S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Freitag, den 09.10.2026 um 10.30 UTC Überwiegend Hochdruckeinfluss. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 16.10.2026 Der Mittelfristzeitraum startet am kommenden Montag mit Hochdruckeinfluss auf der Rückseite eines Troges über dem östlichen Mitteleuropa. Dieser Trog wird von einem kräftigen Keil über Westeuropa nach Osten abgedrängt. Daraus resultiert auch eine langgesteckte Hochdruckzone vom Seegebiet westlich der Iberischen Halbinsel über Mitteleuropa bis zum Weißen Meer. In Trognähe sind über Ostdeutschland schwache Schauer möglich, sonst bleibt es trocken. In der Nacht deutet sich im Osten und Süden gebietsweise Bodenfrost an. Am Dienstag zieht ein Sturmtief ins Nordmeer. Dessen Ausläufer steuern zwar auf Mitteleuropa zu, erreichen uns aber nur in abgeschwächter Form, weil die Frontalzone über Nordeuropa verläuft und der Höhenkeil über Mitteleuropa nur langsam weicht. Entsprechend sieht es mit Regenfällen mau aus und wenige mm Niederschlag beschränken sich auf den Norden und Westen. Das gilt in ähnlicher Weise auch für die Windentwicklung, wo sich steife Böen, wenn überhaupt, an den Küsten abzeichnen. Nach eher durchschnittlichen Temperaturen am Montag, steigen die Werte etwas an und im Westen sind stellenweise 20°C als Maximum drin. Am Mittwoch zieht das nächste Sturmtief zum Nordmeer. Da sich über Mitteleuropa und Deutschland der Keil sogar noch etwas kräftigt, verstärkt sich auch die nunmehr fast zonale Hochdruckzone, die dann. u.a. über die Biskaya und Deutschland nach Osteuropa verläuft. Die Reste der Tiefausläufer lösen sich über Deutschland auf. Am Donnerstag hält sich der antizyklonale Einfluss auf unser Wetter. Sowohl der Keil in der Höhe, als auch der am Boden ziehen sich leicht südwärts zurück, viel ändern tut sich am Wetterablauf aber nicht. In den Nächten ist jeweils Grenzschichtmeteorologie gefragt und es kann sich Nebel bilden. Tagsüber scheint nach dessen Auflösung teilweise die Sonne. Am Donnerstag eher mehr als Mittwoch, weil die Reste der Tiefausläufer dann getilgt sein dürften. In der straffen Frontalzone über Nordeuropa geht es dagegen Schlag auf Schlag. Das nächste Sturmtief zieht nach Norwegen und dessen Kaltfront greift am Freitag von Nordwesten auf Deutschland über. Hinter der Wetteraktivität und Timing des Tiefausläufers stehen Fragzeichen. Die Frontalzone mäandriert dann stärker und ein Trog amplifiziert sich bei Verlagerung über Norddeutschland nach Osten; wo und in welchem Maße er das tut, ist aber offen. Beginnend am Donnerstag frischt der Westwind dann im Norden möglicherweise etwas kräftiger auf. Das nächste Hoch steht dann aber schon ante portas und zieht in der erweiterten Mittelfrist über Mitteleuropa nach Osten, die nach aktuellem Stand entsprechend herbstlich ruhig ausschaut. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des europäischen Modells ist zunächst gut und wird in der zweiten Hälfte der nächsten Woche schlechter. Insgesamt herrscht Hochdruckeinfluss. Abgeschwächte Tiefausläufer erreichen uns am Dienstag von Westen. Auch zum Ende sind von Nordwesten her Tiefausläufer zu erwarten, deren Wetteraktivität unsicher ist. Die Entwicklung zum Ende sah in den Vorläufen progressiver aus und zyklonaler. Die letzten beiden Läufe lassen rasch das nächste Hoch folgen, während der gestrige 00z Lauf vorübergehend eine Troglage im Programm hatte. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Globalmodelle zeigen keine echten Alternativen. Die Unsicherheiten sehen ähnlich aus, wie bei der Konsistenzbetrachtung. Leichte Diskrepanzen gibt es schon bei den Tiefausläufern ab Dienstag. Zum Ende laufen die Lösungen etwas deutlicher auseinander. Im GFS gerät die Frontalzone schneller und stärker ins Schwingen und der Trog mit Kaltfront erreicht uns schon am Donnerstag. Dank dem kräftigeren Trog dürfte auch der Tiefausläufer aktiver drauf sein. Allerdings scharen sich die anderen Lösungen um die des europäischen Modells. Die ist damit zu präferieren. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Im Wesentlichen stützen die Ensembles die Aussagen des Kontrolllaufs. In der Clusterung liegt dieser in den Zeitschritten 1 und 2, bis +96h und bis +168h in Cluster 1, erst mit 38, dann mit 16 Membern. Diese favorisieren den Übergang vom Blockig zu NAO+, allerdings mit weit nördlicher Frontalzone und bei uns eher hohes Geopotential. Dabei zeigen sich im Hauptmittelfristzeitraum von Mittwoch bis Freitag alles in allem 6 Cluster, wobei sich Cluster 1 und 3 (zusammen 24 Member), sowie 2 und 4 (zusammen 18 Member) ähneln. Cluster 2 und 4 deuten dabei eine Entwicklung an, die GFS oder IFS von gestern nahekommt mit progressivem, kräftigerem Trog zum Ende der Mittelfrist. Die Rauchfahnen bis Mittwoch verlaufen ziemlich eng gebündelt und beginnen dann, stärker zu streuen. Dabei deuten etliche Member ein stärkeres Vordringen kälterer Luft über Deutschland nach Süden an, allerdings bei eher hohem Geopotential, also antizyklonal überlagert. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Markante Wetterentwicklungen dürften mittelfristig Mangelware sein. Die möglichen Niederschläge reichen dafür keinesfalls. Am ehesten kann der Westwind in der zweiten Wochenhälfte an den Küsten auffrischen und einige Sturmböen produzieren. Das wird in den ENS, u.a. auch EFI mit geringen Wahrscheinlichkeiten angedeutet. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mos Mis, IFS und ENS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner