S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Montag, den 07.09.2026 um 10.30 UTC Vielfach störungsfreies Hochdruckwetter __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 14.09.2026 Am Donnerstag, den wir uns am heutigen Montag zu Beginn der Mittelfristbetrachtung einmal genauer anschauen wollen, hat eine deutliche Wetterberuhigung in petto. So ist der Trog in 500 hPa bereits ostwärts über die nördliche Ostsee bis Poolen abgezogen. Zwar hängt an der Südflanke noch ein Residuum positiv geneigt weit nach Westen zurück bis in den westlichen Mittelmeerraum und Algerien hinein zurück, steht aber unmittelbar vor einem Abtropfprozess. NVA-bedingt überwiegt auf der Rückseite des Troges absinken über Deutschland und bodennah kann sich auch der Einfluss des Hochs über Frankreich immer mehr zu uns ausweiten. Was bleibt, sind noch einzelne schwache, bereits stark gedeckelte Schauer im Osten und Nordosten, die kaum ins Gewicht fallen. In der aus Nordwesten eingeflossenen, nur langsam im Tagesverlauf alternden Luftmasse polaren Ursprungs (mP) mit T850 zwischen +3°C an der See und +8°C an den Alpen werden trotz zeitweiligen Sonnenscheins bei trockenadiabatischem Aufschlag "nur" 18 bis 23°C erreicht. In der Nacht zum Freitag kühlt es bei oft wolkenarmen und windschwachen Verhältnissen verbreitet auf einstellige Werte, über sandigem Boden sowie in einigen Mulden und Senken auf Temperaturen um 5°C ab. Am Freitag nähert sich zwar von Westen ein neuer, recht flacher und breit angelegter Trog, der aber mit der niedertroposphärischen Luftmasse kaum geeignet interagieren kann. Lediglich eine kleine, ondulierende Warmluftschliere innerhalb der unmittelbaren Trogachse verspricht etwas Niederschlag, bleibt aber bis zum Abend noch weitgehend westlich außen vor und "verreckt" dann auf dem Weg nach Osten entlang von Deutscher Bucht und Ems. Absehbar sucht der Trog bereits im Südteil Kontakt zum Cut-Off über Nordalgerien. So scheint neben lockeren Quellwolken längere Zeit die Sonne bei ähnlichen Höchstwerten wie am Vortag. Am Samstag geht der Trog mit dem abtropfenden Anteil nach Süden und dem Cut-Off über Algerien neu auf und organisiert sich "klassisch" über dem Golf von Genau. Das Residuum schwenkt über Deutschland ostwärts nahezu ohne nennenswerte Wetteraktivität hinweg. Bodennah formiert sich nun eine Hochdruckzone, die sich von den Azoren, der Biskaya über Mitteleuropa hinweg bis zur Ukraine erstreckt. An dessen Nordflanke sind im Bereich der Reste der Warmluftschliere an der Nordsee einzelne Schauer nicht ausgeschlossen. Sonst dominiert ruhiges Hochdruckwetter. Auch am Sonntag und Montag hält diese Wetterlage mit Hochdruckbrücke über Mitteleuropa an, was nicht ausschließt, dass in Küstennähe Streifschüsse schwacher Tiefausläufer mal für dichteres Gewölk und vereinzelt etwas Regen sorgen können. Für ausgedehnte, länger anhaltende Nebelfelder ist es glücklicherweise jahreszeitentechnisch noch zu früh, die Sonne hat noch genug Kraft. Meist lösen sich lokale Nebelfelder an den Flusstälern im Laufe des Vormittags rasch auf. Bei kontinuierlichem Absinken gehen die Temperaturen ein wenig nach oben auf dann 22 bis 27°C, an der See um 20°C. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Wie üblich gibt es kleinere Unschärfen bei der Bewertung der Abtropfprozesse. Dabei wurde im aktuellen Lauf ein stärkeres Gewicht auf den Impuls südwärts gelegt, entsprechend schwächer ist das Residuum sowohl am Freitag, als auch in der Nacht zum Montag aufgestellt, das über Deutschland hinweg ostwärts schwenkt. Nennenswerte Niederschläge sind daran - Stand jetzt - kaum noch gekoppelt. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die Musik spielt in Nord- und Südeuropa, das sehen auch die übrigen Globalmodelle so. Neben der Unschärfen bezüglich des Abtropfvorgangs (siehe Abschnitt Konsistenz) zeigen beispielsweise GFS und UK ansatzweise noch Aufgleitregenfälle am Freitag bis in den Südosten Bayerns, die aber exemplarisch auch anhand des ICON 06z Laufs rückläufige Tendenz haben. Wahrscheinlich findet die Haupthebung weiter östlich statt. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen RAUCHFAHNEN: Die Spreizung liegt bis einschließlich Montag eigentlich im handelsüblichen Bereich, unterm Strich sind die Rauchfahnen ganz gut gebündelt, was die Aussagekraft der Vorhersage insgesamt erhärtet. Dabei ist bei der 850 hPa Temperatur und auch trotz leichter Wellenbewegung beim Geopotential insgesamt über den Mittelfristzeitraum ein leichter Anstieg festzustellen (Alterung der Luftmasse) bei gleichzeitig nur sporadischen schwachen Niederschlagssignalen. CLUSTER: Auch in den Clustern manifestiert sich die Großwetterlage Brücke Mitteleuropa (BM), die erfahrungsgemäß nicht gänzlich vor schwachen Störungen in Form von zyklonalen Streifschüssen schützt. Aufgrund der Lage der Hochachse über der Mitte und dem Süden trifft das "Risiko" vor allem die küstennahen Gebiete. Cluster 2 von 3 zeigt zum Wochenwechsel gar die Verschiebung des östlichen Teils der Brücke nordwärts, womit nur noch die Nordseeküste störanfällig wäre (und im Verlauf könne eventuell auch von Osten was "drohen"). Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt aber bei < 30%. Die Anzeichen überwiegen deutlich, dass sich die hochdruckdominante Wetterlage bis weit in die erweiterte Mittelfrist, womöglich gar bis in die 3. Septemberdekade hinein fortsetzt. FAZIT: Bei einer stabilen Hochdruckbrücke (BM) bis vermutlich weit in die erweiterte Mittelfrist hinein relativ unspektakulär: Neben morgendlichen Nebelfeldern in Flusstälern bestimmen längere sonnige Phasen bei nur dekorativen Wolkenfeldern das Wettergeschehen und es bleibt vielfach trocken. Die Temperaturen unterliegen großen Tagesgängen und liegen in etwa im jahreszeitenüblichen Bereich. Lediglich in Küstennähe gibt es einzelne zyklonale Streifschüsse, aber auch dabei kaum relevante Niederschläge. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Bis auf einzelne stürmische Böen (Bft 8) an exponierten Küstenabschnitten, die ab dem Wochenende nicht gänzlich ausgeschlossen sind, drängt sich unter dieser Rubrik erstmal nichts auf. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage IFS, IFS-EPS, Mos-Mix ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen