S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 28.10.2026 um 10.30 UTC Ruhiges Hochdruckwetter. In der Osthälfte gelegentlich schwache Tiefausläufer. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 04.11.2026 Am Samstag reicht der Trog eines Höhentief vom Ostteil der Barentssee bis ins Baltikum, wo ein neues Höhentief abgetropft. Dieses verlagert sich weiter südwestwärts nach Polen. Die Relevanz für uns hält sich arg in Grenzen, weil ein Bodenhoch über Mitteleuropa liegt. Der Schwerpunkt verschiebt sich über Norddeutschland in die Nordsee. Leichte Niederschlagssignale deuten sich im Tagesverlauf für die Osthälfte und im Südosten an. Da sich die Lage der Druckgebilde etwas ändert und die Strömung in der Höhe nach Nordost kippt, kann etwas kühlere Luft in die östlichen Landesteile einsickern. An den Folgetagen bis zum Dienstag wird der Keil nach Osten hin von mehreren Trögen abgeschliffen, regeneriert sich dafür aber über dem nahen Ostatlantik über die Britischen Inseln bis ins Nordmeer. Der Schwerpunkt des Bodenhochs folgt dem und findet sich zum Ende über den Britischen Inseln und der Nordsee wieder. Am Rand des Hochs liegen wir unter einer nördlichen Strömung im Übergangsbereich zum Trog über Osteuropa. Darin nach Süden ziehende schwache Tiefausläufer und Tröge streifen vor allem die nördlichen und östlichen Landesteile. Hin und wieder kommt es dort zu leichten Niederschlägen. In der unteren Troposphäre (850 hPa) sickert dann etwas kältere Luft ein, der Temperaturrückgang in 2m Höhe fällt gering aus. In der erweiterten Mittelfrist kann sich der Hochschwerpunkt wieder Richtung Mitteleuropa bewegen. Allerdings zieht nach dem neuesten IFS-Lauf zur Wochenmitte von Tschechien kommend ein Höhentief über Süddeutschland westwärts, was am Alpenrand für etwas Niederschlag sorgen kann. Vergleichen mit anderen Modellen stellt dies zum derzeitigen Zeitpunkt eine Einzelfalllösung dar und ist in anderen Modellen und Modellläufen nicht abgebildet. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz der letzten Läufe des europäischen Modells ist eigentlich recht gut, abgesehen von Abweichungen, die den Trog östlich von uns betreffen. Damit gibt es auch noch leichte Unsicherheiten, in welchem Maße wir von schwachen Tiefausläufern mit etwas Niederschlag nach Osten gestreift werden. Die Grundaussage Hochdruckeinfluss mit retrograder Tendenz war meist gegeben. Der heutige 00-Uhr-Lauf rechnet zur Wochenmitte ein Höhentief, das von Tschechien kommend westwärts über Süddeutschland nach Frankreich zieht. In den weiter zurückliegenden Modellläufen ist diese Entwicklung nicht abgebildet. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Globalmodelle bieten keine grundsätzlichen Alternativen. Lediglich der Trog und das Höhentief östlich von uns wird in den anderen Modellen etwas weiter östlich simuliert, was die potentiell schwachen Niederschläge über der Osthälfte und im Südosten weiter abschwächen würde. Das Hoch verlagert sich im Laufe der Mittelfrist westwärts zu den Britischen Inseln. Das sehen die Modelle im Wesentlich gleich. Wie genau dann die Strömung über Mitteleuropa aussieht, ist etwas unsicher. Streifschüsse von Trögen mit kälterer Luft zeigen alle Modelle; Wetteraktivität und Timing sind dabei - wie erwähnt - fraglich. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Ensembles anhand der Rauchfahnen stützen die zuvor getroffenen Aussagen weitgehend. Die Kurven der verschiedenen Member und des Kontrolllaufs verlaufen bis zum Wochenende eng gebündelt. Das setzt sich fürs Geopotential 500 hPa nächste Woche fort, mit leicht fallender Tendenz. Die Temperatur 850 hPa ist ab Sonntag mit größeren Unsicherheiten behaftet. Der Spread wird größer, wohl als Resultat der Unsicherheiten, wie nahe uns die Tiefausläufer und Kurzwellen-Tröge kommen. Vor allem für die östlichen und nördlichen Landesteile gibt es Niederschlagssignale, aber nur auf sehr geringem Level. Aus Sicht der Clusterung stehen die Zeichen ganz auf Blocking. Alle Cluster bis 240h werden so einsortiert. Die sechs Cluster zu Beginn, Samstag und Sonntag, unterscheiden sich nicht viel. Eine starke positive Geopotentialanomalie überdeckt West-, Mittel-, und Nordeuropa. Das ist auch im Zeitraum bis +168h so. Die 2 Cluster unterscheiden sich vor allem im Trog über Osteuropa. Beide Cluster simulieren ein abgetropftes Höhentief, das ins Mittelmeer zieht. In Cluster 1, in welchem der Kontrolllauf gerechnet wird, zieht zur Wochenmitte ein kleinräumiges Höhentief über Süddeutschland westwärts. Auch für die erweiterte Mittelfrist (1 Cluster) gibt es nichts als Hochdruckeinfluss. FAZIT: Hochdruck ist über die gesamte Mittelfrist wetterbestimmend. Lediglich in der Ost- und Südosthälfte besteht besonders am Wochenende Potential für etwas Niederschlag bedingt durch schwache Tiefausläufer, die an einen Trog über Ost- und Ostmitteleuropa gekoppelt sind. Hier gibt es allerdings noch Unsicherheiten über den Verlauf. Mit einer nördlichen Strömung sickert etwas kältere Luft ein. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Keine signifikanten Wettererscheinungen. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mos Mix, IFS, ENS, ICON, GFS, UK10 ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried