S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 05.09.2026 um 10.30 UTC Meist wechselhaft, bis Donnerstag in der Mitte und im Süden längere freundliche Abschnitte. Dabei mäßig warm. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 12.09.2026 Die bislang westliche Strömung beginnt stärker zu mäandrieren. Ein darin eingelagerter Trog greift am Dienstag auf Westeuropa über, an dessen Vorderseite gelangt in den Süden und Südosten Deutschlands feuchtlabile Luft, wodurch sich in diesen Gebieten, bevorzugt getriggert durch die Orografie, Gewitter entwickeln können. Dabei besteht Gefahr von Sturmböen und Hagel. Zuvor werden im Süden noch einmal 25 bis 29 Grad erreicht. Mit der Kaltfront, die diesem Trog vorgelagert ist, kommen von Nordwesten und Westen her skalige Niederschläge bis in die mittleren Regionen auf, die sich mit weiterer Annäherung des Troges in der Nacht zum Mittwoch im Südosten Deutschlands verstärken und vor allem in Richtung Alpen anfangs noch von Gewittern durchsetzt sein können. Mittwoch greift der Trog auf Deutschland über. Das korrespondierende Tief gelangt nach Jütland, an dessen Südflanke frischt der Wind aus West bis Nordwest auf und erreicht im Nordwesten in Böen vor allem (aber nicht nur) in Verbindung mit kräftigeren Schauern oder kurzen Gewittern Sturmstärke. Da der Südosten Deutschlands noch unmittelbar auf der Trogvorderseite verbleibt, sind dort weitere Niederschläge zu erwarten, an den Alpen ist Starkregen nicht auszuschließen. Dazwischen, d.h. in einem breiten Streifen etwa von der Pfalz bis zur Oder und Neiße wird durch kompensierendes Absinken die Schauertätigkeit unterdrückt und größere Auflockerungen sind vorstellbar. Gegenüber den Vortagen gehen die Temperaturen merklich zurück. In der Nacht zum Donnerstag erreicht der Trog Polen, in der Mitte und im Süden setzt sich Zwischenhocheinfluss durch, so dass die Niederschläge an den Alpen allmählich nachlassen. An der Küste sind jedoch weitere Schauer und vereinzelt kurze Gewitter zu erwarten, die durchaus noch mit stürmischen Böen einhergehen können. Am Donnerstag läuft ein Kurzwellentrog nach Osten ab und erreicht zum Abend hin den Westen Deutschlands. Dieser ist im Norden Deutschlands mit weiteren Niederschlägen wetterwirksam. In der Mitte und im Süden hält sich noch der Einfluss des Zwischenhochs, wenngleich sich dieses rasch abschwächt. Bereits am Freitag kommen mit einem breiten, auf die Benelux-Staaten übergreifenden Trog von Nordwesten und Westen her bis in die Mitte hinein kräftigere Niederschläge auf. Daher können sich im Tagesverlauf in der vorderseitig einfließenden, leicht labil geschichteten Luftmasse einzelne Gewitter entwickeln, die mit Sturmböen einhergehen können. Dieser Trog überquert in der Nacht zum Samstag weitgehend das Vorhersagegebiet, wodurch dann auch der Süden und der Osten von diesen anfangs zum Teil noch von Gewittern durchsetzten Niederschlägen erfasst wird. Kurzwellige Anteile, die mit einer nördlichen Strömung in den dann über dem östlichen Mitteleuropa liegenden Trog hineinlaufen, sorgen auch am Samstag für eine rege Niederschlagstätigkeit. In der Nacht zum Sonntag weitet sich von Frankreich her ein Hochkeil in den Westen und Süden Deutschlands aus, so dass die Niederschlagstätigkeit dann von Norden und Westen her allmählich nachlässt. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum lässt nach Zwischenhocheinfluss am Sonntag bereits zu Wochenbeginn ein weiterer Trog Niederschläge von Westen und Süden her in Richtung Mitte übergreifen. Dabei bleibt es allenfalls mäßig warm. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bis einschließlich Freitag ist der aktuelle Modelllauf zu den gestrigen Modellrechnungen konsistent. Am Samstag simuliert der gestrige 00 UTC-Lauf den nach Osteuropa abziehenden Trog deutlich schwächer und billigt einem auf die Britischen Inseln übergreifenden Trog die steuernde Funktion zu. Der gestrige 12 UTC-Lauf wie auch die aktuellste Modellrechnung zeigen an dessen Stelle einen Keil. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum wird von allen Modellläufen wieder eine westliche Strömung simuliert, wobei sich die Lage der relativ kurzwelligen Keile und Tröge von Modelllauf zu Modelllauf unterscheidet. Dabei ist das Wettergeschehen eher zyklonal geprägt. Anzeichen für einen stabileren Wettercharakter sind nicht zu finden. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Bis einschließlich Freitag folgen die verfügbaren Modelle weitgehend der oben beschriebenen Entwicklung. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten. Größere Unterschiede sind am Samstag erkennbar. ICON und GFS zeigen ein Zentraltief über Südschweden und hiervon ausgehend einen nach Süden reichenden Trog. Nach EZMW liegt der Trog weiter östlich, etwa über Polen, wobei ein kurzwelliger, von Frankreich hereinlaufender Anteil über den Westalpen austropfen könnte. Das Modell des kanadischen Wetterdienstes stützt dagegen die EZMW-Version. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum bleibt nach EZMW der zyklonale Einfluss in Form eines weiteren, in Richtung Westalpen austropfenden Troges bestehen. Nach GFS weitet sich von Westeuropa her eine Hochbrücke nach Deutschland aus. Demnach hielte sich nur im Norden Deutschlands zyklonaler Einfluss. Nach dem kanadischen Modell setzt diese Hochbrücke bereits am Wochenende an und weiter im Norden an, wobei deren Achse auch am Dienstag gegenüber GFS etwas nach Norden verschoben zu finden ist. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen GFS lässt, ausgehend vom nahen Ostatlantik, eine Brücke hohen Geopotentials über Südskandinavien hinweg ostwärts ausgreifen, was der Version des kanadischen Modells nahekommt. Dies hätte die Ausbildung einer Hochbrücke zur Folge - ein Szenario, das vor allem von jüngeren, aber bei Weitem nicht von allen Einzelläufen gestützt wird. Hinsichtlich dieser Entwicklung besteht ein hoher Spread, so dass noch keine gesicherte Aussage getroffen werden kann. Das EPS des EZMW setzt weiterhin auf eine Westlage, hierdurch sind der Südwesten und Süden Deutschlands mitunter leicht antizyklonal geprägt. Die Hochbrücke, die sich dann von Westen hereinschieben kann, liegt deutlich weiter südlich als bei den amerikanischen Modellen. Zwar spaltet sich im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum die Frontalzone über Westeuropa auf, belastbare Signale für eine persistente Blockierung lassen sich jedoch nicht finden. Immerhin sind dann etwa die Hälfte der EPS-Member antizykonal geprägt, wobei eher eine nordwestliche Strömung angeboten wird. Hinsichtlich dieser Aussage bestehen auch keine Unterschiede zum AIFS. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Dienstag entwickeln sich im Süden und Südosten Gewitter mit Sturmböen und Hagel, Starkregen ist dabei nur wenig wahrscheinlich. Am Mittwoch sind mit dem Übergreifen eines Troges im Nordwesten und Norden kurze Gewitter zu erwarten, dabei besteht Gefahr von Sturmböen. Vor allem in Nordseenähe sind auch außerhalb von Gewittern Sturmböen möglich. Darüber hinaus ist in Alpennähe mehrstündiger Starkregen nicht auszuschließen. Am Donnerstag bestehen wahrscheinlich keine markanten Wettergefahren. Am Freitag kommen im Südwesten und im Süden erneut einzelne Gewitter mit Sturmböen und nur geringer Wahrscheinlichkeit für Starkregen auf. Samstag sind im Bereich der östlichen Mittelgebirge und an den Alpen weitere kräftige Regenfälle zu erwarten, wobei Starkregen dann wahrscheinlicher ist als bei den Gewittern am Freitag. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage EPS, anfangs MOS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann