S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 08.07.2026 um 10.30 UTC Hochdruckeinfluss, trocken. In der Südwesthälfte zunehmend heiß, im Nordosten sehr warm. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 15.07.2026 Am kommenden Samstag liegt eine Hochdruckzone vom Seegebiet westlich Irlands bis Skandinavien, die unter anderem durch einen Höhenkeil über Frankreich und der Nordsee gestützt wird. Mitteleuropa liegt am Rand eines großen Höhentiefs mit Schwerpunkt über der Ukraine. Mit der resultierenden nördlichen Höhenströmung gelangt etwas gemäßigtere Luft in die Nordosthälfte, die Temperaturen von 25 bis 30 Grad zulässt. Ob es vereinzelt ganz im Nordosten zu schwachen Schauern reicht, ist unsicher. Vereinzelte Gewitter sind darüber hinaus im Südschwarzwald und im Alpenraum möglich. Das aber bei Höchstwerten, die in der Südwesthälfte Deutschlands oft zwischen 29 und 34 Grad liegen. Am Sonntag verschiebt die Hochdruckzone ihren Schwerpunkt zum Nordmeer und der Keil weitet sich von Westen her nach Mitteleuropa aus. Die sehr zähe Blockinglage geht damit weiter und damit sind dann selbst vereinzelte Schauer im Nordosten keine Option mehr und auch in den Alpen bleibt es gewitterfrei. Vielfach scheint die Sonne. Im Norden und Osten sind die 30 Grad eher regional möglich, in der Südwesthälfte sind verbreitet 30 bis 36 Grad auf der Karte. In der nächsten Woche setzt sich der Hochdruckeinfluss am Rand der Hochdruckzone über Nordeuropa fort. Es bleibt trocken und die Dürre verschärft sich wieder. Die Temperaturverteilung ändert sich gegenüber Sonntag nicht allzuviel. Im Norden und Nordosten werden tagsüber meist 27 bis 31 Grad erreicht. Nur an der See bei auflandigem Wind ist es deutlich angenehmer. Über einer etwas erweiterten Südwesthälfte sind oft 29 bis 36 Grad an der Tagesordnung. Mitte der nächsten Woche eventuell im Westen und Südwesten auch etwas mehr. Dann aber bei langsam zunehmender Gewitterneigung im Südwesten. In der erweiterten Mittelfrist kann sich in einer Tiefdruckrinne von Frankreich her feucht heiße und instabile Luft mit Schauern und teils starken Gewittern zu uns hin, in den Süden und Westen ausbreiten. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des europäischen Modells ist zunächst gut. Erst im Verlauf der nächsten Woche weichen die Lösungen ab, wobei der aktuelle Lauf das Höhentief des Vorlaufs nicht mehr über Deutschland zeigt, sondern antizyklonaler simuliert. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Schon am Wochenende gibt es kleinere Abweichungen zu den anderen Globalmodellen GFS, ICON und UKMO, die den Nordosten am Rand zu Trögen zeigen, die dort eine leichte Schauerneigung auslösen sollen. Im GFS tropft einer dieser Tröge nächste Woche nach Deutschland ab und löst Schauer und Gewitter aus. Dies ähnelt stark der 12z Lösung des IFS, ist aber für die aktuelle Lösungsmenge eine Außenseitervariante. Zum Ende der Mittelfrist deutet sich ICON im Südwesten eine (etwas) zunehmende Gewitterneigung an. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Rauchfahnen der Ensembles lassen bis zu Beginn der nächsten Woche keine Zweifel an dem Beschriebenen aufkommen. Erst danach schert der Kontrolllauf im Geopotential und bei der 850 hPa Temperatur nach oben aus, bei zunehmendem Spread und weiter nur spärlichen Niederschlagssignalen. Der Höhenrücken kommt aus Sicht der ENS wohl doch nicht so sehr näher, die Erwärmung ist im Kontrolllauf möglicherweise überbetont. Die Clusterung zeigt für den Hauptmittelfristzeitraum einen Cluster des Typs Blocking mit der Rückenachse über West- und Mitteleuropa. Das Muster nimmt der größte Cluster (15 Member) für die erweiterte Mittelfrist auf und lässt den Keil dann nur sehr langsam ostwärts wandern. Das erklärt die nur sporadischen Regenfälle, die an der Trockenheit kaum etwas ändern. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Die Hitzebelastung nimmt vor allem in der Südwesthälfte wieder zu, auch wenn die Luft diesmal recht trocken ist und die Nächte Abkühlung bringen. Auch sind die Tagesmaxima bei weitem nicht so extrem wie Ende Juni. Höchstens im Alpenraum und im Südschwarzwald besteht eine leichte Gewitterneigung. Ob die Gewitterneigung darüber hinaus zum Ende und in der erweiterten Mittelfrist von Südwesten her zunimmt, ist unsicher. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mos Mix, IFS und ENS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner