S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 24.10.2026 um 10.30 UTC Am Dienstag sehr mild und an der Küste stürmisch. Ab Mittwoch meist ruhiges Wetter und Abkühlung auf ein für Ende Oktober durchschnittliches Temperaturniveau. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 31.10.2026 Am Dienstag liegen wir im Warmsektor eines vom Nordostatlantik zum südlichen Nordmeer ziehenden Sturmtiefs. Am Abend greift die Kaltfront des Tiefs auf Nordwestdeutschland über. Von Südwesten strömt vor der Kaltfront ungewöhnlich milde Luft nach Deutschland, die ganz im Südwesten und Süden unter Hochdruckeinfluss kommt. Die Kaltfront des Tiefs über dem Nordmeer schwenkt am Dienstagmorgen rasch über den Osten und Süden Deutschlands hinweg zum östlichen und südöstlichen Mitteleuropa. Postfrontal strömt vom Atlantik Meeresluft subpolaren Ursprungs nach Deutschland mit 850-hPa-Temperaturen zwischen 0 und 3 Grad und in der Höhe schwenkt der markante Trog des nunmehr hochreichenden Tiefs über uns hinweg nach Polen. Rückseitig schiebt sich der Keil eines kräftigen Hochs über Frankreich nach Süddeutschland vor. Am Donnerstag kommt der Trog über Polen durch einen russischen Hochdruckblock kaum noch weiter ostwärts voran und an der Westflanke des Troges zieht ein Randtrog von der Nordsee nach Norddeutschland. Der Schwerpunkt des Hochs verlagert sich nach Ostengland. Von Norden erreicht in 850 hPa 0 Grad kalte Luft abends Norddeutschland. Am Freitag dehnt sich der zum Hoch gehörende Höhenkeil von Großbritannien nach Skandinavien aus, wo sich ein kräftiges Bodenhochdruckgebiet bildet. Damit dreht die Strömung auf Nord bis Nordost und ein weiterer Kurzwellentrog erreicht von Südschweden her kommend Deutschland. Die Temperaturen in 850 hPa sinken in der Mitte und im Süden auf 0 bis -2 Grad. Am Samstag spaltet sich aus dem Höhenkeil über Skandinavien eine Höhenantizyklone ab, welche dort das blockierende Bodenhochdruckgebiet stützt. Dabei strömt von Nordosten recht kalte Luft nach Deutschland mit 850-hPa-Temperaturen zwischen 2 Grad an der Ostsee und -2 Grad im Süden. Zeitweise macht sich das hochreichende Tief über Polen im Südosten Deutschlands bemerkbar. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Der neue Modelllauf des IFS berechnet die synoptischen Basisfelder bis Donnerstag ähnlich wie die Modellruns von gestern. Am Freitag und Samstag soll im neuen Modellrun und im gestrigen Lauf von 12 UTC im Osten und Südosten Deutschlands leichter Tiefdruckeinfluss im Randbereich eines südosteuropäischen Tiefdrucksystem herrschen mit etwas Regen und die Temperaturen in 850 hPa liegen im Südosten mit 0 bis -2 Grad auch deutlich niedriger als in dem Modellrun von gestern, 00 UTC. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Modelle einschließlich ICON stützen eher die gestrige milde Version des IFS von 00 UTC. Darin herrscht ab Donnerstag überwiegend Hochdruckeinfluss bei deutlich positiven Temperaturen in 850 hPa. Der Tiefdruckeinfluss findet dabei deutlich weiter im Osten und Südosten Europas statt. Bodennah kühlt sich die Luft aber in der unteren Troposphäre bei der meist östlichen Strömung allmählich ab. Eine Sonderstellung nehmenn GFS und JMA (Japan) an, die ab Samstag mit einem atlantischen Tiefausläufer weiterhin milde Luft nach Deutschland bringen. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Clusteranalyse des IFS ordnet die EPS-Ergebnisse in 5 blockierende Cluster ein. Dabei kann man den ab Donnerstag eher kalten und zyklonalen operationellen Lauf und den Kontrolllauf in den 2. oder 3. Cluster einordnen mit insgesamt 24 Modellruns. 27 Modellläufe sind damit ab Donnerstag eher mild und antizyklonal, wie die Mehrzahl der anderen operationellen Globalmodellen. In der Rauchfahne von Offenbach zeigt zu Beginn des Mittelfristzeitraumes am Dienstag den Warmluftvorstoß mit Temperaturen um 11 Grad in 850 hPa. Mit der oben beschriebenen Kaltfront sinken ab Mittwoch die Temperaturen in diesem Niveau auf 0 bis 5 Grad. Anschließend streuen die Temperaturen in 850 hPa sehr stark und die Temperaturen liegen ab Freitag zwischen -2 und + 10 Grad. Dabei machen sich die verschiedenen Lösungen bemerkbar, die von der kalten operationellen Lösung bis hin zu warmen Hochdrucklagen mit niedriger Inversion reichen. Die EPS-Meteogramme zeigen zunächst einen sehr milden Dienstag, ehe die Temperaturen auf normale Werte zurückgehen. Ab Samstag sind die Tagestemperaturen vor allem im Südosten leicht unterdurchschnittlich. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Beim Warnmanagement fallen am Dienstag und am Mittwoch nur die stürmischen Böen im Küstenbereich auf und an der Nordsee können auch Sturmböen dabei sein. Anschließend sorgt das Hoch über Skandinavien für ruhiges Wetter meist ohne markante Wettererscheinungen. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mosmix, EPS, oper. Modelle ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden