S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 11.10.2026 um 10.30 UTC Zunächst aufbauender Hochdruckeinfluss. Ab Freitag von Nordwesten deutlich wechselhafter und kühler, allerdings am Wochenende geringe Prognosesicherheit. Überwiegend keine signifikanten Wettererscheinungen. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 18.10.2026 Mittwoch ... baut sich von Südwesteuropa her ein umfangreicher Höhenrücken auf, der das Bodenhoch über Frankreich stärkt und dessen Schwerpunkt zunehmend nach Mitteleuropa verlagern lässt. Die über dem Süden Deutschlands noch lagernde Kaltfront kommt dort in eine frontolytische Umgebung und löst sich im Tagesverlauf auf. Am Vormittag fällt abseits des Nordwestens gebietsweise noch leichter Regen, am Nachmittag sind in den südlichen Bundesländern nur noch ein paar Tropfen dabei. Von Südwesten steigt die Temperatur in 850 hPa wieder an und erreicht am Abend im Breisgau um die 10 Grad. In der Nacht setzt sich dieser Trend fort. Es bleibt nun fast überall trocken. Stellenweise klart der Himmel auf, dann bildet sich gebietsweise Nebel oder Hochnebel. Der meist südwestliche Wind spielt keine übergeordnete Rolle und ist nur an den Küsten mit starken bis stürmischen Böen knapp im Warnbereich. Donnerstag ... und die Nacht zum Freitag sind geprägt durch Hochdruckeinfluss, der durch den nun etwas schmaler konturierten Höhenrücken noch weiterhin gestützt wird. Ein weiterer atlantischer Langwellentrog schwenkt dabei zum Vereinigten Königreich und lässt dabei die Höhenströmung über Mitteleuropa deutlicher auf Südwest drehen. Abgeleitet davon steigt die Luftmassentemperatur (850 hPa) noch etwas an und erreicht nun fast überall zweistellige Werte, im Südwesten sind bis 14 Grad möglich. Tagsüber hält sich vor allem in Nordbayern und entlang der Donau teils zäher Nebel oder Hochnebel, sonst setzt sich die Sonne neben ein paar Wolken recht gut durch. Im Westen und Südwesten werden Maxima von mehr als 20 Grad erreicht, sonst liegen die Nachmittagswerte knapp darunter. In der Nacht zum Freitag nähert sich die langgezogene Frontalzone, die von der Bretagne bis nach Finnland verläuft, zunehmend Nordwestdeutschland an. Verstärkt durch ein Teiltief über der Nordsee setzt entlang der Nordseeküste ausgangs der Nacht teils schauerartiger Regen ein. Ansonsten verläuft die Nacht trocken, gebietsweise bilden sich wieder Nebel oder Hochnebel. Freitag ... greift der mit Höhenkaltluft gefüllte Langwellentrog auf die gesamte Nordsee über und erreicht in der Nacht zum Samstag den nordwestdeutschen Bereich. Zuvor dominiert nach IFS noch die warme Südwestströmung und der Regen bleibt auf die Regionen an der Nordsee beschränkt. Erst in der Nacht zum Samstag greift die Kaltfront schließlich auf den Osten und Süden des Landes mit schauerartig verstärktem Regen über. Zuvor wird es besonders im Süden nochmal warm. Am meisten Sonne zeigt sich auf den Bergen des Südens, sonst dominiert teils hochnebelartige Bewölkung, die sich im Tagesverlauf etwas auflockert. An der Nordseeküste dreht der Wind bereit auf Nordwest und erreicht in Böen Windstärke 7 bis 8. Samstag ... tropft aus dem schmalen Langwellentrog über Nordwestdeutschland ein Höhentief ab und wandert anschließend am Sonntag ... nach Frankreich. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Prognosegüte deutlich ab, denn das Höhentief wird in den letzten Läufen sehr unterschiedlich gerechnet. Jedenfalls fällt am Samstag an der schleifenden Front südlich der Donau gebietsweise Regen, sonst ziehen Schauer durch. Dabei ist IFS sehr offensiv, bei ICON und GFS sind die Regenmengen deutlich geringer. Der Sonntag ist nach IFS durch kühlere Meeresluft bestimmt, in der es gebietsweise leicht regnen oder ein Schauer geben kann. Es sei jedoch bereits hier auf die größeren Unsicherheiten hingewiesen. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz der letzten IFS-Läufe ist bis Freitag als gut zu bezeichnen. Schwierigkeiten bereitet dem Modell der Abtropfvorgang über der Nordsee und Westeuropa, der im aktuellen Lauf wieder etwas stärker gerechnet wird als im Vorlauf von gestern. Dieses sehr gut ausgeprägte Cut-Off-Tief würde sich nun langsam nach Frankreich bewegen und seinen Einfluss auch am Wochenende auf das Wetter in Deutschland nicht verlieren. Diesbezüglich müssen die verschiedenen Berichte mit entsprechender Vorsicht geschrieben werden. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die Unsicherheiten beim möglichen Cut-Off zeigen sich auch beim allgemeinen Modellvergleich. ICON will von diesem aktuell nicht viel wissen und lässt den Höhentrog am Wochenende nach Osteuropa ziehen und ein mächtigeres Höhenhoch von Westen her aufbauen. Bei GFS zeigt sich am Wochenende ein komplexe Höhensituation mit mehreren Höhentiefs über Mitteleuropa. Daher ist zu konstatieren, dass für das Wochenende doch ziemlich divergierende Lösungen vorliegen und die aktuelle Prognostik damit eher schwammig gehalten werden muss. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen ENS: Die Rauchfahnen für verschieden deutsche Orten stützen die hohe Prognosesicherheit bis Freitag. Bereits zu Wochenbeginn beginnt das Geopotential zu steigen und erreicht am Freitag sein Maximum. Dabei ist der Anstieg im Süden des Landes stetig, ganz im Norden gibt es am Mittwoch eine kleine Delle, die aber kaum Auswirkungen hat. Zum Wochenende fällt das Potential ab und der Spread vergrößert sich stark. Diese starke Spreizung zeigt sich auch bei T850. Eine tiefergehende Diskussion ist aufgrund der beschriebenen Unsicherheiten kaum sinnvoll. CLUSTER: +120 ... +169 h: Es liegen sechs Cluster vor, wobei "Blocking" überwiegt. Der Hauptlauf ist in C4 mit nur sieben Membern. Die Cluster teilen sich in etwa 50:50 stärkeren Höhentiefeinfluss und potentiell höheren Luftdruck (ähnlich zu ICON). +192 ... +240 h: Mit fünf ist die Zahl an Clustern weiterhin hoch, Blocking dominiert dabei weiterhin. In C1 und C2 überwiegt für Mitteleuropa eindeutig eine stärkere positive Geopotentialanomalie, auch C4 kann noch dazu gezählt werden. C3 spielt mit kleinen Höhentiefs, die in C5 etwas besser ausgeprägt sind. Beachtet man die Anzahl der Member, hat es den Anschein, dass die Prognosesicherheit ab Montag kommender Woche mit höherem Luftdruck wieder steigen könnte. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Meist werden im Mittelfristzeitraum keine signifikanten Wettererscheinungen auftreten. Eine Ausnahme bildet aber der Wind, denn an den Küsten können ab und zu stürmische Böen auftreten. Besonders am Wochenende muss damit gerechnet werden. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage EZ-det. und prob., MOSMix, ICON als Alternativlösung berücksichtigt. ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Mag.rer.nat. Florian Bilgeri