktur im Geopotentialfeld mit Schwerpunkt über dem südlichen Skandinavien. Dadurch wird weiterhin das umfangreiche Bodenhoch über Nordeuropa gestützt. Seine Einflüsse reichen aber nur noch in die Nordosthälfte Deutschlands, denn das Wetter in der anderen Hälfte des Landes wird durch einen nun von fast allen Modellen (aber noch in unterschiedlicher Stärke) gezeigten Randtrog geprägt. Dieser passiert die Südflanke des Höhenhochs im Tages- und Nachtverlauf über die Mitte Deutschlands hinweg von West nach Ost und verliert dabei langsam an Kontur. Damit steht im Westen, Südwesten und Süden des Landes ein durch Schauer und einzelne Gewitter geprägter Tag bevor, während sonst häufig die Sonne scheint und es trocken bleibt. Das Temperaturniveau reicht von 21 bis 27 Grad. Mittwoch ... stärkt sich der Höhenrücken von Süden her wieder, allerdings bleiben kurzwellige Anteile in der Nordwesthälfte des Landes deutlich erkennbar. Darauf reagieren nun die Modelle dort mit mehr Schauern und Gewittern als noch am Vortag simuliert. Am defensivsten ist die ICON-Kette aufgestellt, damit steht diese aber relativ alleine da. Diese Passivität hinsichtlich der Niederschläge reicht bis in die Nacht zum Donnerstag hinein. Mit der advehierten Mittelmeerluft wird es nochmal sommerlich warm, am Oberrhein ist der eine oder andere "30-er" möglich. Dazu ist es abseits des Westens und Teilen der Mitte häufig sonnig. Donnerstag ... rückt das nunmehr abgetropfte atlantische Höhentief weiter ostwärts vor. Damit steilt die südliche Höhenströmung weiter auf und es gelangt nochmals etwas wärmere Meeresluft ins Bundesgebiet. Nach IFS überquert sogar die 23-Grad-Isotherme den Alpenrand knapp. Die anderen Modelle sind diesbezüglich defensiver. Damit sind im Süden etwas häufiger Höchstwerte über 30 Grad als am Vortag möglich. Die nachfolgende Kaltfront wird von IFS zeitlich weniger offensiv gerechnet als im Rest der Modellwelt. Damit wird dessen Lösung erstmal nicht stark propagiert, sondern in der Mittelfristprognose eher auf ICON, GFS und UK10 gesetzt. Diese simulieren zum Abend im Westen eine ausgeprägt Gewitterlage, die sich in der Nacht zum Freitag ostwärts ausweitet. Der äußerste Osten und Südosten wird aber während der Nacht noch nicht erreicht - dort bleibt es trocken. Freitag und Samstag ... greift das Cut-Off-Tief auf Westeuropa über und weitet seinen Einfluss zunehmend auf Mitteleuropa aus. Damit wird ein wechselhafter und weniger warmer Witterungsabschnitt eingeleitet. Die regionale Verteilung der Niederschläge ist dabei wegen kurzwelliger Anteile aber noch ziemlich unsicher. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die letzten Modellläufe von IFS sind bei den großskaligen Strukturen ziemlich konsistent. Im Detail wird der Randtrog am Dienstag nun etwas stärker simuliert als beim gestrigen 00-Lauf (bereits im 12Z-Lauf angedeutet). Auch die Zyklonalität im Nordwesten am Mittwoch wird nun etwas offensiver propagiert. Die Passage der Kaltfront ab Donnerstagnachmittag wird allerdings wegen der leicht westlicheren Position des Höhentiefs nun von Lauf zu Lauf verzögert. Dies ist die markanteste Abweichung zu den anderen Modellgruppen und muss daher mit erhöhten Unsicherheiten beschrieben werden. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die Unterschiede wurden bereits im Haupttext angesprochen, wobei das Hauptaugenmerk auf den zeitlichen Ablauf der Kaltfrontpassage gelegt werden sollte. In den Vorhersagetexten wird die langsamere IFS-Lösung etwas hinter die offensiveren Modelle zurückgestellt. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen EPS: Die Rauchfahnen für unterschiedliche deutsche Städte stützen im Wesentlichen die deterministischen Aussagen. Der Einfluss des Randtroges ist im Geopotentialverlauf sehr schön zu erkennen und führt in der Südwesthälfte zu entsprechenden Niederschlagssignalen. Anschließend steigt das Potential stetig an und erreicht am Donnerstag das Maximum, bevor durch das Cut-Off-Tief ein rasanter Abfall folgt. Besonders markant ist dieser "Absturz" beim Temperaturverlauf in 850 hPa zu erkennen: Im Süden geht die Luftmassentemperatur mit Kaltfrontdurchgang innerhalb weniger Stunden von knapp 24 Grad auf 13 Grad zurück, sonst werden die Werte bereits einstellig. Der nachfolgende Tiefdruckeinfluss führt zudem am Freitag und Samstag regional zu Niederschlagssignalen, bevor das Potential ab Sonntag wieder steigt. CLUSTER: +120...+168h: Es werden vier Cluster gerechnet, wobei C1 mit 24 Membern eindeutig dominant ist. Die weiteren Cluster sind annähernd gleichverteilt. Zugeordnet werden die Strömungsmuster "Blocking" oder "negative NAO". Große Unterschiede lassen sich für Mitteleuropa nicht ableiten, unser Wettergeschehen wird durch das abgetropfte Höhentief bestimmt. Hier gibt es allerdings kleine Unterschiede hinsichtlich seiner genauen Lage, die wahrscheinlich noch mehrere Läufe bestehen bleiben werden. +192...+240h: Die Clusteranzahl verringert sich auf drei, wobei C1 wieder fast die Hälfte der Member umfasst. Dominant ist eindeutig "negative NAO". C1 propagiert zu Wochenbeginn eine flache positive Potentialanomalie, die sich am Dienstag über dem westlichen Mittelmeerraum und dem Alpenraum aufbaut. Bei C3 ist diese etwas ostwärts verschoben, C2 zeigt einen etwas progressiveren Randtrog. Es könnte daher übernächste Woche auf einen etwas wechselhafteren Norden und stärkeren Hochdruckeinfluss im Süden hinauslaufen. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen GEWITTER: Am Dienstag im Westen, Südwesten und Süden einzelne starke Gewitter mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel sowie stürmischen Böen. Am Mittwoch einzelne starke Gewitter mit ähnlichen Begleiterscheinungen über dem Nordwesten und Teilen der Mitte. Ab Donnerstagnachmittag von Westen her vermehrt starke Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. In der Nacht ostwärts ausweitend. Unwetter durch heftigen Starkregen, schwere Sturmböen und Hagel regional wahrscheinlich. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage ICON und IFS inkl. EPS, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Mag.rer.nat. Florian Bilgeri