S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 08.09.2026 um 10.30 UTC Im Nordwesten immer mal wieder wechselhafte Randtröge, sonst vielfach Hochdruckwetter. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 15.09.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am Freitag befinden sich mehrere Tröge bzw. Höhentiefs über dem Nordatlantik, Nordeuropa und Nordosteuropa. Dem gegenüber steht ein umfangreiches und stabiles Hoch über den Azoren. Der nordatlantische Trog greift im Laufe des Freitags auf Mitteleuropa über, wobei die höhenkälteste Luft weit im Norden verbleibt. Auch der dazugehörige Tiefausläufer (Tief liegt Fr. 12 UTC nördlich von Island) kann nachmittags auf den Nordwesten übergreifen und für etwas Regen sorgen. Die Luftmasse ist aber recht stabil geschichtet, so dass Schauer oder Gewitter eher selten bis gar nicht auftreten sollten. Die Frontalzone gerät nach Süden zu in den Einflussbereich des Azorenhochs und kommt nur noch langsam südostwärts voran und gerät unter absinken. Die Niederschläge sollten sich daher auf den Nordwesten beschränken. Mit 850 hPa Temperaturen zwischen 3 Grad im Norden und 8 Grad am Alpenrand bleibt es für die Jahreszeit normal temperiert. Vom Azorenhoch wölbt sich nachfolgend ein Keil in Richtung Dänemark auf und verdrängt den Trog in der Nacht zu Samstag langsam nach Osten. Am Samstag sorgt der Keil ausgehend von den Azoren für verbreitet ruhiges Hochdruckwetter. Jedoch nähert sich vom Nordatlantik her bereits ein weiterer Trog Nordeuropa an. Dieser kann mit verkürzter Amplitude auf Mitteleuropa übergreifen. Ein dazugehöriger Tiefausläufer sorgt erneut im Norden für starke Bewölkung und etwas Regen. Nach Süden zu gerät der Tiefausläufer unter absinken, dabei lässt die Wetterwirksamkeit immer mehr nach. Das Azorenhoch kann aber erneut den Trog rasch nach Osten verdrängen, so dass bereits in der Nacht zu Montag wieder der Keil über Deutschland liegt. Am Montag befindet sich Deutschland wieder unter den ruhigen Keil ausgehend von den Azoren. Im Tagesverlauf nähert sich jedoch ein Trog ausgehend von Grönland Europa an. Dabei wird höhenkalte Luft weit nach Süden transportiert und liefet die nötige Dynamik für eine kräftige Zyklone und Tiefausläufer. Auf dessen Vorderseite werden erstmal recht warme und feucht Luftmassen über Frankeich nach Deutschland geführt. Die Kaltfrontpassage könnte dann mit teils kräftigen Gewittern aber auch mit einen starken Druckgradienten im Laufe des Dienstags vollzogen werden. Nachfolgend soll ein schwall hochreichend kalter Luft auf Deutschland übergreifen. Demnach gestaltet sich das Wetter auch in der erweiterten Mittelfrist zunächst sehr wechselhaft, windig und kühl (im Vergleich zu den aktuellen Temperaturen). Im Laufe des Donnerstags soll sich aber der Einfluss des Azorenhoch wieder regenerieren und die eingeflossene Kaltluft gelangt unter Wetterberuhigung. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz der letzten IFS Läufe ist recht gut. Abgesehen von kleineren Störungen, die atlantische Randtröge über Nordwesteuropa verursachen, simulieren alle Läufe einen recht stabilen Höhenkeil im Süden. Viel Niederschlag wird von keinem Lauf simuliert. Im Nordwesten Deutschland kann es immer mal wieder etwas regnen. Erst zum Ende des Mittelfristzeitraums werden die Unsicherheiten deutlich größer. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Im Gro simulieren auch die betrachteten Globalmodelle einen ähnlichen Verlauf. Jedoch gibt es gewisse Unterschiede bei den Randtrögen, die vom Atlantik mit dem Azorenhoch interagieren und den Niederschlag mal mehr oder weniger weit nach Süden vorstoßen lassen. Größere Unterschiede ergeben sich aber erst zum Ende der Mittelfrist. Wie stark und ob der neue atlantische Trog und die höhenkalte Luft auf Mitteleuropa übergreifen wird von jedem Modell anders simuliert. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Plumes: In den Plumes des ECMWFs ist ein recht enger Spread innerhalb des Ensembles bis einschließlich Sonntag gut zu erkennen. Gleichermaßen steigen die 850 hPa Temperaturen und das 500 hPa Geopotenzial langsam an. Ab Montag gibt es dann größere Abstände innerhalb des Ensembles wobei die Mehrheit der Member analog zum IFS einen deutlichen Temperatursturz bzw. Verringerung des Geopotenzials ab Montag/Dienstag aufweisen. Im Ensemble des GFS verhält sich an sich zwar ähnlich, die Mehrheit der Member simulieren aber den Regimewechseln nicht, ober deutlich schwächer. Der operationelle Lauf weißt aber auch auf einen deutlichen Wetterwechsel hin. Cluster: Das Azorenhoch ist in allen Clustern recht dominierend, es gibt aber auch Cluster die den atl. Trog anfangs nächster Woche deutlich schwacher simulieren. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Im gesamten Mittelfristbereich gibt es keine Signale für markante Wettererscheinungen. Erst zum Ende des Mittelfristbereichs, am Dienstag, gibt es Hinweise auf einen msignifikanten Wetterwechsel mit einer markanten Wind- bzw. Gewitterlage. Dies ist aktuell aber sehr unsicher. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, MOSMIX, EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher