S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 21.07.2026 um 10.30 UTC Zum Wochenende sehr warm bis heiß. Am Sonntag teils starke Gewitter. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 28.07.2026 Am Freitag liegt eine Hochdruckzone über Mitteleuropa, die ihren Ausgang beim Hochdruckgebiet über dem mittleren Nordatlantik hat. Die Frontalzone verläuft derweil über dem Nordmeer und Skandinavien nach Osten, während über Osteuropa ein abgetropfter Trog weit nach Süden bis zur Ägäis reicht. Dazu gesellt sich noch ein Höhentief mit Kern unweit Galiziens. Dieses stützt einen Höhenkeil, der vom westlichen Mittelmeer bis Deutschland reicht. Dabei ist in der Südwesthälfte eine hochsommerliche warme Luftmasse vorhanden, sonst gestalten sich die Temperaturen gemäßigter, auch weil am Rand der Hochdruckzone Wolken unterwegs sind, die im Südwesten kaum die Einstrahlung trüben. Am Samstag wird die Hochdruckzone durch einen vom Nordmeer zur Nordsee gerichteten Trogvorstoß über Mitteleuropa abgebaut. Entsprechend zieht sich das Hoch auf den Atlantik zurück und macht Platz für eine flache Tiefdruckzone von Frankreich bis Deutschland. Wahrscheinlich tut sich wettertechnisch aber noch nicht allzu viel. Die zuvor abgesunkene Luft ist noch trocken und seitens dynamischer Antriebe gibt es wohl auch noch nicht viel. Etwas bodennahe Konvergenz oder ein leichtes flattern der Höhenströmung reicht meist noch nicht zur Auslöse hochreichender Konvektion. Allerdings deutet sich im Tagesverlauf ein Anfeuchten der Luftmassen im Nordwesten und aus den Alpen heraus an, sodass dort die Voraussetzungen für Schauer und Gewitter besser werden. Am Sonntag greift dann der Höhentrog auf Nordwestdeutschland über und wir liegen auf der Vorderseite unter einer recht breit angelegten flachen Tiefdruckrinne, in der etwaige frontale Strukturen recht verwaschen erscheinen. Tagsüber folgt von Nordwesten die Kaltfront, vorgelagert deuten sich konvergente Strukturen im Bodenwindfeld an. Die Abläufe werden dabei unsicherer. Die Luftmasse wird feuchter und da nun auch Hebung aufkommt, sollte es in der instabilen Luft recht verbreitet zu Schauern und Gewittern kommen, die zumindest lokal auch unwetterartig ausfallen können. Am Montag und Dienstag schwenkt der Trog zur Ostsee und nach Polen ab und mit der auf Nordwest drehenden Strömung gelangt ein Schwall kühler bis gemäßigt warmer Meeresluft zu uns, in der sich das Wetter bald beruhigt. Grund dafür ist ein rasch folgender Höhenrücken, der Dienstag Frankreich erreicht haben soll und bei uns zum Aufbau einer Hochdruckzone führt. In der erweiterten Mittelfrist deutet sich dann auf der Vorderseite eines Troges über Nordwesteuropa leicht unbeständiges, insgesamt warmes bis sehr warmes Wetter an. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Die Konsistenz des europäischen Modells ist zunächst gut. Ab dem Wochenende nehmen die Unsicherheiten zu, vor allem im Hinblick auf das Timing der Entwicklung. Zu Beginn der nächsten Woche zeigt der aktuelle Lauf, die Wetterberuhigung schneller, als die Vorläufe. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen betrachteten Globalmodele stützen die Version des europäischen Modells weitgehend. Am Wochenende und danach zeigen die verschiedenen Modelle Abweichungen im Timing, aber auch in der Lage und Geometrie der Strömung, die aber nicht zu vollkommen anderen Lösungen führen. Für den Verlauf des Wochenendes signalisieren auch die anderen Modelle vorübergehend sehr warmes bis heißes Wetter und zum oder am Sonntag eine Gewitterlage. Je nach Timing sind die Schwerpunkte unsicher. Aktuell sieht es aber wieder nach der SE Hälfte aus mit dem größten Gewitterpotential. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Ensembles liefern in der Clusterung für Freitag und Samstag 3 Cluster mit nur leichten Abweichungen und dem Kontrolllauf in Cluster 1. Von daher scheint die Entwicklung für diesen Abschnitt recht sicher zu sein. Das gilt eigentlich auch für den Folgezeitraum von Sonntag bis Dienstag, wenn 4 Cluster erscheinen, die alle von "Atlantic rigde" in "NAO+" übergehen. Dabei liegen wir an der SE Flanke eines Troges über der NW Europa unter einer zeitweise zyklonalen Strömung aus Nordwest bis Südwest. Die Wetterberuhigung des Kontrolllaufs nach Wochenwechsel wird aus dieser Sicht nur angedeutet. Auch in der erweiterten Mittelfrist deuten die 3 gebildeten Cluster eher leicht zyklonal geprägtes Wetter am Rand zu Trögen über Nord- und Nordwesteuropa an mit mehr oder weniger ausgeprägtem S-N Temperaturgefälle. In den Rauchfahnen zeigt sich bis zum Wochenende eine gebündelte Kurvenschar. Mit der aufkommenden Unbeständigkeit nimmt auch der Spread zu. Die deutlichsten Niederschlagssignale gibt es am Sonntag und Montag, weg sind sie aber auch danach nicht. Der Kontrolllauf schwingt stärker als die Ensembles. Am Wochenende liegen die Temperaturen und das Geopotential in ihm niedriger als in den meisten ENS, danach gerät der Lauf an deren oberen Rand der Verteilung. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Wochenende wird es vorübergehend sehr warm bis heiß mit ersten Gewittern am Samstag im Nordwesten und im Süden. Am Sonntag deutet sich eine Gewitterlage an mit nachfolgendem Temperaturrückgang. Details zu den Gewittern sind noch unsicher, zumindest lokale Unwetter sind möglich. Auch in der nächsten Woche sind in einigen Regionen, am ehesten im Süden einzelne starke Gewitter möglich. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mos, IFS + ENS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner