S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Freitag, den 17.07.2026 um 10.30 UTC Leicht unbeständig bei durchschnittlichen Temperaturen. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 24.07.2026 Eingangs der Mittelfrist am nächsten Montag liegen wir unter einer zyklonalen nördlichen Strömung am Rand eines abgetropften Troges über der Ostsee und dem östlichen Mitteleuropa. Dabei gelangt über die Nordsee eine gemäßigte Luftmasse nach Deutschland, die bei 5 bis 10°C in 850 hPa etwa 20 bis 25°C als Tagesmaximum zulässt. Vor allem in der Nordosthälfte kommt zu teils schauerartigen Regenfällen und vereinzelten Gewittern, während die Südwesthälfte in trockener Luft freundlicher und trocken bleibt. Am Dienstag stellt sich auch im Nordosten Zwischenhocheinfluss ein, bei insgesamt kaum geänderter Großwetterlage. Am Mittwoch wird der Trog durch einen in die Rückseite vorstoßenden Kurzwellentrog regeneriert. Ein zugehöriges Tief zieht nach Südschweden, und dessen Ausläufer lösen fast landesweit Hebung und Regenfälle aus. Vor allem an den Küsten und im höheren Bergland frischt der West- bis Nordwestwind lebhaft auf, zugleich labilisiert die Schichtung von Nordwesten her und es sind mit Passage der Kaltfront und des Troges einzelne Gewitter zu erwarten. Die Wetterlage und damit die Luftmasse sprechen nicht für allzu starke Entwicklungen. Am Donnerstag tropft der Trog zu einem großen Höhentief über Mittel- und SE Europa ab. Damit hält das unbeständige Wetter mit Wolken und Regenfällen, sowie örtlichen Gewittern in großen Landesteilen an. Lediglich im Westen und Südwesten kann es beginnen abzutrocknen mit einsetzendem Druckanstieg von Westen her. Am Freitag entfernt sich der Trog nach Osten und im Bodendruckfeld schiebt sich ein Keil des atlantischen Hochs nach Mitteleuropa vor. Dabei beruhigt sich das Wetter und die Niederschlagsneigung nimmt ab. Anfangs der Osten und insgesamt der Norden (am Rand der Frontalzone) können zyklonaler beeinflusst sein. In der erweiterten Mittelfrist geht der Trend eher wieder zu unbeständigem Wetter. Der Hochdruckeinfluss scheint diesmal nicht stabil zu sein und von Westen und Südwesten stehen bald wieder Tiefausläufer ins Haus, die erneut wärmere Luftmassen heranführen. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des europäischen Modells ist mittelfristig gut. Es zeigt uns übereinstimmend in den letzten Läufen in der ersten Hälfte der kommenden Woche unter einer zyklonalen nördlichen Strömung am Westrand eines sich regenerierenden Troges über der Ostsee und dem östlichen Mitteleuropa. Danach dreht die Strömung etwas nach Nordwest, gleichzeitig bringt das sich nach Osten ausweitenden Hoch über dem Atlantik einen zunehmenden antizyklonalen Einschlag. Letzteres wird in den letzten Läufen etwas verzögert simuliert. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die beschriebene Entwicklung wird in groben Zügen auch von den anderen Globalmodellen GFS, ICON und UKMO gezeigt. Unterschiede beschränken sich auf kleinere Phasen- und Amplitudenunschärfen der kurzen Wellen. Zum Ende bleibt ICON zyklonaler als IFS und GFS. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Ensembles stützen im Wesentlichen die Aussagen des Kontrolllaufs. Im ersten Zeitschritt gibt es 4 Cluster, die sich nicht groß unterscheiden und alle ins Blocking fallen. Von Mittwoch bis Freitag werden 3 Cluster gebildet, alle "atlantic ridge", wobei der Kontrolllauf im größten Cluster mit 23 Membern liegt. Aber auch hier treten keine wirklich großen Unterschiede unter den Clustern zutage. Für die erweiterte Mittelfrist sind 5 Cluster vorhanden mit dem üblichen, größeren Lösungsraum. Cluster 1 und 5 (zusammen mit 21 Membern) deuten eine Zonalisierung an. Auch die anderen Lösungen gehen tendenziell zu wechselhaften Verhältnissen. Die Rauchfahnen der Ensembles zeigen zunächst recht konstante Temperaturen von 5 bis 10 Grad in 850 hPa bei geringem Spread. Erst wenn sich am Ende der nächsten Woche die Kurven wieder nach oben bewegen, wird der Spread größer. Niederschlagssignale und die Schwingungen der Geopotentialkurven deuten den alles in allem unbeständigen Wettercharakter an. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Montag im Nordosten, um die Wochenmitte fast landesweit sind einzelne Gewitter zu erwarten. Die Luftmasse gibt keine Unwetterlage her. Hinweise sind u.a. in den Luftmasseneigenschaften, u.a. Cape zu finden. Dazu frischt der Wind am ehesten an der See und exponiert im Bergland zeitweise mal etwas kräftiger auf. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mos, IFS und EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner