S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 26.08.2026 um 10.30 UTC Wechselhaft mit wiederholten Niederschlägen. Dabei meist mäßig warm bis warm. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 02.09.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Samstag liegt Deutschland am Rande eines umfangreichen Höhentroges über Nordwesteuropa in einer südwestlichen bis westlichen Höhenströmung. Korrespondierend dazu befindet sich auch im Bodendruckfeld eine umfangreiche Zone tiefen Luftdrucks mit mehreren eingelagerten Tiefdruckzentren, die vom Seegebiet westlich Irlands bis nach Skandinavien reicht. Davon ausgehend und eingebettet in kurzwellige Trogstrukturen ziehen von Westen wiederholt Frontensysteme heran. So sind es am Samstag die Reste einer Okklusion, die über Nordhälfte Deutschlands hinwegziehen und dort noch für etwas Regen oder Schauer sorgen. Richtung Süden und Südosten macht sich der Einfluss eines flachen Rückens bemerkbar und es bleibt unter schwachem Zwischenhocheinfluss überwiegend trocken. Dabei ist eine mäßig warme bis warme Luftmasse vorherrschend mit Höchstwerten meist zwischen 20 und 26 Grad, mit den höheren Werten im Süden und Osten. Bereits am Abend und in der Nacht zum Sonntag greift das nächste teilokkludierte Frontensystem über und bringt vor allem dem Norden und der Mitte vereinzelt etwas Regen. Gleichzeitig kommt es im Bereich der Britischen Inseln zu einer kräftigeren Randtiefentwicklung. Vorderseitig steilt die Strömung nochmal auf und vor allem in den Süden und Osten gelangen nochmal sehr warme Luftmassen aus dem Südwesten Europas und die Temperatur steigt dort bei mehr Sonnenschein nochmal auf spätsommerliche Höchstwerte bis 28 Grad an. Im Westen und Norden halten sich dagegen dichte Wolken. Die Niederschlagstätigkeit lässt im Tagesverlauf zwar erstmal nach, mit weiterer Verlagerung des Randtiefs in Richtung Nordsee greift aber ab dem Abend dessen Frontensystem auf uns über und damit verbundene Niederschläge kommen allmählich ost-/südostwärts über uns voran. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass es insbesondere in der Westhälfte das ein oder andere Gewitter in Verbindung mit Starkregen und stürmischen Böen gibt. Am Montag zieht das Tief weiter Richtung Südskandinavien. An dessen Südrand nimmt der Druckgradient etwas zu und vor allem im Norden und in der Mitte frischt der Südwestwind teils stark böig auf. Vor allem an der Nordsee und im höheren Bergland sind auch Sturmböen Bft 8 bis 9 möglich. Das Frontensystem hat uns bis zum Abend weitgehend überquert, einzig an den Alpen bleibt es noch länger hängen. Rückseitig kommt es im Trogbereich noch zu Schauern. Zudem gelangt postfrontal ein neuer Schub maritimer Kaltluft nach Deutschland und die Temperatur geht im Vergleich zum Vortag wieder etwas zurück auf Werte zwischen 20 und 24, lokal bis 26 Grad. Am Dienstag und Mittwoch schwenkt ein weiterer Randtrog über uns hinweg. Entsprechend bleibt das Wetter zyklonal geprägt mit gebietsweise weiteren meist leichten und schauerartigen Niederschlägen. Die an den Alpen noch liegende Luftmassengrenze wird reaktiviert, sodass es dort länger anhaltend und auch mal kräftiger regnen kann. Hinweise auf warnwürdige Mengen gibt es aber nicht. Nachfolgend stellt sich eine Zweiteilung des Wetters ein. Während der Norden am Rande der Frontalzone verbleibt und sich das Wetter weiter wechselhaft gestaltet, gelangen die weiteren Landesteile von Westen unter Hochdruckeinfluss. So bleibt es dort trocken bei mehr Sonne und teils wieder sommerlichen Temperaturen. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des IFS kann als gut bezeichnet werden. Erst zum Ende der Mittelfrist nehmen die Unterschiede leicht zu, was sich in einem zeitlichen Versatz der Trog-Keil Strukturen äußert. Der zyklonal geprägte Witterungsabschnitt kann aber als sicher bezeichnet werden. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Modelle zeigen einen sehr ähnlichen Wetterablauf, wenngleich es hier und da noch leicht unterschiedliche Trog-Keil Strukturen im Strömungsmuster gibt. Dies führt wiederum dazu, dass die Niederschlagsschwerpunkte und -mengen teilweise noch unterschiedlich von den Modellen prognostiziert werden. Die zyklonal geprägte Wetterlage ist aber sicher. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen über nahezu den gesamten Vorhersagezeitraum sowohl für die Temperatur als auch für das Geopotential einen sehr geringen Spread und somit eine hohe Prognosesicherheit. Wiederholte Niederschlagssignale stützen zudem den zyklonalen Charakter, wenngleich die Mengen meist im geringen Bereich liegen. Die Clusterung des EZMW zeigt für die Zeiträume t+96h und t+168j jeweils drei Cluster. Dabei gibt es zu der zyklonal geprägten Wetterlage bis zum Ende der Mittelfrist keine anderen Szenarien. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Wie oben angesprochen kommt es im Vorhersagezeitraum vor allem an der Nordsee, teils auch im höheren Bergland zeitweise zu Sturmböen Bft 8 bis 9. Zudem sind in der Nacht zum Montag in der Westhälfte einzelne Gewitter, teils in Verbindung mit markantem Starkregen und stürmischen Böen Bft 8 gering wahrscheinlich. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage MOS-Mix, EZMW-EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger