S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Freitag, den 18.09.2026 um 10.30 UTC Zum Wochenstart wechselhaft und kühler, nachfolgend Wetterberuhigung und wieder etwas milder.. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 25.09.2026 Zu Beginn des Mittelfristzeitraums, am Montag beeinflussen zwei zentrale Druckgebilde Mitteleuropa. Deutschland liegt genau zwischen einem umfangreichen Langwellentrog über Osteuropa und einem ebenso umfangreichen Höhenrücken, der sich von Nordwestafrika bis nach Island erstreckt. Dabei wurden bereits am Sonntag hinter einer rasch nach Süden verlagernden Kaltfront kühle und eher trockene Luftmassen mit 850 hPa Temperaturen um 3 Grad nach Deutschland geführt. Die Kaltfront liegt anfangs noch am Alpenrand und sorgt für etwas Regen. Im Laufe des Montags wird der Rücken von einem weiteren atlantischen Trog überlaufen, wobei wolkenreiche und etwas mildere Luftmassen um das Hoch herumgeführt werden und über die Nordsee/Britischen Inseln nach Deutschland transportiert werden. Der osteuropäische Trog verlagert sich gleichzeitig ein wenig nach Osten. Am Dienstag ändern sich die genauen Trog- oder Rückenkonfigurationen etwas, die Luftmassengrenze, zwischen den kühleren Luftmasse innerhalb des Trogs und der milderen Luft, die um das Hoch herumgeführt worden, befindet sich direkt über Deutschland. Am Mittwoch tropft der osteuropäische Trog ab, der bleibt aber quasi stationär über Osteuropa erhalten. Über Grönland und dem europäischen Nordmeer formiert sich ein neuer Trog mit verschiedenen Randtrögen, die den Höhenrücken nach Nordosten abdrängen und allmählich Raum zur Nordsee gut machen. Dabei gelangen wieder wärme Luftmassen nach Deutschland. Im Nordosten hält sich am längsten die kühlere Luft. Mittwoch 18 UTC befindet sich in 850 hPa um 4 Grad im äußersten Nordosten und bis 13 Grad im Südwesten. Abgesehen von Nebel oder Hochnebel, bleibt es unter Hochdruckeinfluss ruhig. Am Donnerstag und Freitag ziehen Randtröge über Nordeuropa ostwärts ab und sorgen in Norddeutschlandland für unbeständigeres Wetter, nach Süden zu soll die Antizyklone wetterwirksam bleiben. In der erweiterten Mittelfrist werden auf der Vorderseite eines Randtroges sehr milde Luftmassen heran advehiert, im Norden zu sorgen Randtröge für unbeständiges Wetter, während im Süden hoher Druck weiterhin für ruhiges Wetter sorgt. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bei den großsynoptnischen Skalen ist die Konsistenz sehr gut. Alle Vorläufe simulieren, dass Deutschland zwischen einem umfangreichen Höhenrücken über dem Atlantik und einem ebenso umfangreichen und mit Kaltluft gefüllten Trog über Osteuropa befindet. Unsicher ist aber die genaue Positionierung. So dass die alle Läufe immer wieder mal den Trog etwas weiter westlich oder östlich simulieren. Somit ergeben sich auch gewisse Unsicherheiten, vor allem bei der Wind- und Temperaturvorhersage. Mal werden mehr Schauer vorhergesagt, mal weniger. Im Laufe der nächsten Woche soll sich der Trog aber langsam nach Osten verlagern und dem Höhenrücken Platz machen. Einige neue atlantische Randtröge machen aber weiterhin die Vorhersage unsicher. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Im Gro simulieren auch alle Globalmodelle ein ähnliches Szenario, jedoch jedes mit leichten Varianzen in der genauen Trogkonfiguration bzw. genauen Lage des Höhenrückens. Größere Unterschiede ergeben sich erst bei den Randtrögen, die ab Mitte nächste Woche den Höhenrücken überlaufen und evtl. wieder mal für signifikantes Wetter sorgen. UK10 lässt einen Randtrog ab Mittwoch deutlich weiter nach Süden vorstoßen und simuliert deutlich höhere Regenmengen und deutlich mehr Wind als IFS und GFS, die da noch den hohen Druck bei uns vorherrschen lassen. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen In den Plumes öffnet sich der Spread ab Wochenanfang sehr stark, das Ensemblemean lässt aber die Temperatur aber im Laufe der nächsten Woche wieder leicht ansteigen. In der Clusteranalyse dominiert eindeutig das Blocking bzw. zeitweise auch der Rücken. Wobei es immer wieder auch einzelne Lösungen gibt, die in der erweiterten Mittelfrist für eine positive NAO einstehen. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Abgesehen von anfänglichen stürmischen Böen an der Küste und auf den Mittelgebirgen gibt es aktuell keine signifikanten Hinweise auf markante Wetterfahren im Mittelfristzeitraum. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage EPS, IFS, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher