S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 02.07.2026 um 10.30 UTC Zunächst im Norden und Osten, zur Wochenmitte auch im Süden unbeständig. Zum Ende der Woche zunehmender Hochdruckeinfluss. Über dem gesamten Zeitraum Südwest-Nordost-Temperaturgefälle. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 09.07.2026 Zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums befindet sich hochreichend tiefer Luftdruck über der Norwegischen See. Höheres Geopotential respektive Luftdruck ist über Südwesteuropa und dem südlichen Atlantik zu finden. So stellt sich über Deutschland eine westnordwestliche Strömung ein. Mit der Nähe zum Tief gestaltet sich das Wetter in der Nordosthälfte unbeständig mit Schauern und Gewittern. Trocken und freundlicher gestaltet sich das Wetter hingegen im Südwesten. Dort ist es mit rund 30 Grad auch am wärmsten, während es mit nur knapp über 20 Grad im Nordosten deutlich kühler ist. Am Montag ändert sich an der generellen Strömungssituation nicht allzu viel. Die Tiefdrucktätigkeit verlagert sich nach Nordeuropa. Der Rücken über Südwesturopa und dem Atlantik kräftigt sich noch etwas. So nehmen die Temperaturunterschiede über Deutschland noch etwas zu (T850 hPa um 6 Grad im Nordosten und 15 Grad im Südwesten). Vor allem im Norden und Osten entwickeln sich einige Schauer, Gewitter oder schauerartig durchsetzter Regen, während es im Süden und Südwesten deutlich freundlicher bleibt. Mit Temperaturen um oder gar unter 20 Grad im äußersten Norden wird es dort recht kühl, während sich an den hochsommerlichen Werten um oder knapp über 30 Grad im Südwesten wenig ändert. Ab Dienstag stellt sich eine zunehmend meridionale Strömung ein. Der Rücken über dem Atlantik und Westeuropa dehnt sich bis nach Island aus. Demgegenüber wandert das hochreichende Tief von Nordeuropa allmählich südwärts zur mittleren Ostsee. Deutschland verbleibt in einer nordwestlichen Strömung. Damit bleibt uns das erwähnte Temperaturgefälle erhalten, wobei die kühlere Polarluft peu-à-peu nach Süden vorankommt. Weiterhin ist es im Süden an sonnigsten und noch trocken, während sich das Wetter im Norden und zunehmend auch in der Mitte unbeständig gestaltet. Allerdings gibt es hier noch größere Unsicherheiten, worauf in den entsprechenden Abschnitten dieser Übersicht noch eingegangen wird. Am Mittwoch dreht die Strömung endgültig auf Nord. Das Azorenhoch wandert nämlich nach Norden und dehnt sich bis zur Nordsee aus, unterstützt durch den Rücken, dessen Achse sich von den Azoren bis zur Norwegischen See erstreckt. Über Ost- und Nordosteuropa befindet sich weiterhin der Trog. Mit dieser nördlichen Strömung gelangt die polare Kaltluft auch den Süden des Landes. Somit gehen mit Durchzug der Front auch im Süden die Temperaturen zurück. Am Donnerstag schiebt sich von Westen her der Rücken nach Mitteleuropa rein. Der Hochdruckableger entwickelt sich zu einem abgeschlossenen Hoch über Mitteleuropa. Dadurch beruhigt sich überall das Wetter und die Sonnenanteile nehmen wieder zu. Mit den zunehmenden Sonnenanteilen erwärmt sich auch die Luft wieder und es wird bundesweit wärmer, wobei des Südwest-Nordost-Gefälle bestehen bleibt. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bereits ab Montag ergeben sich erste Unterschiede. Der Trog über Nordeuropa wird bereits dann unterschiedlich simuliert. So lässt der 12UTC-Lauf bereits einen Kurzwellentrog über den Nordosten hinwegschwenken, sodass sich einerseits die kühle Luft schneller durchsetzen kann und auch die Schauer- und Gewittertätigkeit weiter nach Süden ausgreifen würde. Die beiden 00UTC-Läufe haben diese Version nicht im Angebot. Auch im weiteren Verlauf kommt die Kaltluft schneller nach Süden voran. Wie und wo der Trog am Dienstag/Mittwoch nach Süden vordringt ist auch noch unsicher. Ob sich - wie oben beschrieben - ab Donnerstag von Westen her Hochdruckeinfluss durchsetzt ist auch noch unklar. Der 12UTC-Lauf simuliert stattdessen ein kräftiges Höhentief über Westpolen. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Der Vergleich mit anderen Globalmodellen zeigt eine noch größere Unsicherheit in der mittelfristigen Vorhersage. So lässt ICON am Dienstag einen scharfen Trog über Deutschland hinwegziehen, sodass Deutschland bereits am Dienstag mit der Kaltluft geflutet wird und es auch im Süden unbeständig mit Schauern und Gewittern werden würde. GFS hat den Trog überhaupt nicht im Angebot, sodass IFS quasi als Mittelweg zwischen ICON und GFS angesehen werden kann. Dass zum Ende der Mittelfrist von Westen der das Geopotential zunimmt, haben alle Modelle drin, aber wann und wie durchgreifend das sein wird, ist noch völlig offen. FAZIT: Der mittelfristige Zeitraum beginnt im Norden und Osten unbeständig mit Schauern und Gewittern und mit nur knapp über 20 Grad allenfalls mäßig warm. Sommerlicher mit viel Sonne und rund 30 Grad wird es hingegen im Südwesten. Im weiteren Verlauf kann sich die kühlere Luft und das unbeständigere Wetter vorübergehend auch im Süden durchsetzen, bevor zum Ende der Mittelfrist von Westen her ansteigendes Geopotential wieder für eine Wetterbesserung und ansteigende Temperaturen sorgt. Insgesamt ist der Wetterablauf aber bereits ab Dienstag noch als recht unsicher einzustufen, was v.a. an der Zugbahn und der Schärfe des erwähnten Trogs liegt. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen stützen im Wesentlichen die beschriebenen Unsicherheiten. Bereits ab Montag/Dienstag nimmt sowohl bei der Temperatur als auch beim Geopotential der Spread zu. Vor allem bis Mittwoch zeigen sich einige Niederschlagspeaks, im Norden mehr als im Süden, während danach die Wahrscheinlichkeit für Regen abnimmt. Bei den Clusteranalysen werden im Zeitraum t_120h-168h vier Cluster angeboten, die alle vom Regime des Atlantic Ridge in ein Blocking-Regime übergehen. In der erweiterten Mittelfrist (T_192h-240h) zeigen alle drei Cluster die Fortdauer eines Blockings. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Sonntag und Montag kommt es vor allem im Norden und Osten zu Schauern und Gewittern, die neben einzelnen stürmischen Böen v.a. am Montag auch das Potential für Starkregen aufweisen. Ab Dienstag steigt dann auch weiter südlich das Risiko für Schauer und Gewitter mit ähnlichen Begleiterscheinungen, wobei dies hauptsächlich von der Zugbahn des Trogs abhängt. Davon hängt auch ab, ob oder wann es mit der Drehung der Strömung auf Nord an und in den Alpen staubedingt am Mittwoch zu mehrständigen Stark- oder gar Dauerregen kommt. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage ICON, IFS, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. **