S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 23.07.2026 um 10.30 UTC Am Sonntag von Nordwest nach Südost Schauer und Gewitter, vereinzelt Unwetter und anschließende Abkühlung. Am Montag noch wechselhaft und vorübergehend angenehm warm. Ab Dienstag wieder Sommerwetter und ab Mittwoch bis fast zur Küste wieder Höchsttemperaturen zwischen 28 und 32 Grad, im Südwesten um 35 Grad. Dabei nur vereinzelt Wärmegewitter. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 30.07.2026 Der bisher wirksame Höhenkeil schwenkt am Sonntag zusammen mit der zugehörigen Hochdruckzone nach Osteuropa. Der nachfolgende Höhentrog zieht von Frankreich und der Nordsee nach Deutschland und die korrespondierende Kaltfront überquert bis Tagesende mit Schauern und Gewittern fast ganz Deutschland südostwärts. Dahinter strömt von Westen und Nordwesten kühlere Atlantikluft ein. Am Montag erreicht die Achse des Höhentroges im Tagesverlauf Ostpolen und dahinter setzt sich eine zunächst glatte, zum Tagesende antizyklonale nordwestliche Höhenströmung durch. Damit schiebt sich der Azorenhochkeil nach Deutschland vor und auch in der unteren Troposphäre strömt von Nordwesten gemäßigte Atlantikluft nach Mitteleuropa. Der nachfolgende Höhenkeil wandert am Dienstag von Westfrankreich nach Deutschland, so dass sich aus dem Azorenhochkeil eine abgeschlossene Hochzelle ablöst, die abends über dem Osten Deutschlands liegt. Durch Absinken und durch aufkommende Warmluftadvektion wird es deutlich wärmer, so dass in 850 hPa die Temperatur abends bereits zwischen 7 Grad im Nordosten und 17 Grad im Südwesten liegt. Mit Verlagerung des Höhenkeiles nach Polen und des Hochs nach Polen und zum nördlichen Balkan dreht die Strömung allgemein auf Süd bis Südwest und so kann die heiße Luft am Mittwoch bis nach Norddeutschland vorankommen, so dass die 15-Grad-Isotherme in 850 hPa bis Tagesende den Hamburger Raum erreicht. Ein schwacher, in die südwestliche Höhenströmung eingelagerter Höhentrog sorgt ganz im Süden für einzelne Gewitter. Am Donnerstag wird der Höhenrücken hinter dem nach Osten abwandernden schwachen Trog über Deutschland regeneriert. In 850 hPa gelangt von Südwesten noch etwas heißere Luft nach Deutschland, so dass in 850 hPa im Süden die Temperatur auf 20 Grad und mehr ansteigt. Am Boden sind die Luftdruckgegensätze aber nur gering. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Der neue Modelllauf vom IFS simuliert die Wetterentwicklung ähnlich wie die beiden Modellläufe von gestern. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Modelle einschließlich ICON berechnen die synoptischen Basisfelder ähnlich wie IFS. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Clusteranalyse des IFS berechnet heute 4 Cluster, wobei das erste Cluster mit 17 Modellläufen belegt ist und der repräsentative Modelllauf der operationelle Lauf ist. Der 2. Cluster mit 13 Modellruns ist zum Ende hin (Donnerstag) deutlich zyklonaler angelegt mit einem von Nordwesten sich annäherndem Trog und im Bodenfeld mit einem Trog über Nordwestdeutschland (repräsentatives Member 10). Demnach würden Schauer und Gewitter auch den Westen und Norden Deutschlands am Donnerstag treffen. Cluster 3 mit 12 Modellruns ist dann wieder deutlich antizyklonaler. Der 4. Und letzte Cluster ist wieder ein wenig zyklonaler. Die antizyklonalen Cluster 1 und 3 bilden mit 29 Modellläufen also die Mehrheit. In der Rauchfahne von Offenbach sieht man den Absturz der Temperatur in 850 hPa bis Montag auf gemäßigte Temperaturen um 10 Grad. Anschließend steigt die Temperatur in diesem Druckniveau wieder auf hochsommerliche Werte, ab Donnerstag auf rund 18 Grad und mehr. Nur einzelne Modellruns bringen zumindest vorübergehend niedrigere Temperaturen (3 bis 6 Member). Dabei ist die Regenwahrscheinlichkeit am Sonntag und Montag vorübergehend erhöht und steigt ab Donnerstag wieder geringfügig an. Die nächste Hitzewelle für große Teile Deutschlands scheint ab Mittwoch/Donnerstag gesichert. Entsprechend geht die Höchsttemperatur in den EPS-Meteogrammen bis fast zur Küste ab Mittwoch/Donnerstag auf Werte um 30 Grad, in der Mitte und im Süden auf Werte um 35 Grad hoch. Im Süden, in der Mitte und im Osten sind sogar von Samstag bis Montag nächster Woche Werte bis knapp über 40 Grad möglich. Aber vielleicht gibt es ja noch Änderungen bei der erweiterten Mittelfristprognose (31.7. bis 2.8.) Die Hitzewelle wird vom Ensemble des GFS zunächst gestützt. Ab dem Monatswechsel sinkt aber überall das Mittel der 850-hPa-Temperatur und es gibt einige Modellruns mit gemäßigter Temperatur. Im Süden und Südwesten scheint die Hitzewelle auch nach dem amerikanischen Ensemble etwas weiter in den August zu reichen. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Sonntag gibt es mit Einströmen der kühleren Luft die Gefahr markanter Gewitter. Unwetter sind dabei gering wahrscheinlich. Am Montag kann es vor allem im Südosten und Osten noch einzelne starke Gewitter geben und schwere Gewitter sind unwahrscheinlich. Ab Dienstag sorgt Hochdruckeinfluss für zunehmend warmes, später heißes, aber ruhiges Sommerwetter. Nur im Alpenraum und im Südschwarzwald, ab Donnerstag auch im äußersten Westen und Nordwesten, ist die Gewittergefahr leicht erhöht. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mosmix, EPS, oper. Modelle ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden