S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Freitag, den 14.08.2026 um 10.30 UTC Warm, im Süden vorübergehend heiß. Gebietsweise Regen und Gewitter. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 21.08.2026 Am Montag, dem Beginn der Mittelfrist, stellt sich nach Abzug eines Troges eine westliche bis nordwestliche Strömung ein, die durch einen sich nähernden flachen Rücken antizyklonal gestaltet wird. Dabei fällt im Südosten an einer Kaltfront zunächst Regen, im Tagesverlauf durchsetzt mit Gewittern, sonst treten vor allem in der Nordosthälfte Schauer auf, weiter nach Südwesten setzt sich Zwischenhocheinfluss durch. Dabei fließt von Westen mäßig warme bis warme Meeresluft ein. Nur im Südwesten ist das Temperaturniveau höher bei 25 bis 29°C, sonst werden es meist 22 bis 25°C. Am Dienstag greifen auf die Nordhälfte die Ausläufer einer Tiefdruckrinne über dem Nordmeer und Sudskandinavien über. Trotz leicht antizyklonaler westlicher Höhenströmung führt Warmluftadvektion zu Hebung und gebietswiese zu Regenfällen. Die Südhälfte liegt am Rand einer Hochdruckzone, unter leichtem Absinken. Hier lockern die Wolken stärker auf und es regnet kaum. Mit den Tiefausläufern verstärkt sich die Zufuhr sehr warmer Luftmassen aus SW Europa in die Südwesthälfte Deutschlands und es stellt sich ein deutliches Temperaturgefälle ein. Den 30°C am Oberrhein stehen um die 20°C an den Küsten von Nord- und Ostsee gegenüber. Der westliche Wind lebt dabei zeitweise auf, hält sich aber mit lediglich steifen Böen an der See und im Bergland insgesamt zurück. Am Mittwoch dauert die insgesamt leicht antizyklonale westliche Strömung an, wobei sich eine Schleifzone der wahrscheinlich wellenden Luftmassengrenze über der Landesmitte oder Norddeutschland einstellt. Dabei fällt gebietswiese Regen, der am Südrand von eingelagerten, teils kräftigen Gewittern begleitet sein kann. In der Südhälfte steigt die Temperatur in subtropischer Warmluft wieder teils bis um 30°C, aber auch im Norden wird es warm bis sehr warm. Am Donnerstag und Freitag dreht die Strömung vor einer Trogentwicklung über Westeuropa auf südwestliche Richtungen. Dabei strömt in den Nordwesten mäßig warme Meeresluft, während in den Südosten subtropische Luftmassen mit 20°C in 850 hPa gelangen können. Der (frontogenetische) Übergangsbereich wird von der dann Südwest-Nordost verlaufenden Luftmassengrenze markiert. Daran sind ablaufende Wellen und Tiefentwicklungen möglich. Es kommt zu weiteren, teils kräftigeren Regenfällen und vor allem in der dann auch feuchten Warmluft zu teils starken Gewittern. In der erweiterten Mittelfrist geht es leicht wechselhaft und warm bis sehr warm weiter. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des europäischen Modells ist alles in allem mäßig für den aktuellen Mittelfristzeitraum. Der Übergang zu unbeständigem und nicht mehr ganz so heißem, bzw. warmem Wetter ist ausgemacht. Es sind allerdings auch größere Abweichungen in den Lösungen zu finden. Gerade die Entwicklung von auch markanteren Trögen in der westlichen Strömung wird von Lauf zu Lauf unterschiedlich simuliert. Nach einem erneuten Vorstoß heißer und dann auch feuchter Luft vor allem Richtung Süddeutschland scheint eine Gewitterlage nach Wochenmitte möglich. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Globalmodelle zeigen zuächst keine grundsätzlichen Alternativen auf. Der Übergang zu unbeständigem Wetter ist unstrittig. Der Süden scheint zunächst antizyklonaler und wärmer als die Nordhälfte. Der Übergangsbereich dazwischen und die Wetteraktivität der Tiefausläufer im Norden wird von den Modellen jeweils anders simuliert. UKMO hat die Schleifzone sehr weit südlich und will dann auch von einer möglichen Grenz- und Gewitterlage nach Wochenmitte nichts wissen, während GFS eine ähnliche Variante wie IFS verfolgt. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen In den ersten beiden Zeitschritten der Clusterung liegen 6, bzw. 5 Cluster vor, was zunächst mal für einige Unsicherheiten spricht. Diese sind für Montag und Dienstag weniger zu erkennen, während danach einige Amplituden- und Phasenverschiebungen der Wellen zu erkennen sind. Der Kontrolllauf in Cluster 1 (17 Member, Mi.-Fr.) wird recht gut von Cluster 3 gestützt, der es auf 10 Member bringt. In der erweiterten Mittelfrist zeigen die 3 Cluster eine mal mehr, mal weniger zyklonale Südwestlage, bzw. Trog Westeuropa. Die Kurven der GFS Ensembles streuen in der nächsten rasch deutlich, stützen aber insgesamt die Aussagen (auch) des europäischen Modells. Die Rauchfahnen des aktuellen Laufs des europäischen Modells liegen nicht vor. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Montag treten vor allem im Südosten Gewitter, teils mit Starkregen auf. Punktuell sind unwetterartige Mengen nicht ausgeschlossen. Ab Wochenmitte sind zunächst an den schleifenden Tiefausläufern, danach besonders in der Südosthälfte gebietsweise Schauer und kräftige Gewitter möglich. Bei den Gewittern ist jeweils lokal begrenzt Starkregen dabei. Wie es mit den überregionalen Regenmengen ausschaut, bleibt abzuwarten. Warnwürdige Mengen zeichnen sich zwar nicht ab, die gebietsweise ca. 10 bis 20 l/qm/12-24h in einigen Regionen (zuerst Nordhälfte, zweite Wochenhälfte eventuell Mitte und Süden) liefern bezüglich der Trockenheit eine gewisse Entspannung. Die Niederschlagsentwicklung, damit in Verbindung auch die der Gewitter, ist unsicher. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, EPS, Mos ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner