S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 31.05.2026 um 10.30 UTC Zunächst mäßig warm und unbeständig, ohne nennenswerte Unwettergefahr, später wärmer und freundlicher. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 07.06.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch schwenkt eine Okklusion mit Regen über dem Osten und Südosten Deutschlands nach Osten. Wir gelangen in den Bereich eines Troges bzw. Höhentiefs mit Schauern und Gewittern, der langsam ostwärts vorankommt und sich zunehmend auffüllt. Bis Donnerstagfrüh kommt ein umfangreiches Tief über dem Ostatlantik bis nach Schottland voran. Ein Ausläufer erreicht Donnerstagfrüh Westdeutschland. In 500 hPa stößt ein Trog über dem Ostatlantik nach Süden vor, stromabwärts beginnt die Strömung sich über Mitteleuropa aufzusteilen. In 850 hPa liegen die Temperaturen im Trog am Mittwoch teils nur bei 5 Grad und steigen bis Donnerstagfrüh auf Werte um 8 Grad. Am Donnerstag kommt die Okklusion des von Schottland allmählich Richtung Island ziehenden Tiefs langsam ostwärts über Deutschland voran. Vorderseitig erwärmt sich die Luft im Osten und Südosten auf 10 bis 13 Grad in 850 hPa. Rückseitig kommen der Westen und Nordwesten in den Einflussbereich eines vom Ostatlantik hereinschwenkenden Troges, wobei im Westen und Südwesten der Wind in Böen auch abseits von Gewittern Bft 7 erreichen kann. Besonders im Bereich des Troges labilisiert die Luftmasse. Am Freitag zieht das Tief unter Abschwächung nach Island. Die Okklusion schwenkt bald ostwärts aus Deutschland heraus. Bei sich abflachenden Druckgegensätzen labilisiert die Luftmasse tagsüber und es kommt zu Schauern und örtlichen Gewittern. Besonders viel Energie bietet die atlantische Meeresluft aber nicht. In 850 hPa werden von Nordwest nach Südost 5 bis 10 Grad simuliert. Das Salz in der Suppe könnte ein Höhentief spielen, das nach IFS in der Nacht zum Samstag von Frankreich auf Südwestdeutschland übergreift und über Süddeutschland zu großflächigeren konvektiv durchsetzten Niederschlägen führen soll. Am Samstag wird das Höhentief von einem Trog über Nordwesteuropa eingefangen, der unter Abschwächung nach Nordwestdeutschland schwenkt. Ein Hoch am Boden sorgt mit trockener Luft im äußersten Norden für stabilere Bedingungen. Ansonsten kommt es zu zahlreichen Schauern und Gewittern. Aus dem nächtlichen Komplex kann im Süden und später im Osten auch längere Zeit teils kräftig regnen. An den Temperaturen und deren Verteilung ändert sich zum Vortag kaum etwas. Am Samstag setzt vorderseitig eines Tiefs südlich von Island Warmluftadvektion über Westeuropa ein. Diese stützt das Hoch über Mitteleuropa, das sich verstärkt. Der Trog kommt unter weitgehender Auffüllung nach Nordostdeutschland voran. Konvektion spielt nur noch eine kleine Rolle. Es setzt eine allmähliche Erwärmung ein. Am Montag und Dienstag liegt Deutschland nach IFS im Einflussbereich eines Hochs, dessen Schwerpunkt irgendwo zwischen den Britischen Inseln und Dänemark liegt. Bei nordöstlichen Winden kommt es zu einer langsamen Erwärmung auf Werte zwischen 9 und 15 Grad in 850 hPa mit den höchsten Werten im Süden. Schauer und Gewitter beschränken sich weitgehend auf die Nachmittags- und Abendstunden und auf die Mittelgebirge. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch schwenkt ein amplifizierender Trog über Deutschland ostwärts. Die Vorläufe sahen diesen über die Alpen südwärts abtropfen. Nach Zwischenhocheinfluss erreicht am Donnerstag das Frontensystem eines großräumigen Tiefs bei Schottland Deutschland. Bis dahin ist trotz der erwähnten Unterschiede die Konsistenz noch mäßig gut. Das Frontensystem überquert am Donnerstag und Freitag Deutschland langsam ostwärts. Nachfolgend zeigte der gestrige Morgenlauf eine eher zonale Strömung, der gestrige 12-UTC-Lauf ein Aufsteilen der Strömung und der heutige 00-UTC-Lauf zum Samstag einen markanten Randtrog und erst danach ein Aufsteilen der Strömung über Mitteleuropa. Die Konsistenz ab Samstag ist somit schlecht. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Modelle zeigen zunächst eine ähnliche Entwicklung. Die Unterschiede nehmen ab dem Zeitpunkt zu, an dem auch beim IFS im Vergleich zu seinen Vorläufen die Unterschiede zunehmen. Wann ab Freitag/Samstag wo genau eher Hochdruckeinfluss dominiert und wo bzw. wann Randtröge des nordwesteuropäischen Tiefs durchschwenken wird sehr unterschiedlich simuliert. GFS zeigt am Wochenende ein stärkeres Aufsteilen der Strömung über Mitteleuropa mit deutlicher Erwärmung im Süden. Das zeigen die anderen Modelle nicht. FAZIT: Zunächst ist es unbeständig und meist mäßig warm. Die Unwettergefahr ist aufgrund fehlender energiereicher Luftmassen sehr gering. Ab dem Wochenende nehmen die Sonnenscheinanteile zu und bei steigenden Temperaturen und selteneren Schauern und Gewittern werden gebietsweise wieder Sommertage erreicht. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen RAUCHFAHNEN: Über den gesamten Mittelfristzeitraum gibt ein es gewisses Auf und Abs durch die Tröge und Fronten, ausgeprägte Trends gibt es jedoch nicht. Grundsätzlich ist im Südosten wärmer als im Nordwesten. Große Abweichungen zum Klimamittel gibt es nicht. Für das Geopotenzial zeigt sich ab Freitag/Samstag/ ein deutlichen Trend nach oben. Dies deckt sich mit dem Hauptlauf, der sich zu Wochenbeginn in der oberen Hälfte des Ensembles befindet. Die Niederschläge haben ein klares Maximum jeweils tagsüber, was für konvektionsgetriebene Niederschläge spricht. Grundsätzlich sind die Signale am Wochenende und Anfang kommender Woche geringer als zu Beginn des Mittelfristzeitraums; der Hauptlauf nimmt aber eine besonders trockene Rolle ein. Die ENS des GFS stützen die geschilderte Entwicklung. CLUSTER: Für Mittwoch und Donnerstag gibt es drei Cluster (alle "NAO positiv"), wobei der Hauptlauf dem Cluster 1 mit 29 Mitgliedern angehört. Die Unterschiede zwischen den Clustern für Mitteleuropa sind gering. Für Freitag bis Sonntag gibt es sechs Cluster, wobei der Hauptlauf dem Cluster 2 angehört. Bei fast allen Clustern findet ein Wechsel von "NAO positiv" zu einem Blocking Regime statt. Für Deutschland sind die Unterschiede am Wochenende recht groß. Inwieweit Tröge von Westen auf Deutschland übergreifen wird unterschiedlich simuliert. Grundsätzlich zeigen aber fast alle Cluster Trogeinfluss. Ab Montag gibt es nur einen Cluster; dieser wird dem Regime "Blocking" zugeordnet. Der Block liegt allerdings weit im Nordosten Europas. Zwischen dem Azorenhoch und dem angesprochenen Block liegt Mitteleuropa in einer Schwachstelle, sodass Tröge von Westen zunehmend nach Mitteleuropa durchbrechen können. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen EFI WIND: Am Donnerstag für den Südwesten Hinweise auf ein ungewöhnliches Windereignis für die Jahreszeit. NIEDERSCHLAG: Geringe Signale am Donnerstag im äußersten Nordwesten für ein ungewöhnliches Ereignis. CAPE shear: Keine nennenswerten Signale. EPS WIND: Donnerstag gibt es sehr geringe Wahrscheinlichkeiten für Bft 8 in der Westhälfte. NIEDERSCHLAG: Keine Signale größer 10 %. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-ENS, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thore Hansen