S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 07.10.2026 um 10.30 UTC Zunächst unbeständig mit Regen, in der kommenden Woche unter Hochdruckeinfluss wieder oft trocken und milder. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 14.10.2026 Beginn des mittelfristigen Zeitraums am kommenden Samstag befindet sich ein Trog über der Nordsee und dem Europäischen Nordmeer. Das Bodentief liegt bereits achsensenkrecht unter dem Trog, sodass es sein Entwicklungspotential erschöpft hat. Das bereits teil-okkludierte Frontensystem liegt mit einem umfangreichen Regengebiet über der Mitte Deutschlands und kommt im Laufe des Tages nach Süden bzw. Südosten voran. Rückseitig der Front entwickeln sich vor allem über der Nordsee Gewitter. Westlich daran anschließend wölbt sich über dem Atlantik ein Rücken auf, doch im Bodendruckfeld rauscht schon das nächste Tief mit Kurs Richtung Irland heran. Am Sonntag verlagert sich der Trog und das dazugehörige Bodentief ostwärts nach Schweden und zur Ostsee. Durch die aus dem Trog resultierende Labilisierung kommt es über dem Norden zu Schauern, insbesondere im Küstenumfeld auch zu Gewittern mit Starkregen und stürmischen Böen. In den Südwesten schiebt sich hingegen ein Keil des Azorenhochs und sorgt dort für eine Wetterberuhigung und sonnige Momente. Nach einigen kühlen Tagen kratzt dann am Oberrhein mit Sonnenunterstützung die Temperatur wieder an der 20-Grad-Marke. Am Montag zieht der Trog ostwärts ab, lässt aber vor allem den Regionen nordöstlich der Elbe noch ein paar Schauer zurück. Von Westen kommt ein Höhenkeil herein; am Boden befindet sich ebenfalls hoher Luftdruck über Deutschland. Dieser verwöhnt uns mit einem Mix aus Sonne und Wolken, jedoch bei herbstlichen Temperaturen zwischen 14 und 19 Grad. Auch am Dienstag liegen wir noch unter dem Höhenkeil, der sich von der Iberischen Halbinsel über Frankreich und Deutschland bis nach Skandinavien erstreckt. Das Bodenhoch verabschiedet sich aber schon wieder aus Deutschland. Uns erwartet ein weiterer freundlicher Tag. Bei Sonnenschein und etwas ansteigenden Temperaturen kommt vielerorts Goldener-Oktober-Feeling auf. In den Westen und Nordwesten zieht allerdings am Nachmittag und Abend mehrschichtige Bewölkung auf, die zu einem neuen Frontensystem gehört. Regen fällt aber kaum. Am Mittwoch erstreckt sich eine Hochdruckbrücke von der Biskaya über Süddeutschland bis zur Ukraine und Belarus. Dadurch kommt die Front nur sehr langsam südostwärts voran und die Wetteraktivität ist limitiert (kompakte frontale Bewölkung, aber nur wenig Regen). Im Süden bleibt es sogar noch trocken und es scheint zeitweise die Sonne. Wie es in der erweiterten Mittelfrist weitergeht, ist aus aktueller Sicht noch völlig offen. Eine deutliche Meridionalisierung der Höhenströmung ist genauso möglich wie eine ausgeprägte Westströmung über dem Atlantik und Europa. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Der heutige 00UTC-Laufs ist zunächst in guter Übereinstimmung mit den Vorläufen. Am Montag zieht der Trog etwas langsamer ostwärts raus, sodass der Osten gegenüber den Vorläufen leicht benachteiligt ist. Auch die Front am Dienstag kommt im Nordwesten nun verzögert rein. Alles in allem ist die Konsistenz aber bis zum Ende der Mittelfrist hoch und Prognose-relevante Unterschiede über Deutschland lassen sich nicht ausmachen. In der erweiterten Mittelfrist nehmen die Unsicherheiten dann aber stark zu. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Der Vergleich mit den anderen Globalmodellen zeigt zwar schon am Wochenende etwas größere Unterschiede als die einzelnen IFS-Läufe, aber dennoch eine recht gute Konsistenz. Zu erwähnen ist ein Randtief bei GFS am Sonntag, das die Konvektion im Nordwesten deutlich verstärkt. Von IFS und ICON wird dies nicht simuliert. Zu Beginn der neuen Woche sind sich IFS und ICON sehr ähnlich, während bei GFS der Trog immer noch über dem Südosten Deutschlands festhängt und am Dienstag schneller abtropft als bei den anderen Modellen. Das Übergreifen des Rückens haben aber wieder alle Modelle im Angebot. FAZIT: Das Wochenende gestaltet sich noch unbeständig und vielerorts nass, in der Südhälfte durch eine Front, in der Nordhälfte durch die Labilisierung mit einem Trog. Zu Wochenbeginn greift ein Rücken auf Deutschland über, wodurch es zu einer Wetterberuhigung kommt. Im Süden wird es auch öfter sonnig (Goldener Oktober), während im Norden und in der Mitte eine in das Hoch hineinlaufende Front zeitweise für dichte Bewölkung, aber nur geringfügen Regen sorgt. Die Temperaturen steigen zunächst vor allem im Südwesten an, nachfolgend auch in der Mitte, sodass dann in den Niederungen wieder Temperaturen um oder über 20 Grad möglich sind. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen stützen die beschriebenen Strömungsmuster. Schön ist beim Geopotential der Trogdurchgang am Wochenende und der Niederschlag (Trog+Front) in den Rauchfahnen zu erkennen. Nachfolgend steigen Geopotential und Temperatur mit dem Übergreifen des Rückens eindrucksvoll an und der Spread ist (bis auf einzelne Ausreißer) recht gering. Erst in der erweiterten Mittelfrist laufen Temperatur und Geopotential auseinander. Ein Trend ist hier also noch nicht möglich. Bei den Clusteranalysen werden im Zeitraum t_120h-168h trotz des geringen Spreads vier Cluster angeboten, die entweder dem Blocking-Regime oder dem einer positiven NAO zugeordnet werden. Vor allem beim Aufwölben des Rückens gibt es noch Unsicherheiten. Vor allem Cluster 2 (13 Member) haben eine zonaler geprägte Strömung im Angebot (daher auch die positive NAO). Der Kontrolllauf wird Cluster 1 (23 Member) zugeordnet. In der erweiterten Mittelfrist (t_192h-240h) werden dann sogar sechs Cluster angeboten, wobei bis auf eine negative NAO alle Strömungs-Regime vertreten sind. In anderen Worten: Es ist noch kein Trend abschätzbar. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen ** GEWITTER/STARKREGEN/DAUERREGEN: Am Samstag und Sonntag kommt es, bedingt durch Labilisierung über dem Meer durch den Höhentrog, an der Nordseeküste wiederholt zu Gewittern, die am Sonntag mit dem Trog auch auf die Ostsee übergreifen. Dabei sind teils Starkregen um 15 l/qm in einer Stunde und stürmische Böen möglich. Vor allem an der Nordsee ist am Samstag und in der Nacht zum Sonntag durch wiederholte Treffer strichweise auch mehrstündiger Starkregen und/oder ein Überschreiten der Dauerregen-Warnschwellen (um 30 l/qm in 12-24h) möglich. WIND: Auch abseits der Gewitter ist es an der Nordsee windig, teils mit stürmischen Böen aus West, später Nordwest. Ebenso pfeift der Wind auch auf den bekannten Gipfeln der Mittelgebirge. Zu Beginn der kommenden Woche werden unter zunehmendem Hochdruckeinfluss keine signifikanten Wettererscheinungen mehr erwartet. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, ICON, ICON-EPS, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel