S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 30.09.2026 um 10.30 UTC Vor allem im Norden leicht wechselhaft, im Süden nach Nebel freundlicher, überwiegend trocken. Zur Wochenmitte allgemein wechselhafter und kühler. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 07.10.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag liegt Deutschland in einem relativ gradientschwachen, diffusen Umfeld. Über den Norden streift ein Kurzwellentrog und die recht schwachen Frontreste eines Nordmeertiefs. Bei wechselnder Bewölkung kann gelegentlich etwas Regen fallen. Wie weit genau die leichten Niederschläge und die dichtere Bewölkung in die mittleren Landesteile ausgreift, ist etwas unsicher. Nach Süden hin dominiert voraussichtlich leichter Hochdruckeinfluss, so dass es nach Auflösung nächtlicher Nebelfelder, das kann in Anbetracht der Jahreszeit aber schon mal länger dauern, zeitweise die Sonne scheint und es meist trocken bleibt. Ein geringes Schauer-/Gewitterrisiko besteht eventuell über dem süddeutschen Bergland (vor allem Alpen). In der Nacht zum Sonntag in der Mitte und im Süden Nebelausbreitung, im Norden wolkiger, vereinzelt geringer Regen im Zusammenhang mit einem kurzwelligen, recht flachen Trog. Vor allem ICON zeigt einen markanteren Trogdurchgang in der Nacht zum Sonntag bis in den Sonntag hinein mit gebietsweisen Schauern/Gewittern, GFS leicht verzögert in den Sonntag. Da allerdings die IFS Modellläufe (inkl. Ensemble) mehrheitlich eher geringe Niederschlagssignale und einen eher flachen Kurzwellentrog über dem Norden simulieren, wird die IFS-Lösung für wahrscheinlicher erachtet. Auch UK10 stützt die IFS-Lösung. Am Sonntag erreicht den Norden ein weiterer, relativ flacher Kurzwellentrog samt Frontensystem eines weiteren Nordmeertiefs. Dieses Frontensystem schleift mit Bewölkung und zeitweiligem Regen im späteren Tagesverlauf und in der Nacht zum Montag in den Norden Deutschlands. Dabei nimmt der Gradient etwas zu und insbesondere im Nord- und Ostseeumfeld lebt der Wind auf. Dort zeitweise starke, exponiert vereinzelt stürmische Böe um West, insbesondere in der Nacht zum Montag. Im Süden leicht höher Luftdruck, relativ gradientschwach. Daher teils zögernde Nebelauflösung, sonst tendenziell gering bewölkt und meist trocken. Im südlichen Bergland, vor allem im Alpenraum leicht labil mit potenziell leichtem Hebungsantrieb aus der Höhe, im Tagesverlauf daher Quellbewölkung mit leichtem Schauer- oder Gewitterrisiko. Am Montag zieht der Kurzwellentrog über den Norden ostwärts ab. Westlich der Iberischen Halbinsel hat sich ein Cut-Off-Tief etabliert. Dazwischen wölbt sich ein Keil mit Achse über Westeuropa auf, von dem auch Deutschland langsam profitiert. Der Bodendruck steigt insgesamt leicht an, die Frontreste mit zeitweiligem Regen über dem Norden/Nordosten kommen in die mittleren Landesteile voran, schwächen sich dabei aber ab. Im Norden und der Mitte bleibt es recht bewölkt. Im Süden dominiert nach teils zähem Nebel geringe Bewölkung, ein paar Quellwolken bilden sich im Alpenraum, das Schauerrisiko ist aber relativ gering. Am Dienstag verbleibt der Norden im Randbereich zur Frontalzone, bei den Britischen Inseln amplifiziert der Langwellentrog allmählich und nähert sich dem Nordwesten. Ab dem Abend bzw. in der Nacht zum Mittwoch schleift dann auch allmählich das wellende Frontensystem der skandinavischen Tiefdruckzone in den Norden Deutschland und es kann etwas regnen. Sonst dominiert leichter Hochdruckeinfluss mit wechselnder, nach Süden hin geringer Bewölkung und nächtlichen Nebelfeldern. Am Mittwoch greift der Trog über Westeuropa zunehmend nach Süden aus und greift von Nordwesten auf Deutschland über. Das wellende Frontensystem liegt mit zeitweiligen Regenfällen über dem Norden des Landes, das Wellentief verlagert sich von Nordwestdeutschland ost-/nordostwärts in Richtung Nordpolen. Die Kaltfront verlagert sich mit teils schauerartig verstärktem Regen südostwärts, erreicht in der Nacht zum Donnerstag allmählich den Alpenrand. Rückseitig der Kaltfront labilisiert die Luftmasse, der trog folgt noch mit höhenkalter Luft, und es folgen von Nordwesten Schauer und Gewitter. Das Temperaturniveau ist zunächst relativ konstant mit 850 hPa-Temperaturen von 5 bis 8 Grad im Norden und um 10 bis 12 Grad im Süden. Bei Höchstwerten je nach Sonnenanteilen um 18 bis 23 Grad bleibt es also weiterhin eher mild. Rückseitig der Kaltfront zum Ende der Mittelfrist bzw. im Übergang zur erweiterten Mittelfrist dreht die Strömung voraussichtlich auf Nordwest bis Nord und es kann eine kühlere Luftmasse mit 850-hPa-Temperaturen um 0 Grad von Nordwesten einsickern. Das Temperaturniveau geht als allmählich zurück. In der erweiterten Mittelfrist voraussichtlich zyklonal geprägte Witterung (Trog Mitteleuropa) und damit voraussichtlich insgesamt wechselhafteres Wetter mit zeitweiligem Regen, an den Alpen eventuell auch etwas mehr Regen durch Staueffekte. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Modellläufe kann man als gut bezeichnen. Die grundlegenden Strömungsverhältnisse werden bis einschließlich Sonntag recht einheitlich simuliert, wonach sich das Wetter im Norden in der Nähe der Frontalzone leicht wechselhaft gestaltet. Der Süden profitiert überwiegend vom Keil eines Hochs auf dem Ostatlantik mit Schwerpunkt westlich der Normandie/südwestlich der Britischen Inseln, der sich bis nach Mitteleuropa erstreckt. Ab Montag zeigen die neueren Modellläufe für unser Vorhersagegebiet ein antizyklonaleres Muster, da ein Abtropfprozess bei der Iberischen Halbinseln weiter westlich simuliert wird als zuvor und sich dementsprechend vorderseitig ein Keil über Mitteleuropa deutlicher aufwölben kann. Zum Mittwoch und in der erweiterten Mittelfrist zeigt sich mit entsprechenden Amplituden- und Timingunterschieden der Modellläufe von Nordwesten das Übergreifen eines atlantischen Troges und damit allgemein eher wechselhafteres Wetter mit zeitweiligem Regen, der Deutschland von Nordwest nach Südost überqueren soll. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Andere Globalmodelle wie ICON und GFS simulieren ähnliche Strömungsverhältnisse, allerdings überwiegend etwas zyklonaler als das IFS mit einem etwas markanteren Kurzwellentrog am Sonntag, der zumindest nicht nur den Norden, sondern auch eher die mittleren Landesteile betreffen könnte. Und auch der Montag/Dienstag vom IFS gezeigte Keil über Mitteleuropa wird deutlich schwächer vorhergesagt bzw. anders positioniert und Deutschland würde recht verbreitet eher im Bereich der Frontalzone mit durchschwenkenden Trögen verbleiben, damit würde eher wechselhafteres Wetter auch im Süden dominieren. Auch der zum Mittwoch bzw. Übergang zur erweiterten Mittelfrist simulierte Trog von Nordwesten wird sowohl vom GFS als auch vom ICON markanter simuliert. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Samstag 00 UTC bis Sonntag 00 UTC (+72 bis +96 h) drei Cluster (alle Regime "Blocking") mit 27, 16 und 8 Membern, Kontrolllauf in Cluster 1. Dabei werden die Kurzwellentröge über dem nördlichen Mitteleuropa und damit auch im Norden unseres Vorhersagegebietes leicht unterschiedlich markant bzw. "nach Süden" ausgreifend simuliert, insgesamt aber eher flach, so dass nicht von einer wesentlichen Prognoserelevanz ausgegangen wird. Im Folgezeitraum von Montag 00 UTC bis Mittwoch 00 UTC (+120 bis +168 h) werden zwei Cluster mit 33 bzw. 18 Membern im Regime "Atlantic Ridge" angeboten. Im etwas schwächer besetzten Cluster 2 wird das Trog-Keil-Muster etwas konturiert gezeigt, der Keil am Dienstag greift bis nach Südnordwegen/Südschweden aus und das Übergreifen des Troges zum Mittwoch scheint etwas verzögert zu erfolgen. Für die erweiterte Mittelfrist ab Donnerstag 00 UTC (+192 h) sind es fünf Cluster mit 15, 14, 8, 7 und 7 Membern, Kontrolllauf in Cluster 2. Allen gemein ist zunächst der Durchgang eines (unterschiedlich) markanten Troges, Unterschiede ergeben sich rückseitig mit einem mehr oder weniger zügigem Durchgang und dem sich nachfolgend unterschiedlich markanten, positionierten und orientierten Keil, der dann nur den Süden/Südwesten oder teils auch ganz Deutschland dominieren könnte. Nach dem Wechselhaften Abschnitt im Übergang zur erweiterten Mittelfrist ist also die weitere Entwicklung noch eher unsicher. Das zeigen im Prinzip auch die Rauchfahnen: relativ konstantes Temperaturniveau in 850 hPa mit wahrscheinlich sinkendem Niveau zur erweiterten Mittelfrist (Spread dann deutlich zunehmend, mehrheitlich Rückgang); eher geringe Niederschlagssignale, im Norden leicht höher als in der Mitte und im Süden, insgesamt zunehmend Richtung Mittwoch/Donnerstag kommender Woche; Geopotenzial in 500 hPa zunächst recht konstant mit geringem Spread, im Norden etwas geringeres Niveau und leicht höherer Spread, allgemein zunehmende Unsicherheiten (Spread) zum Ende der Mittelfrist, tendenziell dann abnehmend - zumindest vorübergehend. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Warnwürdige Wetterereignisse in Form von Gewittern sind zumindest nach ICON zum/am Sonntag nicht ausgeschlossen, nach IFS in eher diffusem/schwach gradientigem Umfeld allerdings recht unwahrscheinlich - abgesehen von einzelnen möglichen Entwicklungen im süddeutschen Bergland, vor allem im Alpenraum. Hinweise dafür insgesamt aber gering. Im Norden kann der Wind am Südrand der Tiefdruckzone über Nordeuropa mal auffrischen, warnwürdige Böen deuten sich höchsten an der/auf See an. Vor allem in der Nacht zum Montag und am Montag. Nach den Niederschlägen aus der Kurzfrist ist wahrscheinlich bodennah recht viel Feuchte vorhanden, so dass wiederholt Nebel auftritt, der sich in Anbetracht der Jahreszeit vor allem im gradientschwachen Umfeld im Süden teils länger halten kann. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-EPS, MOS-Mix ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger