S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 19.09.2026 um 10.30 UTC Ein Wechselspiel zwischen Hoch und Tief. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 26.09.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag befindet sich Mitteleuropa im Einflussbereich zweier Druckgebilde. Deutschland liegt zwischen einem umfangreichen und mit Kaltluft gefüllten Trog über Osteuropa und einem ebenso umfangreichen und von Warmluft überlaufenen Höhenrücken über Westeuropa. Der Rücken erstreckt sich ausgehend von Nordwestafrika bis zum europäischen Nordmeer. Die maritim geprägte Warmluft die um den Rücken herumgeführt wurde, sorgt zum einen für eine langsame Erwärmung in 850 hPa auf bis zu 10 Grad. Weiterhin strömen auch etwas feuchtere und wolkenreichere Luftmassen ein. Es bildet sich eine Luftmassengrenze meridional über Deutschland aus. Hebungsimpulse sind zwar gering, strichweise kann es aber etwas regnen. Im Laufe Tages formiert sich über dem Nordatlantik ein neuer umfangreicher Langwellentrog, der langsam ostwärts strebt. Deutschland bleibt vorerst im Einflussbereich des Rückens, dessen Achse sich ebenfalls nach Osten neigt. Am Mittwoch wird der Höhenrücken allmählich von dem sich weiter nach Süden amplifizierenden atlantischen Trog abgebaut, der weiter auf Westeuropa, später auch auf Mitteleuropa übergreifen kann. Dabei werden zum einen kurzfristig sehr warme, feuchte und potentiell instabile Luftmassen nach Deutschland geführt. Es bildet sich über Deutschland eine Tiefdruckrinne mit mehreren Drehzentren aus. Dabei kommt es zu teils kräftigen Hebungsprozessen, die strichweise auch zu kräftigen Regen bzw. auch Gewittern führen. Gleichzeitig wölbt sich der Höhenrücken auf der Vorderseite eines weiteren Langwellentrogs über Westeuropa wieder auf. Am Donnerstag und Freitag gelangt Deutschland wieder in den Einflussbereich des Höhenrückens, bei dem eher ruhiges Herbstwetter zu erwarten ist. Am Freitag nähert sich zwar ein Sturmtief Europa an, die Zugbahn liegt aber sehr weit nördlich. Die dazugehörige Frontalzone soll aber im Laufe des Freitags auf den Norden übergreifen und für starke Bewölkung und etwas Regen sorgen. Weiterhin verstärkt sich der Druckgradient, so dass im Küstenumfeld ein böiger zeitweise stürmischer Westwind weht. Am Samstag bleibt die Frontalzone über den Norden liegen, nach Süden zu bleibt der Einfluss der Antizyklone bestehen. In der erweiterten Mittelfrist entwickelt sich über dem Atlantik ein neuer Langwellentrog, auf dessen Vorderseite wieder kräftige WLA angeregt wird. Montag 12 UTC soll sogar wieder verbreitet 15 Grad in 850 hPa zu finden sein. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die großen Druckgebilde Hoch Westeuropa und Trog Osteuropa, simulieren alle Vorläufe. Jedoch gibt es Unterschiede bei der genauen Trogkonfiguration. Ab Mittwoch, soll ein Randtrog bzw. eine Amplifizierung ausgehend von einem neuen atlantischen Trog vom europäischen Nordmeer her deutlich weiter nach Süden/Deutschland vorstoßen, als die gestrigen Läufe. Somit gestaltet sich das Wetter ab Mittwoch deutlich anders als in den gestrigen Berichten. Dieses Übergreifen und auch die nachfolgende Wetterentwicklung ist aktuell sehr unsicher. Ob evtl. auch nochmal eine nennenswerte Gewitterlage oder Windlage ansteht, liegt im Bereich des Möglichen, ist aber ebenso sehr unsicher. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die verschiedenen Globalmodelle simulieren zwar auch die entsprechenden Druckgebilde, jedoch geht die Weiterentwicklung der einzelnen Randtröge oder des Höhenrückens teils sehr weit auseinander. Ab Mittwoch ist die Vorhersage sehr unsicher. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen In den Plumes des ECMWFs ist klar zu erkennen, dass am Mittwoch der Trogdurchgang sehr unterschiedlich simuliert wird. Nachfolgend weisen aber alle Member wieder einen Anstieg des 500 Geopotentials auf, jedoch umfasst der Spread fast 40 hPa. Auch bei der 850 hPa Temperatur ist der Spread mit Werten zwischen 3 und 15 Grad sehr weit. In der Clusteranalyse weisen zunächst alle Cluster das Blocking auf, jedoch ab nächster Woche Samstag geht der Trend auch zu einer positiven NAO mit niedrigem Potenzial über dem Nordatlantik. Kleinere Randtröge gehören zum großen Rauschen der Verteilung. In der erweiterten Mittelfrist sind ebenfalls gut die Unsicherheiten zwischen den Regimen zu erkennen, einerseits gibt es viele Member die das Blocking favorisieren. Das erste Cluster hat mit 21 Member jedoch die positive NAO drin. Eins zeigen aber alle Cluster bzw. das Ensemble, die Tröge über dem Atlantik werden mit der Zeit immer kräftiger. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen An den Küsten und auf den Mittelgebirgen gibt es immer wieder Signale für stürmische Böen oder auch Sturmböen. Eine richtige Windlage ist aber nicht in Sicht. Ab Mittwoch wird die Vorhersage immer unsicherer, es könnte aber am Mittwoch oder nachfolgend zu einer nennenswerten Gewitterlage kommen. Auch strichweise bzw. mehrstündiger Starkregen ist nicht völlig auszuschließen. Eine klassische Dauerregenlage ist aber ebenfalls nicht in Sicht. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, MOSMIX, EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher