S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 21.05.2026 um 10.30 UTC Über das Pfingstwochenende unter Hochdruckeinfluss sehr warm bis heiß. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 28.05.2026 Mittelfristig bestimmt hoher Luftdruck und hohes Geopotential unser Wetter. Am Pfingstsonntag liegt der Höhenkeil über Westeuropa mit einem Höhenhoch über dem Ärmelkanal und dem Bodenhochschwerpunkt über der Nordsee. Von starkem Absinken überlagert, sickert etwas weniger warme Luft (am Rand einer Kaltfront über dem östlichen Mitteleuropa) in den äußersten Norden, die dort dann "nur" Temperaturen um oder etwas unter 25°C zulässt. In weiten Landesteilen hat besagtes Absinken schon in der Kurzfrist zu einem kräftigen Temperaturanstieg, in 850 hPa bis 15°C, geführt, der auch am Sonntag verbreitet hochsommerlich warmes Wetter bringt; über der Mitte und dem Süden oft mit Werten um 30°C. Dabei scheint meist die Sonne. Am Pfingstmontag und am Dienstag zeigt sich das Strömungsmuster retrograd und der Hochschwerpunkt verlagert sich in den Raum Schottland. Östlich davon kommt es über Skandinavien zu einer Austrogung mit einer Tiefentwicklung über Nordosteuropa. Dessen Kaltfront greift von Absinken überlagert am Dienstag auf den Norden über. Die Wetteraktivität ist gering. Lediglich der Wind frischt im Nordosten auf und nachfolgend strömt kühlere Luft in den Norden, die sich an den Folgetagen abgeschwächt südwestwärts ausbreitet. Vorübergehend sinkt die Temperatur in 850 hPa ganz im Osten bis nahe 0°C. Im Südwesten bleibt es sehr warm, teilweise heiß, im Nordosten mit meist 20 bis 25°C eher mäßig warm. Dabei geht der Hochdruckeinfluss weiter und der Hochschwerpunkt nähert sich im Verlauf der nächsten Woche über die Nordsee wieder an. Auch die erweiterte Mittelfrist hat lediglich antizyklonales Wetter zu bieten, dann wieder mit sommerlichen Temperaturen auch im Nordosten. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des europäischen Modells, IFS, ist mittelfristig gut. Lediglich die Lage des Hochs und die daran geknüpfte Austrogung über Osteuropa werden jeweils etwas abweichend simuliert. Entsprechend streift uns die kühlere Luft mal mehr, mal weniger. Inwieweit die Passage schwacher Kaltfronten überhaupt mit "Wetter" verbunden ist, bleibt unsicher. Signifikant wird es jedenfalls nicht. Selbst hinter den Schauern, die IFS am Sonntag und Dienstag simuliert, gehört ein großes Fragezeichen. Bei der Strömungslage erscheinen sie ziemlich übertrieben. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Modelle zeigen den Höhenrücken über West- und Mitteleuropa und antizyklonalen Einfluss über die gesamte Mittelfrist. Lediglich die Schwerpunkte variieren etwas, liegen aber meist westlich/nordwestlich von uns, sodass uns schwache Kaltfronten, von Norden kommend, streifen können. Von kräftigem Absinken überlagert zeigen sie kaum Wetterwirksamkeit. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Ensembles stützen über weite Strecken die Aussagen des Hauptlaufs. Das Geopotential bleibt über die gesamte Mittelfrist sehr hoch, mit einer Delle zur Wochenmitte, die der Austrogung über Osteuropa geschuldet ist. Die Hitze/Wärme hat ihren Höhepunkt am Pfingstwochenende; im Südwesten bis Dienstag, dann folgt kühlere Luft von Norden. Die Abkühlung tragen die ENS z.B. in den Rauchfahnen gut mit, vor allem aber im Norden und Osten. Je weiter nach Westen und Süden es geht, desto mehr gehört der Kontrolllauf zu den kühleren Lösungen. Niederschlagssignale gibt es nur sporadisch. Die Clusterung zeigt für den Zeitraum bis +168h zwei Cluster. Cluster 1m mit dem Kontrolllauf und 35 Member zeigt den Streifschuss des Troges über Osteuropa. Cluster 2 zeigt den Trog weiter weg, entsprechend auch die kühlere Luft in der nächste Woche abgeschwächt. In der erweiterten Mittelfrist wird die Auswahl größer, 3 Cluster, wobei die antizyklonalen Muster überwiegen. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Unter Hochdruckeinfluss werden keine signifikanten Wettererscheinungen erwartet. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS ENS, Mos ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner