S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 11.03.2026 um 10.30 UTC Wechselhaft mit Regen, im Bergland Schnee, zeitweise windig. Tagsüber mild, nachts gebietsweise leichter Frost. Kommende Woche voraussichtlich trockener, leicht zunehmende Temperaturen. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 18.03.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag greift von Westen langsam ein Trog über. Dieser Trog streckt sich nach Süden und tropft im Tagesverlauf ins westliche Mittelmeer ab. Die langgestreckte, wellende Front des Tiefs im Nordmeer, die von Skandinavien bis zur Iberischen Halbinsel reicht, liegt diagonal mit zeitweiligem Regen über der Mitte Deutschland und verlagert sich ostwärts. Dabei verliert sie im Tagesverlauf an Intensität, da am Boden rückseitig von Südwesten ein Zwischenhochkeil für allmähliches Absinken sorgt. Im Zusammenhang mit dem Abtropfprozess in der Höhe kommt es über Südfrankreich/Norditalien zu einer Zyklogenese, dadurch verlagert sich die Front über dem Süden und Südosten Deutschlands nur langsam bzw. kommt ins Schleifen. Rückseitig der Front fließt eine kühlere Luftmasse ein, die Temperaturen in 850 hPa gehen auf bis zu -3 Grad zurück. Damit gehen die Niederschläge im Bergland oberhalb etwa 700 bis 800 m in Schnee über, vor allem am Alpenrand und den in den östlichen Mittelgebirgen. Die Neuschneemengen sind aber meist gering. Rückseitig der Front kann es in labilerer Luft im Nordwesten einzelne Schauer geben. In der Nacht zum Sonntag setzen sich Regen und Schnee im Bergland im Süden und Südosten fort, frontrückseitig lockert die Bewölkung im Westen und Nordwesten stark auf, teils muss dann mit leichtem Nachtfrost gerechnet werden, teils bildet sich Nebel. Am Sonntag wird Deutschland vom sich abschwächenden Trogresiduum ostwärts überquert. Im Südosten schleifen noch Frontreste, die auch noch zeitweilig leichten Regen, im Bergland Schneefall mit sich bringen. Sonst herrscht vorübergehend noch Zwischenhocheinfluss und es ist anfangs locker bewölkt und trocken. Im Tagesverlauf nähert sich von Westen aber bereits der nächst Trog mit korrespondierendem, okkludierendem Frontensystem. Die Bewölkung nimmt damit von Nordwesten wieder zu. Zum späten Nachmittag oder Abend setzt Regen ein, der sich nachts ostwärts ausbreitet. Im Bereich der okkludierenden Front wird etwas mildere Luft eingeschoben, die Schneefallgrenze steigt also vorübergehend an, so dass wahrscheinlich vorübergehend meist Regen fällt. Rückseitig der Front und ausgangs der Nacht sinkt die Schneefallgrenze von Westen wieder auf eine Größenordnung von 600 bis 800 m ab. Zu erwähnen ist noch die Windentwicklung: Im Laufe des Tages nimmt der Gradient mit Annäherung des Tiefs und dessen Ausläufer zu, ab Sonntagabend muss zunächst im Nordseeumfeld und im Nordwesten mit starken bis stürmischen Böen, exponiert auch mit Sturmböen gerechnet werden. In der Nacht zum Montag nimmt der Wind auch im Westen und in den zentralen Mittelgebirgen zu, später auch im Süden. Am Montag liegt der mit Höhenkaltluft gefüllte Trog zunächst direkt über Deutschland und verlagert sich nur langsam ostwärts, erst in der Nacht zum Dienstag zieht er ostwärts ab. Auf der Rückseite werden zudem kurzwellige Anteile angedeutet. Es regnet daher recht verbreitet, im Tagesverlauf häufig schauerartig, aufgrund der labilen, höhenkalten Luft und kurzwelliger Troganteile sind auch einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen. Bei 850 hPa Temperaturen meist zwischen 0 und -4 Grad fällt in Lagen oberhalb etwa 600 bis 800 m Schnee, in Schauern gelegentlich auch darunter. Im (höheren) Bergland dürfte sich daher zumindest vorübergehend eine dünne Neuschneedecke bilden. In der Nacht zum Dienstag klingen die Niederschläge meist allmählich ab, am längsten dauern sie am Alpenrand sowie im Nordosten an. Der Wind weht anfangs noch stark, exponiert teils stürmisch, lässt aber mit Gradientauffächerung rückseitig der Front insgesamt nach. Bei Schauern oder nicht ganz ausgeschlossenen Gewittern frischt er noch stark böig auf. Am Dienstag liegt der Höhentrog knapp östlich unseres Vorhersagegebietes. Von Westen dehnt sich ein Höhenkeil aus, der Luftdruck am Boden steigt und es bildet sich eine Bodenhochzone über Mitteleuropa. Überwiegend setzt damit Wetterberuhigung ein. Die Bewölkung lockert häufig auf. Ganz im Osten/Nordosten sind Resteinflüsse des Troges östlich von uns nicht ganz ausgeschlossen, dort sind im Tagesverlauf weiterhin Quellwolken und eventuell auch noch Schauer möglich. Am Mittwoch setzt sich das überwiegend hochdruckdominierte Wetter fort. die Luftdruckverteilung ist recht flach, wir liegend am Rande eines großräumigen Hochs, dessen Schwerpunkt sich von Deutschland bis nach Westrussland erstreckt. Etwas Hebungseinfluss könnte nach wie vor von dem Höhentief/Kaltlufttropfen über Polen, Tschechien und Österreich ausgehen und damit ganz im Osten/Südosten einiges an Bewölkung sowie den ein oder anderen Schauer zur Folge haben. Meist bleibt es aber trocken und die Sonne scheint häufig. In der erweiterten Mittelfrist deutet sich weitgehend Hochdruckeinfluss und damit störungsfreies Wetter an. Das Höhentief verlagert sich in Richtung Südosteuropa und hat damit voraussichtlich keinen Einfluss auf unser Wettereschehen. Das Temperaturniveau steigt leicht an. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag ist die Konsistenz der vorliegenden IFS-Modellläufe trotz leichter Timingunterschiede gut. Der aktuellste IFS-Lauf ist dabei etwas flotter bzw. progressiver aufgestellt. Diese Differenzen wachsen im Mittelfristverlauf etwas an, zeitweise übernimmt auch der gestrige 12-UTC-Lauf die Rolle der flottesten Entwicklung/Verlagerung. Insgesamt stimmen die Grundstrukturen aber recht gut überein. Erst zum Ende der Mittelfrist am Mittwoch und dann in der erweiterten Mittelfrist wird das Bild etwas diffuser und die Vorhersage damit unsicherer. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Andere Globalmodelle wir GFS und ICON simulieren die Entwicklung prinzipiell sehr ähnlich, auch hier zeigen sich bereits zu Beginn gewisse Timing- und Amplitudenunterschiede, die allerdings auf der mittelfristigen Zeitskala betrachtet eher gering sind. Größer werden diese Diskrepanzen zum Ende der Mittelfrist ab Dienstag, dann zeigt z. B. GFS weiterhin eine etwas zyklonalere Variante östlich von uns mit potenziellen Auswirkungen auf unser östliches Vorhersagegebiet. Zudem zeigt GFS ein noch leicht tieferes Temperaturniveau. Überwiegend stehen zum Ende der Mittelfrist bzw. in der erweiterten Mittelfrist aber auch hier die Zeichen eher auf Wetterberuhigung unter zunehmendem Hochdruckeinfluss __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Samstag 00 UTC bis Sonntag 00 UTC (+72 bis +96 h) vier Cluster mit 19, 14, 10 bzw. 8 Membern, Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 1. Alle Cluster werden dem Regime NAO positiv zugeordnet. Wechselhafte Witterung steht allgemein auf dem Programm, der Trog und dessen Abtropfen wird etwas unterschiedlich simuliert, was sich in leichten Timingunterschieden äußern dürfte. Am grundsätzlichen Ablauf besteht damit aber kein Zweifel. Im Folgezeitraum von Montag 00 UTC bis Mittwoch 00 UTC werden ebenfalls vier Cluster (16, 14, 11 und 10 Member) angeboten, Haupt- und Kontrolllauf werden in Cluster 1 eingruppiert, der vom Regime NAO positiv zu Blocking wechselt. Auch Cluster 2 und 3 wechseln das Regime zu Blocking, aber etwas verzögert im Vergleich zu Cluster 1. Cluster 4 bleibt bei NAO positiv, allerdings zeigt sich auch hier über Mitteleuropa erhöhtes Geopotenzial. Die Tendenz zu stabilerem, antizyklonal dominierter Witterung scheint also belastbar, fraglich ist, wie schnell das geht und ob es "astrein" ist - also ob es doch Regionen gibt, die nicht ganz störungsfrei bleiben (Stichwort Höhentief/Kaltlufttropfen östlich von uns). Für die erweiterte Mittelfrist ab Donnerstag 00 UTC (+192 bis +240 h) werden drei Cluster mit 22, 17 bzw. 12 Membern gezeigt, Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 1. Custer 1 startet mit Blocking und zeigt zum Ende hin NAO positiv, allerdings scheint die Frontalzone nördlich unseres Vorhersagegebietes zu bleiben. Damit würde sich das störungsfreie Wetter fortsetzen. Ebenso bei Cluster 2, der hartnäckig beim Regime Blocking verbleibt. Lediglich Cluster 3 mit 12 Membern setzt auf wieder zunehmend zyklonalen Einfluss für Mitteleuropa. Auch die Rauchfahnen zeigen ein ähnliches Bild: Zunächst wechselhaft mit Niederschlägen, ab Dienstag gehen die Niederschlagssignale deutlich zurück, auch wenn sie zumindest in einzelnen Membern nicht gänzlich verschwinden. Das Temperaturniveau ist zunächst recht klar, die Kurvenschar in 850 hPa ist bis Montag recht gut gebündelt. Dann nimmt der Spread allerdings recht deutlich zu, viele Member liegen dann oberhalb des deterministischen Laufes. Hinsichtlich des Geopotenzials in 500 hPa zeigt sich in den nördlichen Landesteilen eine bessere Bündelung als nach Süden. Im Norden wächst der Spread ab Montag an, im Süden ist er bereits zu Beginn etwas größer und wächst ab Montag deutlicher an als im Norden. Insgesamt zeigt sich allgemein eine Tendenz zu höherem Geopotenzial, auch wenn einzelne Member zumindest um Ende der kommenden Woche wieder zu tieferem Geopotenzial tendieren. Fazit: Zunächst wechselhaft, zum Ende der Mittelfrist und in der erweiterten Mittelfrist recht wahrscheinlich Wetterberuhigung unter antizyklonal dominiertem Geschehen. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen WIND/STURM: Ab Sonntagabend zunehmender Südwestwind, zunächst im Nordwesten, nachfolgend bis in den Süden starke bis stürmische Böen (Bft 7), in exponierten Lagen teils Sturmböen (Bft 8-9). Auf dem Brocken vorübergehend schwere Sturmböen (Bft 10). Am Montag zunächst recht verbreitet starke bis stürmische Böen (Bft 7), im Bergland Sturmböen (Bft 8-9), auf West drehend, im Tagesverlauf allmählich nachlassend. REGEN/SCHNEE: Wiederholt Regen, im Bergland Schnee. Insgesamt keine markanten Mengen, im Bergland wenige Zentimeter Neuschnee. GEWITTER: In höhenkalter, labiler Luftmasse eventuell am Montag einzelne Gewitter. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-EPS, MOS-Mix ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger