S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Samstag, den 16.05.2026 um 10.30 UTC Anfangs unbeständig örtlichen Gewittern, ab Donnerstag zunehmender Hochdruckeinfluss mit steigenden Temperaturen __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 23.05.2026 Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag liegt ein Trog mit Temperaturen bis -24 Grad in 500 hPa über Deutschland, der kaum noch ostwärts vorankommt und von Westen zugeschüttet wird. Im Westen herrscht schwacher Zwischenhocheinfluss, generell gibt es kaum Druckgegensätze über Deutschland. Bei Temperaturen zwischen 3 und 6 Grad in 850 hPa ist es weiterhin kühl für die Jahreszeit. Im Osten ist die Labilität ausreichend für kurze Gewitter. Von Westen nähert sich ein okkludierendes Frontensystem, das in der Nacht zum Mittwoch die Westhälfte erreicht. Am Mittwoch kommt die Okklusion langsam in den Osten Deutschlands voran, von Westen folgt ein Trog mit Temperaturen um -20 Grad in 500 hPa. In der erwärmten Meeresluft (5 bis 8 Grad in 850 hPa) reicht es vor allem im Westen und Süden für örtliche Gewitter, die aufgrund ihrer langsamen Verlagerung örtlich zu Starkregen führen können. Von Warmluftadvektion gestützt beginnt sich über Westeuropa ein breiter Keil aufzuwölben, der in der Nacht zum Donnerstag mit seiner Achse bis auf eine Linie Pyrenäen-Niederlande vorankommt. Am Boden bildet sich über Frankreich und Süddeutschland ein Hoch. Am Donnerstag schwenkt der Trog aus dem Nordosten Deutschlands heraus, von Westen folgt der breite Keil nach. Vor allem in der Osthälfte bilden sich dennoch noch einmal einige Schauer, im Nordosten auch nochmals vereinzelt Gewitter. Unter dem Hoch kommt es vor allem im Südwesten zu einer Erwärmung der unteren Troposphäre. Am Abend liegt die Temperatur in 850 hPa zwischen 5 Grad in Flensburg und 11 Grad in Freiburg. Am Freitag kommt der Keil mit seiner Achse nach West- und Norddeutschland voran. Die Abtrocknung sowie die Erwärmung der Troposphäre machen weitere Fortschritte. Schauer sind die absolute Ausnahme und zum Abend liegt die Temperatur in 850 hPa zwischen 6 Grad an der Oder und 13 Grad im Breisgau. In der Nacht zum Samstag kann an der Nordsee teils dichter Nebel über den kalten Wasserflächen entstehen. Am Samstag ändert sich an der großräumigen Konstellation wenig. Der Keil mit seiner Achse über Westdeutschland sorgt für ruhiges und zunehmend sommerlich warmes Wetter. An Nord- und Ostsee kann sich teils dichter Nebel über den kalten Wasserflächen bilden. Die Temperatur in 850 hPa erreicht verbreitet Werte um 10 Grad. In der Nacht zum Sonntag erreicht eine schwache Kaltfront den äußersten Norden, weist aber kaum Wetterwirksamkeit auf. Die erweiterte Mittelfrist bis zur Nacht zum Dienstag zeigt keine signifikante Änderung der Großwetterlage. Unter einem von Südwest- nach Mitteleuropa reichenden Keil macht die Erwärmung weitere Fortschritte und zu Wochenbeginn werden im Westen Werte um 15 Grad in 850 hPa erreicht. Ein in der Nacht zum Dienstag zur Nordsee vorstoßender Trog und eine vorgelagerte Kaltfront haben noch keine Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Zu Beginn der Mittelfrist schwenkt ein Trog über Mitteleuropa ostwärts, bzw. wird zugeschüttet. Westdeutschland nähert sich zum Abend ein okkludierendes Frontensystem. Dieses kommt am Mittwoch bis nach Ostdeutschland voran und löst sich dort auf. Die Konsistenz zu den Vorläufen ist gut. In der Folge steigt von Frankreich her das Geopotenzial deutlich an, über Mitteleuropa bildet sich ein Bodenhoch und es kommt zu einer Erwärmung. Unterschiede ergeben sich bezüglich der genauen Position des Bodenhochs und damit auch bezüglich der niedertroposphärischen Warmluftadvektion. Der 12-UTC-Lauf zeigte zum Wochenende ein Höhentief, das von Norden nach Mitteleuropa zieht. Die 00-UTC-Läufe zeigen das so nicht und sind deutlich antizyklonaler aufgestellt. Ab dem Wochenende ist die Konsistenz nur noch mäßig gut. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Modelle zeigen die Entwicklung zunächst bis auf kleine Unterschiede sehr ähnlich. GFS zeigt zum Wochenende eine zunehmende Zonalisierung und von Westen das Übergreifen von Fronten. Am Sonntag liegt bei GFS über den Britischen Inseln gar ein Sturmtief. Ein Höhentief, das am Wochenende von Norden oder Osten das Wetter beeinflussen könnte, gibt es bei den anderen Modellen nicht. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen RAUCHFAHNEN: Deutschlandweit steigen das Geopotenzial in 500 hPa und die Temperatur in 850 hPa bis zum Wochenende kontinuierlich an. Der Hauptlauf liegt nahe am Mittel für das Geopotenzial und für die Temperatur in 850 hPa nimmt er am Wochenende eine der wärmeren Lösungen ein. Die Niederschlagssignale sind vor allem am anfangs zahlreich, bevor sie am Freitag und Samstag gegen null gehen und im Anschluss wieder etwas zunehmen. Dieses Bild wird von den ENS vom GFS gestützt. Der Kaltfrontdurchgang des Hauptlaufs wird vom eigenen Ensemble nicht gestützt. CLUSTER: Über den gesamten Mittelfristzeitraum werden zwar teils mehrere Cluster, aber alle Cluster werden dem Regime "Blocking" zugeordnet. Interessant wird es am Ende der Mittelfrist. Dann gibt es zwei Cluster, wobei der Hauptlauf dem etwas kleineren Cluster 2 angehört. Cluster 1 zeigt den in den Vorläufen auch im Hauptlauf simulierten Kaltlufttropfen über dem Südteil der Ostsee, der durchaus Einfluss auf das Wetter im Osten Deutschlands nehmen könnte. FAZIT: Bis zur Wochenmitte dominiert überwiegend Tiefdruckeinfluss mit eher kühler Meeresluft. Nachfolgend setzt sich von Westen Hochdruckeinfluss durch. Dieser sorgt nicht nur für zunehmende Sonnenscheinanteile, sondern auch für steigende Temperaturen. Hitze ist aber vorerst nicht zu erwarten. Ab Sonntag nehmen die Unsicherheiten zu. Wahrscheinlich ist es aber auch zu Wochenbeginn noch meist freundlich und warm. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen IFS als auch EPS liefern keine Hinweise auf markante Wettererscheinungen. Lokal kann es am Dienstag (Streifen vom Norden über die Mitte in den Südosten) und Mittwoch (Süden) zu Gewittern mit Starkregen über 15 l/m² kommen. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-ENS, MOSMIX ________________________________________________________ VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen