S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 27.08.2026 um 10.30 UTC Wechselhaft mit wiederholten Niederschlägen. Dabei meist mäßig warm bis warm. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 03.09.2026 Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum liegt Deutschland am Rande eines umfangreichen Höhentroges über Nord- und Nordwesteuropa in einer südwestlichen bis westlichen Höhenströmung. Korrespondierend dazu befindet sich auch im Bodendruckfeld eine umfangreiche Zone tiefen Luftdrucks mit mehreren eingelagerten Tiefdruckzentren, die von der Irminger See über die Britischen Inseln bis nach Skandinavien reicht. Davon ausgehend und eingebettet in kurzwellige Trogstrukturen ziehen von Westen wiederholt Frontensysteme heran. So sind es am Sonntag die Reste einer Okklusion, die noch über der südlichen Mitte und dem Süden Deutschlands liegen und vereinzelt noch etwas Regen bringen. Auch im Norden am Rande des Troges kommt es noch zu schauerartigem Regen. Im Tagesverlauf sorgt aber ein flacher Höhenrücken für eine Wetterberuhigung. Dabei zeigt sich vor allem im Süden und Osten häufig die Sonne bei spätsommerlichen Höchstwerten bis 28 Grad. Richtung Nordwesten und Norden bleibt es stärker bewölkt bei Höchstwerten zwischen 20 und 25 Grad. Gleichzeitig kommt es im Bereich der Britischen Inseln zu einer kräftigeren Randtiefentwicklung und bereits in der Nacht zum Montag greifen Randtrog und Bodentief von Westen auf uns über. Dadurch kommt es über dem Süden zu einer Reaktivierung der dort noch liegenden Front und somit zu Niederschlägen, die schließlich bis in den Osten ausgreifen. Zum anderen greift das okkludierte Frontensystem des Randtiefs mit Regen auf den Nordwesten und Norden über. Dabei können sowohl im Süden als auch im Norden einzelne Gewitter, teils in Verbindung mit Starkregen und Sturmböen Bft 8 bis 9 auftreten. Am Montag zieht der Trog allmählich über uns ostwärts hinweg und das Bodentief verlagert sich von der Nordsee Richtung Südskandinavien. An dessen Südrand nimmt der Druckgradient etwas zu und vor allem im Norden und in der Mitte frischt der Südwestwind teils stark böig auf. Vor allem an der Nordsee und im höheren Bergland sind auch Sturmböen Bft 8 bis 9 zu erwarten. Das Frontensystem zieht ostwärts ab. Im Trogbereich kommt es vor allem im Norden zu weiteren Schauern und Gewittern. Am Temperaturniveau ändert sich im Vergleich zum Vortag wenig. Nach kurzer Wetterberuhigung greift im Laufe des Dienstags ein neuer Trog von Westen auf uns über und schwenkt in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch über uns hinweg. Dadurch kommt die über dem Alpenraum liegende Luftmassengrenze wieder etwas nach Norden voran und am Alpenrand beginnt es zu regnen, bis Mittwochabend anhaltend. Warnwürdige Mengen werden aber nicht erreicht. Auch in der Nordhälfte bleibt es wechselhaft mit Schauern oder schauerartigem Regen. In einem breiten Streifen vom Südwesten bis in den Osten bleibt es dagegen oft trocken. Nach Abzug der Trogachse wird dieser durch nachfolgende kurzwellige Anteile regeneriert, sodass wir auch am Donnerstag weiterhin unter zyklonalem Einfluss verbleiben mit einer weiteren Frontpassage und Regen, der allmählich von Nordwest nach Südost vorankommt. Die Temperaturen bewegen sich weiterhin meist zwischen 19 und 26 Grad, mit den etwas niedrigeren Werten im Norden. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des IFS kann über nahezu den gesamten Vorhersagezeitraum als gut bezeichnet werden, erst zum Ende der Mittelfrist nehmen die Unterschiede leicht zu. So wurde in den gestrigen Läufen zum Ende der Mittelfrist der von Süden zunehmende Hochdruckeinfluss stärker gezeigt. Mit dem heutigen Lauf bleibt es insgesamt wechselhaft. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Der Modellvergleich zeigt bis einschließlich Dienstag keine wesentlichen Unterschiede. Erst ab Mittwoch nehmen die Unterschiede zu. So vollzieht sich die Trogpassage in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch unterschiedlich schnell. Nach Abzug des Troges bekommt die Höhenströmung nach ICON leicht antizyklonale Konturen über Westeuropa während GFS und IFS eine eher zonal ausgerichtete Höhenströmung mit weiteren eingelagerten kurzwelligen Anteilen zeigen. Insofern ist die Niederschlagsentwicklung ab Mittwoch unsicher. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen über nahezu den gesamten Vorhersagezeitraum sowohl für die Temperatur als auch für das Geopotential einen sehr geringen Spread und somit eine hohe Prognosesicherheit. Wiederholte Niederschlagssignale stützen zudem den zyklonalen Charakter, wenngleich die Mengen meist im geringen Bereich liegen. Erst zum Ende der Mittelfrist nimmt der Spread leicht zu, die Mehrheit der Member Stimmt aber mit dem Kontrolllauf überein. Die Clusterung des EZMW zeigt für die Zeiträume t+96h drei Cluster. Dabei gibt es zu der zyklonal geprägten Wetterlage keine anderen Szenarien. Für den Zeitraum t+168 Stunden gibt es sechs Cluster. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster, in dem auch die meisten Member enthalten sind. Dennoch verteilen sich die Member etwa gleich auf die übrigen Cluster, die zur Hälfte die zonale (wie GFS und IFS) und zur Hälfte die leicht antizyklonale (ICON) Strömung zeigen. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Sonntagabend und in der Nacht zum Montag muss im Süden und im Norden mit einzelnen Gewittern gerechnet werden, teils in Verbindung mit Starkregen und Sturmböen Bft 8 bis 9. Am Montag treten im Norden noch einzelne Gewitter auf, teils in Verbindung mit Sturmböen Bft 8 bis 9. Zudem frischt der Südwestwind am Montag an den Küsten und im höheren Bergland stark auf mit stürmische Böen Bft 8, auf den nordfriesischen Inseln auch Sturmböen Bft 9. Sonst sind keine signifikanten Wettererscheinungen zu erwarten. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage MOS-Mix, EZMW-EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger